Evangelische Kirche feiert Night of Music

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Kirche trotzt Klischee: Großartiger Erfolg für die „Night of Music“

Eine Schaumkrone für ein Halleluja

Die Riffs der Gitarren und Töne der Sänger sitzen, dazu malen Scheinwerfer auf der Bühne und Lampion- Ketten in den Bäumen bunte Akzente in den sonst eher ruhigen Pfarrgarten der evangelischen Kirche in Neufahrn. Rund 300 Menschen sitzen an aufgestellten Bierbänken, andere verteilen sich grüppchenweise auf der Wiese oder halten sich in der Nähe der Essenstände auf. Kein Wunder, denn von dort wabern köstliche Grillaromen durch die Luft des großen Pop-up Biergartens. Indes wartet am Getränkeausschank eine geduldige Schlange. Es lohnt sich – schließlich gibt es dort ein gut gekühltes „Soundcheck“ vom Auferstehungsbräu Neufahrn. „Wir sind sieben Leute, die seit rund anderthalb Jahren selbst Bier brauen, Pfarrer Steffen Schubert ist auch dabei“, erzählt die Sekretärin der Kirchengemeinde Kerstin Steinritz. Üblicherweise verderben viele Köche eher den Brei – auf den Glückseligkeit versprechenden Hopfenstoff scheint das jedoch nicht zuzutreffen. Gegen eine kleine Spende für die Kirche darf sich jeder eine Kostprobe der gemeinsamen Braukunst abzapfen lassen. Unter Kennern hat sich das längst herumgesprochen. Das Hobby-Braumeisterteam schenkt inzwischen auf jeder kirchlichen Veranstaltung einen eigens kreierten Gerstensaft aus: „Das Bier ist jedes Mal ein bisschen anders“, meint Kerstin Steinritz und nickt. Na dann Prost!

Verstärker statt Kirchenorgel: Wenn der Pfarrer die Bühne rockt
Es herrschen Festival-Vibes auf der „Night of Music“ oder anders ausgedrückt: die evangelische Kirchengemeinde kann offenbar ziemlich cool. Nacheinander rocken 1328 (Chris Schneider, Anna Hepting, Paul Harreiter, Tobias Schnell), Modern Gospelchor Hallbergmoos und Three Chords & The Truth die Bühne. Das Format feiert Premiere, bricht mit Klischees und schlägt neue Töne für die lokale Kulturszene an: „Theoretisch sind wir auf der Suche nach einem sogenannten „Signature“ – Fest, also ein Event, das man nicht überall hat und für uns steht. Nachdem ich Musiker bin, lag die Idee nahe etwas mit Musik zu machen“, erläutert Pfarrer Steffen Schubert das Konzept. „Heute war nur ein Versuch, aber das sieht richtig super aus.“

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Musik in den Ohren der Veranstalter
Das klingt doch gut – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Live-Musik und Sommeratmosphäre locken nicht nur Gemeindemitglieder an, sondern auch zufällige Spaziergänger, wie Jaz und Kerem. Das Ehepaar lebt erst seit einigen Monaten in Neufahrn und zeigt sich angesichts des Events begeistert: „Was für ein wunderschönes Fest, es riecht so lecker und die Bands sind super.“ Unter den Anhängern eines gepflegten Open-Air-Happenings befindet sich auch Neufahrns SPD-Vorsitzender und Fraktionssprecher Maximilian Heumann: „Es ist ein rundum gelungener Abend, eine perfekte Neuerfindung des bisherigen Sommerfests.“ Neben der abwechslungsreichen Live- Musik fällt Heumann die liebevolle Dekoration im Pfarrgarten, das hervorragende Essen und vor allem das selbstgebraute ‚Soundcheck‘-Bier als absolutes Highlight auf.

Glauben ohne Grenzen: Evangelischer Rock trifft katholischen Beistand
Auch Hallbergmoos´ zweite Bürgermeistern Tanja Knieler (CSU) findet nach dem parallel in St. Franziskus stattfindenden Festgottesdienst zur offiziellen Einsetzung von Pater Binoy als Pfarrer, den Weg in den Garten der Auferstehungskirche. „Wenn der evangelische Pfarrer auf der Bühne rockt und der neue katholische Pfarrer nach seiner ‚Inthronisation‘ auf ein Getränk vorbeischaut, dann ist das wohl Ökumene in ihrer schönsten Form.“ Knieler genießt sichtlich die Gespräche und Begegnungen mit anderen Besuchern: „So darf Kirche gerne öfter klingen: offen, fröhlich, mitten im Leben und nah bei den Menschen.“ Gemeinschaft entstehe dort, wo Menschen zusammenkommen, betont Knieler und „immer dann, wenn sie miteinander reden, lachen und manchmal eben auch gemeinsam rocken.“ Maximilian Heumann schließt sich an: „Mein herzlicher Dank gilt allen beteiligten Ehrenamtlichen, die dieses Fest mit so viel Herzblut auf die Beine gestellt haben. Ich freue mich schon darauf, wenn es eine Wiederholung gibt.“ Die Basis für ein „Signature“-Fest der evangelischen Kirche Neufahrn und Hallbergmoos scheint gelegt, daher überlegt Steffen Schubert: „Nach dem tollen Feedback müssen wir jetzt darüber nachdenken, ob wir vielleicht etwas im Herbst anbieten können, beispielsweise wäre ein Scheunenfest zu Erntedank mit gutem Wein denkbar!“

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Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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