Gruppenfoto des „Sparifankerl-Ensembles“
In Giggenhausen ist der Teufel los – auf der Bühne beim Metzgerwirt
Teuflisch viel Vergnügen und spannende Theaterkost bot auch heuer wieder das Schauspielensemble der Maibaumfreunde Giggenhausen in dem höllisch-heiteren Dreiakter „Deifi Sparifankerl“. (Für alle Nichtbayern: mit Sparifankerl ist der Teufel gemeint).
Krankheitsbedingt um ein paar Tage verschoben, brachten die acht Akteure unter Regie von Markus Loibl mit viel Schwung, Spielfreude und im steten Gute-Laune-Modus den amüsanten Schwank von Ralph Wallner (2016) auf die Bühne beim Metzgerwirt und sorgten für kurzweilige Unterhaltung mit viel Schmunzeln und schallendem Gelächter in insgesamt sieben ausverkauften Vorstellungen . Unterstützt wurden die Darsteller von einer ebenfalls bestens eingespielten Helfercrew vor und hinter der Bühne, Bühnenbau inklusive.
Ihren Anfang nimmt die verzwickte Handlung mit einem Spezialauftrag an Luziferius Sparifankerl, genannt Lucki (Johannes Riedl). Der wird von seiner resoluten Teufelsoma, der Sophie Ulmer aus dem Off Stimme und Gesicht auf einem Wandbild(schirm) leiht, ins Bayernland entsandt, in den ärmlichen Ziegenhof der verwaisten Geschwister Geißhofer, der fleißigen Senta mit den grottenschlechten Kochkünsten (Annalena Geil) und ihrem jüngeren Bruder Bertl (Samuel Loibl), der sich nach einem besseren Leben sehnt.
Turbulent, spannend und lustig geht es heuer wieder auf der Bühne des Giggenhauser Metzgerwirts zu.
„Sie haben ihr Ziel erreicht“ spricht der Navi sodann auf dem „Highway to hell“, als der kleine bayerische, heftig stinkende Deifi mit seinem großen Appetit auf gutes bayerisches Essen in der bescheidenen Bauernstube landet. Seine Mission, bis Mitternacht den leicht beeinflussbaren Bertl zu einer kriminellen (Un-)Tat anzustiften. Nur so kann des Teufels Großmutter das höllenbehördlicherseits vorgeschriebene Seelenkontingent vorweisen. Andernfalls wird sie in ein Kasperltheater zwangsversetzt, …
Der ungebetene Gast sorgt also für allerlei Wirbel mit seinen teuflischen, sowohl psychologisch-kriminellen wie galant-charmanten Verführungskünsten, ersteres beim Bertl, letzteres in der benachbarten Damenwelt mit der lebenslustig-frivolen Blechhoferin (Isabella Lachner) und der reichen, hochnäsig-dominanten Goldtalerin (Anita Huber-Polz).
Für sein böses Vorhaben stehen die Chancen gar nicht schlecht: Wie es der Zufall will, wurde der Bertl von seinem Spezl Nepomuk Stutz (Hannes Polz) überredet, bei einer lukrativen nächtlichen Gaunerei mitzutun: Ihr Opfer: der vermögende Landedelmann Ferdi Graf von Falkenklamm (Gerhard Riedl.). Doch dieser „honorige“ Herr entpuppt sich als rechter Ganove und Spießgeselle der nur gespielt vergesslichen Ungerin (Manuela Fackler), die an der Gaunerei um den Diebstahl vermeintlich wertvoller Pferde mit dem adligen Herrn unter einer Decke steckt.
Der Teufel dagegen steckt ja bekanntlich im Detail. Auch in der turbulenten Handlung stecken viele lustige, spannende Elemente und kuriose Einfälle, wie etwa Sparifankerls Zaubertricks beim Türöffnen auf Fingerschnipsen oder seine Schnapsallergie, bei der seine diabolischen Kräfte sogar schon beim Genuss eines Kirschwasser-Lollies zum Erliegen kommen.
Es gibt – natürlich – ein Happy End, bei dem Ehrlichkeit glücklicherweise gewinnt und Bertl doch nicht vom rechten Wege abrückt. Sogar sein Freund Nepomuk findet auf diesen zurück und deshalb auch die Liebe zu Senta. Doch das gilt nur für den menschlichen – und anständigen Teil der Protagonisten, die anderen wandern ins Gefängnis und des Teufels Großmutter gar hat ihren finalen Auftritt als Kasperlefigur.
Für Sie berichtete Ulrike Wilms.






















