25 Jahre Bürgerforum Fürholzen – die 1. Vorsitzende Angela Königsheim und die Künstlerin Miriam DaSilva eröffnen gemeinsam die Jubiläumsfeier.
Eine Dorfgemeinschaft feiert ihr größtes Projekt
Drei Tage lang wurde in Fürholzen gefeiert und dazu gab es einen guten Grund: Das Bürgerforum besteht seit nunmehr 25 Jahren!
Was führte zur Gründung des Bürgerforums? Vorausgegangen war, dass die Fürholzer Bürgerinnen und Bürger mit der Gesamtsituation im Ort zunehmend unzufrieden waren: Die Lärmbelastung durch Fluglärm und Autobahn, die Situation, dass es für den kleinen Ortsteil in der Großgemeinde Neufahrn nicht leicht war, ausreichend Aufmerksamkeit für Wünsche, Probleme und Nöte zu finden und dass Ideen zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Ortsverschönerung kaum Gehör fanden.
Die Fürholzer ließen das nicht auf sich beruhen und beschlossen, selbst etwas dagegen zu tun. Ein Bürgerverein sollte gegründet werden, der sich der Probleme annehmen und den Ort voranbringen sollte. Das musste allerdings sorgfältig vorbereitet werden. Im Frühjahr 1999 trafen sich engagierte Bürgerinnen und Bürger mit der damaligen Ortssprecherin zu den Vorbereitungen für die Vereinsgründung. Ein Informationsabend folgte, an dem sich alle Anwesenden für die Vereinsgründung aussprachen – und damit begann eine Erfolgsgeschichte.
Im Laufe der vergangenen 25 Jahre ist dank der Initiative des Bürgerforums viel im Ort geschehen und die Liste der Projekte ist umfangreich. Beispiele sind die Kirchenbeleuchtung und Begrüßungsschilder am Ortseingang. Auch Heimatpflege und Kultur waren dem Verein ein Anliegen. Regelmäßig finden Wein- und andere Feste statt und es gibt Oster- und Weihnachtsmärkte. Ein Meilenstein in der Geschichte des Bürgerforums war die Eröffnung des Gemeinschaftshauses im Jahr 2021. Das Haus wurde zum Mittelpunkt im Dorf und ist inzwischen auch zu einer Heimat für die Fürholzer Vereine geworden, die vorher keinen Anlaufpunkt hatten.
Viele gute Gründe also, um das Jubiläum mit einem großen Fest zu feiern! Es begann am Freitag, 3. Oktober mit einem Festakt, bei dem viele Gäste, darunter Bürgermeister Franz Heilmeier und zahlreiche Gemeinderäte, anwesend waren. Felicia Nachbar und Thomas Kranz gaben diesem Abend einen würdigen musikalischen Rahmen. Die derzeitige 1. Vorsitzende Angela Königsheim verlas das Grußwort des allerersten Vereinsvorsitzenden Anton Helmbrecht, der leider erkrankt war, und gemeinsam mit der Künstlerin Miriam DaSilva eröffnete sie den Festabend.
Der Samstagabend war dem Blick in die Geschichte Fürholzens gewidmet. Ernst Keller, Heimatforscher und seit kurzem Träger des Bundesverdienstkreuzes, zeigte seinen Film „Jahreszeiten“, der in einem Streifzug durch alle vier Jahreszeiten nicht nur die Veränderungen im Ort schildert, sondern auch Natur, Brauchtum und denkwürdige Momente im Gemeindeleben.
Am Sonntagnachmittag gab es ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen. Vorher jedoch las der Historiker Alfred Ballauf mehrere Kapitel aus dem Roman „Auf Amerika“ von Bernd Schroeder. der in Fürholzen aufgewachsen war. Er schreibt darin u.a. über das Leben des Knechts Veit, der ein echtes Vorbild im Ortsleben hatte, nämlich den Wirts-Mart, an den sich viele noch erinnern.
Umrahmt wurde die Jubiläumsfeier von einer Vernissage. Miriam DaSilva zeigte unter dem Titel „Mindscapes – Masken & Wahrheit“ zehn eindrucksvolle großformatige Acrylgemälde von Gesichtern, die sie als seelische Landschaften beschreibt. Die Künstlerin hat ihr Atelier in Fürholzen und konnte ihre Werke bereits mehrfach in Ausstellungen zeigen. Ihr künstlerisches Schaffen verbindet sie mit Malkursen für Kinder und Erwachsene. Bilder, die Kinder unter ihrer Anleitung gemalt hatten, waren am Sonntag ebenfalls im Gemeinschaftshaus zu sehen.
Zurück zum Beginn der Jubiläumsfeierlichkeiten. In Schlusswort ihrer Rede betonte Angela Königsheim, dass mit dem Gemeinschaftshaus der Wunsch in Erfüllung ging, der schon ganz am Anfang bestand: einen Ortskern zu schaffen, der die Dorfgemeinschaft zusammenbringt, der das Leben für alle bereichert und Impulse setzt für Neues und Gutes. Dass dies mit dem Bürgerforum in den vergangenen 25 Jahren gelungen ist, merkt man an dem großen Interesse während des ganzen Jahres. Die Wertschätzung zeigt sich jedoch nicht nur an den Teilnehmerzahlen, sondern vor allem in der Gemeinsamkeit mit den vielen, die sich engagieren, die tatkräftig anpacken und die Kreativität, Energie und Zeit in das gemeinsame Projekt „Dorfgemeinschaft“ einbringen.
Für Sie berichtete Maria Schultz.

















