Ein Dorf schreibt Geschichte

Kategorie: Veranstaltungen

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Das neue Gemeinschaftshaus wird Ortsmitte und Begegnungsstätte

In Fürholzen begegnen sich Frühmittelalter und 21. Jahrhundert

Zwei gute Gründe hatte Fürholzen, um ausgiebig zu feiern. Der eine hatte mit der Vergangenheit, der andere mit der Zukunft des Dorfes zu tun: Vor 1250 Jahren wurde der Ort „Furiholci“ zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Und das neue Gemeinschaftshaus konnte endlich eingeweiht werden. Am Wochenende vom 12. bis 14. August wurden diese beiden Ereignisse gebührend begangen.

Bei Biergartenbetrieb und Musik ging es am Freitagabend mit einem Dorffest los. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die Ausstellung im Obergeschoss des Gemeinschaftshauses eröffnet. Der Historiker Alfred Ballauf hatte das frühere Dorf mit liebevoll erstellten Modellen wieder zum Leben erweckt. Stellwände mit alten Ansichten, Presseberichten und Kopien von Dokumenten, zusammengestellt von Heimatforscher Ernst Keller, zeigten einen Überblick über rund 200 Jahre Dorfgeschichte.

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200 Jahre Ortsgeschichte in Bildern, Dokumenten und Modellen

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Der Samstagnachmittag gehörte den Familien. Es gab Kaffee und Kuchen und für die Kinder war ein abwechslungsreiches Programm geboten. In der Hüpfburg und bei der Kinderolympiade mit verschiedenen Stationen konnte sich der Nachwuchs austoben und beim Kinderschminken, Basteln und Töpfern durften die Kleinen erste künstlerische Erfahrungen machen.

Dass insbesondere die jüngere Geschichte unter die Haut gehen kann, erlebten am Samstagabend rund 50 Besucher, die sich den Film „Als der Luftkrieg in unsere Heimat kam“ ansahen. In diesem bewegenden Film, bei dem Ernst Keller Regie geführt hatte, ging es um die Ereignisse rund um den Absturz des 19jährigen Jagdfliegers Kurt Schmidt in Massenhausen und um den verheerenden Bombenangriff, der in den letzten Kriegstagen in Freising viele Todesopfer gefordert hatte.

Höhepunkt der Feierlichkeiten war am Sonntag. Er begann mit einem festlichen Gottesdienst im Freien, gehalten von Pfarrer Anton Erber und Diakon Roland-Heinz Hofmeister, musikalisch umrahmt vom Kirchenchor Fürholzen und den Kohlstadt Musikanten. Mit Blasmusik ging es hinüber zum Gemeinschaftshaus, das anschließend eingeweiht wurde.

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Der Sonntagnachmittag brachte noch einmal eine Begegnung mit der Geschichte, dieses Mal ging es allerdings viele Jahrhunderte zurück. In einem Vortrag ließ Alfred Ballauf das „baiuwarische Leben im Frühmittelalter“ auferstehen und zeigte anhand vieler Bilder und Dokumente, wie das Leben vor rund 1200 Jahren in Bayern ausgesehen hat. Alfred Ballauf ging dabei auch auf zahlreiche Details der archäologischen Funde ein, die in Fürholzen in den vergangenen Jahrzehnten entdeckt und sichergestellt wurden.
Mit Café-Betrieb am Nachmittag und einem bayerischen Hoagascht von und mit Schorsch Rupp ging am Sonntagabend das Fest zu Ende.

In seinem Grußwort sprach Bürgermeister Franz Heilmeier dem Ort nicht nur seine Gratulation zum 1250. Geburtstag aus, sondern gratulierte vor allem zur gemeinsam geschaffenen Ortsmitte, die mit dem Gemeinschaftshaus entstanden ist. Die Gesamtkosten des Hauses beliefen sich auf rund 1,3 Mio. Euro, davon hatte die Gemeinde 75 Prozent zu stemmen, der Rest wurde durch Fördergelder abgedeckt. Ein Veranstaltungssaal mit 75 qm, der Küchenbereich mit 21 qm und im Obergeschoss die Galerie und der Mehrzweckraum mit 42 qm bieten viel Raum für Veranstaltungen und Feste. Ein neu angelegter Parkplatzsteht auch den Kirchenbesuchern zur Verfügung.
Das Gemeinschaftshaus ist ein wichtiges Projekt innerhalb der vom Amt für Ländliche Entwicklung begleiteten und geförderten Dorfentwicklung, in der sich die Ortschaft Fürholzen seit vielen Jahren engagiert. Bürgermeister Heilmeier erwähnte in diesem Zusammenhang insbesondere das Bürgerforum Fürholzen, das seit seiner Gründung im Jahr 2000 nicht nur zahlreiche ortsverschönernde Maßnahmen auf den Weg brachte, sondern sich auch maßgeblich an dem Projekt „Gemeinschaftshaus“ beteiligte.

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Ortssprecher Rainer Bachmeier blickte in seiner Ansprache zurück auf den langen und teilweise schwierigen Weg zum Gemeinschaftshaus. 2007 hatten die ersten Aktivitäten begonnen, 2020 konnten Gebäude und Außenanlagen fertiggestellt werden. Aufgrund der Pandemie war die Einweihung allerdings erst jetzt möglich. „Unser Gemeinschaftshaus ist viel mehr als nur ein Dach über dem Kopf“, so der Ortssprecher, „eingebettet neben den historischen Gebäuden Kirche, Schulhaus und Pfarrhof soll es künftig Dreh- und Angelpunkt des bürgerlichen Lebens in Fürholzen sein.“
Rainer Bachmeier hofft und wünscht sich, „dass unser neues Gemeinschaftshaus seinem Namen gerecht wird und sich zu einer Stätte der Freude und der Begegnung, zum friedlichen Miteinander von Jung und Alt entwickelt“.

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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