Generationsprojekt trotz Corona
Am 10. Dezember flogen 50 selbstgebastelte Papierflieger vom zweiten Stock in den Hof des Pichlmayr Senioren-Zentrums Neufahrn zu den Jungen und Mädchen des Neufahrner Kindergartens Zauberwald. Obwohl Covid-19 besonders in vielen Alten- und Pflegeheimen schreckliche Auswüchse mit sich bringt, gibt es immer wieder kreative Ideen, damit Alt und Jung sich begegnen können. Die rundum strahlenden Gesichter, sowohl bei der älteren Generation als auch bei den Kindern, bewiesen wieder einmal, dass unsere Gemeinschaft funktioniert.
Seit vielen Jahren bietet die Kunsttherapiegruppe des Senioren-Zentrums für die Bewohnerinnen und Bewohner kreative Angebote. Der zuständige Kunsttherapeut Norbert Käs erklärt das Konzept: „Wir wollen, dass sich die Menschen hier nicht nur beschäftigen, sondern ihre Vorstellungen selbst verwirklichen.“ Die Kunsttherapiegruppe ist sehr gut besucht und die Ergebnisse sind so vielschichtig wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Je nach Lust wird gemalt und gebastelt. Einer der Bewohner bastelt sehr gerne Papierflieger in verschiedenen Variationen.
Papierflieger faszinieren auch Kinder. Was liegt näher, als diese beiden Punkte direkt zu verbinden? So entstand die Idee, die gebastelten Papierflieger noch anzumalen und an die Kinder weiterzugeben. „Normalerweise bringen die Kinder viel Freude in unser Haus. Heute wollen unsere Menschen den Jungen etwas geben!“, teilt Norbert Käs mit. Wegen der strengen Hygiene- und Verhaltensvorschriften zur Pandemie ist eine Übergabe nicht so einfach. Damit die Bewohnerinnen und Bewohner nicht einem Risiko ausgesetzt werden und die Kinder trotzdem die Flieger erhalten, wurde entschieden, die Papierflieger aus den Fenstern segeln zu lassen.
Indem der Blick immer wieder zum Fenster ging, merkte man bei den Bewohnerinnen und Bewohnern eine gespannte Erwartung. Endlich: aus der Zauberhexen-Gruppe vom Kindergarten Zauberwald kamen 16 Jungen und Mädchen. Auch hier war Vorfreude auf das Kommende groß.
Generationsübergreifende Aktion mit bemalten Papierfliegern
Ohne auf das Protokoll und damit das geplante Kommando von Herrn Käs zu warten, schwebten die Papierflieger aus dem zweiten Stock. Und ebenso spontan liefen die Kinder los und fingen die fliegenden Geschenke. Die Fänger hatten sichtlich ganz viel Vergnügen, wie auch die Werfer. Zum Abschluss riefen die Kinder hoch in den zweiten Stock: „Vielen Dank und frohe Weihnachten!“ Von oben wurden die Weihnachtswünsche erwidert und die Verabschiedung wollte kein Ende nehmen. Nur glückliche Gesichter!
Diese Aktion zeigte die Möglichkeiten für zwischenmenschliche und generationsübergreifende Begegnungen trotz Corona. Das Klientel mit der größten Virus-Gefährdung sind die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen. Nicht nur das hohe gesundheitliche Risiko drückt auf die Stimmung, sondern auch die Besuchseinschränkungen. So verwundert es nicht, dass diese Abwechslung viel Freude in den Heimalltag brachte. Die Herzlichkeit zwischen den Generationen war zu spüren und gibt Hoffnung für eine gemeinsame Zukunft nach der Pandemie.
Für Sie berichtete Heinz Geiger.








