Ein Ort (nicht nur) zum Reparieren, Lagern und Entsorgen
Was bekommt man als Bürgerin, als Bürger von der Arbeit des Neufahrner Bauhofs eigentlich mit? Was ist alles nötig, dass die vielfältigen Aufgaben überhaupt bewältigt werden können? In einem ausführlichen Rundgang erklärte Wolfgang Huber, seit 18 Jahren Leiter des Neufahrner Bauhofs, was in seinem „Reich“ alles vorhanden ist und wie die Arbeit abläuft. Der Rundgang beginnt im Hof, in dem riesige Boxen mit unterschiedlichstem Inhalt zu sehen sind. Hier lagern u.a. fast 500 Tonnen Salz. „Das reicht aus und wir müssen nicht nachbestellen,“ sagt Wolfgang Huber. Vorausschauend, denn zum einen wird das Salz beim Nachbestellen meistens teurer, es könnte sogar sein, dass gegen Ende eines langen Winters kein Salz mehr lieferbar ist. Auch Streumittel (Splitt) für die Behälter in verschiedenen Straßen ist vorrätig, kostenlos und eine freiwillige Leistung der Gemeinde Neufahrn, gedacht für den schnellen Einsatz z.B. auf Gehsteigen (also nicht als Vorrat für Privatpersonen). Wenig erfreulich ist der Inhalt einer anderen Box. Dort liegt nämlich der Müll, den der dafür zuständige Mitarbeiter an einem Vormittag aus und neben (!) den örtlichen Mülleimern geleert bzw. aufgesammelt hat. Dieser Müll muss getrennt und dann entsorgt werden.
In diesem Zusammenhang weist Wolfgang Huber auf das große Problem der illegalen Müllablagerung hin. 2023 wurde dokumentiert, was in einem bestimmten Bereich in zwei Monaten an Straßenrändern, Parkplätzen und Wiesen abtransportiert werden musste. Säcke mit Müll (darunter auch Gastronomieabfälle) lagen oft neben leeren Mülltonnen. Oft werden diese Säcke von Vögeln aufgerissen und der Abfall vom Wind verteilt. Dadurch entstehen zusätzliche Arbeit und Kosten in Höhe von mehreren tausend Euro pro Monat. Neben den Fahrzeugen des Bauhofs finden sich im Hof auch alte PKWs, die auf öffentlichem Grund abgestellt und stehengelassen wurden.
Was sieht man noch? Eine Tankstelle – wichtig, denn wenn es mal schnell gehen muss, bleibt keine Zeit, um zu einer öffentlichen Tankstelle zu fahren. In der Autowerkstatt und in den verschiedenen anderen Werkstätten, darunter auch Schreinerei und Schlosserei, wird nach Möglichkeit fast alles repariert. Der Fuhrpark des Bauhofs ist zweckmäßig, dabei aber nicht überdimensioniert. Kehrmaschine, Großflächenmäher, Minibagger, Gießfahrzeug und ein Wasserfassanhänger stehen bereit sowie Transporter und Anhänger in verschiedenen Größen, darunter auch der Bühnenanhänger, der zum Transport der großen Bühne dient. Fahrzeuge, die im Sommer zum Gießen und Mähen im Einsatz sind, werden derzeit auf Winterbetrieb umgerüstet. Im Lager finden sich alle gängigen Verkehrszeichen und auch verschiedene Absperrgitter, aber auch manches, das nur zu bestimmten Zeiten oder Ereignissen im Einsatz ist, wie z.B. die rund 160 Wahlurnen und 200 Wahlkabinen, die im März 2026 wieder benötigt werden. Auch die gesamte Ausstattung für die Eisbahn wird hier gelagert, bis sie im Winter wieder auf dem Marktplatz aufgebaut wird.
Sogar ein Kühlschrank steht im Bauhoflager. Dieser hat allerdings einen ungewöhnlichen Verwendungszweck, er dient für die Aufbewahrung toter Fundtiere. Vermisst jemand sein Haustier, könnte also ein Anruf im Bauhof das Schicksal von Hund, Katze oder Kaninchen klären.
Noch etwas für Nostalgiker: In einer Ecke stehen die Neufahrner Kirchtürme, zweidimensional und aus Sperrholz. Sie dienten mehr als 15 Jahre als Kulisse für die „Turmgespräche“, bei denen – lange in der Alten Halle, zuletzt in der Aula des Gymnasiums – die Ereignisse des vergangenen Jahres mit Witz und Ironie aufgerollt wurden. Die letzten „Türmer“ waren Otto Bönisch und Erich Seyfried, geschrieben wurden die Texte u.a. von Georg Kratzer und später von Hans Lutz. Warum stehen die Türme nach wie vor da? Bauhofleiter Wolfgang Huber will es nicht ausschließen: „Man könnte sie ja wieder mal brauchen!“
Für Sie berichtete Maria Schultz.




















