Italienische Klänge aus dem 17. Jahrhundert

Kategorie: Konzerte

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Barockmusik von italienischen Meistern, einfühlsam und perfekt gespielt von Regina Frank (Zither) und Angelika Fichter (Geige)

Ein stimmungsvoller Konzertabend im Mesnerhaus

Der Titel des Konzerts hatte nichts mit südlicher Sommerhitze zu tun, denn bei „Italienischen Klängen zwischen Klerus und Waisenkindern“ ging es vorwiegend um Komponisten, die im 17. Jahrhundert in Italien gelebt hatten. Zudem waren die Temperaturen im Mesnerhaus an diesem heißen Sommerabend überraschend erträglich. „Klein aber fein“ war der Kreis der Interessierten, die einen ganz besonderen Konzertabend genießen durften. Erneut hat sich dabei gezeigt, was für einen Schatz das Mesnerhaus gerade für solche Veranstaltungen darstellt.

Das Duo Con Fiducia hatte zu einer musikalischen Reise nach Italien eingeladen. Con Fiducia – das sind Angelika Fichter und Regina Frank, die sich vor allem mit Musik aus der Barockzeit befassen. Angelika Fichter studierte Violine und spielt vor allem auf der Barockgeige. Wer Zither bisher nur aus der Volksmusik kannte, wird von Regina Frank eines Besseren belehrt, sie studierte klassische Zither. Seit einigen Jahren treten die beiden Künstlerinnen gemeinsam als Duo Con Fiducia auf und in ihren Konzerten beweisen sie, dass diese beiden unterschiedlichen Instrumente nicht nur ausgesprochen gut harmonieren, sondern auch bestens zu unterschiedlichen Musikgenres passen.

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An diesem Abend hörte das Publikum Werke von Meistern, die ihr ganzes Leben oder viele Jahre in Italien gelebt und oft auch im Dienst der Kirche gestanden hatten. „Es war eine verrückte Zeit“ sagt Angelika Fichter über die musikalische Welt des Barock, sie informierte mit einer lockeren Moderation zwischen den einzelnen Stücken über Komponisten und Werke. Verrückt bedeutet in diesem Fall lebensfroh, bunt und mit vielen musikalischen Verzierungen, aber auch träumerisch und sanft.

Nach „La Vinciolina“ von Giovanni Antonio Pandolfi Mealli, einem damals sehr bekannten Geiger, stand eine Violinsonate von Antonio Vivaldi auf dem Programm. Er ist vor allem bekannt als Komponist der „Vier Jahreszeiten“, war Priester und Musiklehrer und unterrichtete in einem Mädchen-Waisenhaus in Venedig. Seine Schülerinnen spielten nicht nur Geige, sie komponierten auch, was Angelika Fichter vermuten lässt, „vielleicht stammt manches Stück, das wir von Vivaldi spielen, in Wirklichkeit von einer seiner Schülerinnen.“

Es folgte die „Verkündigung“ aus den sog. Mysteriensonaten von Heinrich Ignaz Franz Biber, einem österreichischen Komponisten des 17. Jahrhunderts. Hierbei handelt es sich um eine Sammlung von 15 Sonaten, die das Leben Jesu von der Verkündigung bis zur Auferstehung musikalisch überzeugend darstellen.

Mit der Sonate Nr. 6 von Giovanni Battista Somis ging der erste Teil des Konzerts zu Ende.

Antonio Montanari war zu seinen Lebzeiten ein außergewöhnlicher Virtuose auf der Geige, von ihm stammt die Sonate „La Montanari“, mit der Angelika Fichter den zweiten Konzertteil begann. Beide Musikerinnen beendeten das Konzert gemeinsam mit der Sonata seconda von Giuseppe Valentini.

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Die beiden Künstlerinnen spielten einfühlsam, mit Hingabe und vor allem mit großem Können. Mit ihren kräftigen Farben und fantasievollen Motiven ergänzten dabei die Bilder, die derzeit im Saal hängen, auf ideale Weise die lebendige und lebensfrohe Musik. Das Publikum war restlos begeistert und bedankte sich bei Angelika Fichter und Regina Frank mit lautem und anhaltendem Beifall, die sich dafür – zur Freude aller Anwesenden – mit zwei Zugaben erkenntlich zeigten.

Die Kommentare beim Hinausgehen waren ausnahmslos voller Lob. Manchem fehlten gar die Worte, doch einer der Zuhörer, selbst Musiker, fand den perfekten Ausdruck für diesen Abend: „Harmonie pur!“

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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