Mitglieder des „Teams Stalag 2025“ (soweit anwesend), das diese Ausstellung in Kooperation mit weiteren Partnern erstellte.
Vergessen und vorbei?
Kriegsgefangenenlager Stalag VII A in Moosburg
Ungewöhnliche Töne im Neufahrner Rathaus: eine einsame Trompete spielt das Stalag-Signal. Der 1. Bürgermeister Ozan Iyibas begrüßte die vielen Besucherinnen, Besucher und Ehrengäste, die zur Eröffnung der Ausstellung über die Befreiung des Stalag VII in Moosburg ins Rathaus gekommen waren. Zu Beginn bedankte er sich vor allem bei den Verantwortlichen, die diese Ausstellung ermöglicht hatten. In einer eindringlichen Ansprache erinnerte er an das Lager und dessen Befreiung vor nunmehr 81 Jahren. „Mehr als 150.000 Menschen aus über 30 Nationen waren dort registriert – Soldaten, Väter, Söhne, Menschen mit Hoffnungen und Träumen, die ihrer Freiheit beraubt wurden,“ so der Bürgermeister, „diese Ausstellung erzählt ihre Geschichten. Sie gibt den Menschen ihre Gesichter zurück.“ Stalag VII A in Moosburg war eines der größten Kriegsgefangenenlager Deutschlands. In Kooperation mit zahlreichen Partnern wurde vom „Team Stalag 2025“ eine eindrucksvolle Ausstellung erstellt, die auf anschaulichen Bildtafeln zusammen mit einem kurzen und sachlichen Text einen Einblick in das Lagerleben und die Befreiung vermitteln. Einzelnen Schicksalen wird dabei nachgespürt und Details aus dem Alltag der Kriegsgefangenen werden aufgezeigt, wie z.B. die Ernährung, die medizinische Versorgung, der Arbeitseinsatz und auch, wie die Gefangenen ihre spärliche Freizeit verbrachten.
Stephan Kopp, Leiter des Stadtarchivs Moosburg, erklärte dazu: „Es ist eine Ausstellung, die interessiert, ohne vorgefertigte Aussagen darzustellen.“ Er verbindet damit den Wunsch und die Hoffnung, dass sich die Besucherinnen und Besucher am Ende fragen: „Was war die Stalag“ und „wie gehen wir heute damit um?“ Der Moosburger Komponist Georg Reindl hat in seiner „Stalag-Trilogie“ versucht, die Eindrücke des Lagers und der Befreiung in Töne zu fassen. Dazu gehören das Trompeten-Signal, das zu Beginn gespielt wurde, und die beiden Stücke „Hoffnung“ und „Freiheitshymne der Gefangenen“ – bewegende Musik, die es am Eröffnungsabend ermöglichte, die Ausstellung auch emotional zu erfahren.
Noch einmal sei zurückgegriffen auf die Worte des 1. Bürgermeisters, mit denen er die Ausstellung eröffnete: „Erinnerungskultur bedeutet nicht, die Vergangenheit festzuhalten. Erinnerungskultur bedeutet, Zukunft zu gestalten.
Ich wünsche mir, dass insbesondere junge Menschen diese Ausstellung besuchen, dass sie Fragen stellen, dass sie diskutieren und dass sie erkennen, wie wertvoll Frieden, Freiheit und Demokratie sind. Denn Hoffnung entsteht nicht dadurch, dass wir die Vergangenheit vergessen.“ Er schloss mit dem eindringlichen Appell, dass Hoffnung dadurch entsteht, „dass wir einander mit Respekt begegnen, dass wir unsere Vielfalt als Stärke verstehen und dass wir gemeinsam dafür sorgen, dass das ‚Nie wieder‘ kein bloßer Satz bleibt, sondern daraus ein täglicher Auftrag wird.“
Viele Gäste waren zur Eröffnung der Wanderausstellung „80 Jahre Befreiung des Stalag VII A Moosburg – Vergessen und vorbei?“ ins Foyer des Neufahrner Rathauses gekommen, viele Fragen wurden gestellt, viele Gespräche geführt.
Die Ausstellung ist noch bis zum 11. September während der normalen Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.
Ein ausführlicher Ausstellungskatalog ist im Buchhandel erhältlich.
Für Sie berichtete Maria Schultz.













