10 Jahre Neufahrner Kleiderkammer – Bürgermeister Ozan Iyibas bedankt sich beim Tag der Offenen Tür beim gesamten Team für den engagierten Einsatz.
Nachhaltig und sozial
Eine Bluse oder ein Herrenhemd für 1 Euro, eine warme Winterjacke für 4 Euro… – Fantasiepreise oder Realität? In der Neufahrner Kleiderkammer ist das nicht etwa außergewöhnlich billig, sondern ganz normal. Ähnlich günstig erhält man Schuhe, Küchenutensilien, Geschirr und noch viel mehr. Verkauft wird nur einwandfreie Ware, alles ist sauber und gepflegt.
Angefangen hat alles vor zehn Jahren im Keller des Neufahrner Rathauses. Damals stand nur ein großer Schrank zur Verfügung. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sammelten Kleidung und Hausrat, um Geflüchtete und bedürftige Menschen mit dem Nötigsten auszustatten. Der Schrank wurde rasch zu klein und ein kleiner Container am Wertstoffhof wurde als zusätzliche Lagerfläche genutzt. Anfang 2016 durfte die Kleiderkammer in einen leerstehenden Lebensmittelmarkt der Gemeinde am Lohweg 25 umziehen. Was mit sechs Ehrenamtlichen, zwei Kleiderständern und einigen gespendeten Regalen begann, entwickelte sich zu einem Sozialkaufhaus, das sich sehen lassen kann. Heute gibt es dort Kleidung für Menschen jeden Alters, Hausrat, Kleinmöbel und noch viel mehr, alles in bestem Zustand, darauf wird größter Wert gelegt. „Mittlerweile engagieren sich 22 Ehrenamtliche regelmäßig in der Einrichtung und die Kleiderkammer ist eine Abteilung der Neufahrner Sozialstation“ sagt Beate Frommhold-Buhl, Sprecherin der Kleiderkammer.
Angeschlossen ist eine Nähwerkstatt, in der vor allem Taschen gefertigt werden, nicht nur aus Stoffresten, sondern sogar auch aus gebügelten Kaffeetüten – originell und jede Tasche ein Unikat. Es gibt eine Radlwerkstatt und in der Reparaturecke sorgen Fachleute und Hobby-Handwerker dafür, dass reparaturfähige und transportable Dinge aus Haus und Garten wieder funktionieren. Dazu der begeisterte Kommentar eines Herrn, der freudig seinen wieder einsatzfähigen Rasenmäher mit nachhause nehmen konnte: „Hier wird einem immer geholfen, in menschlich netter Atmosphäre!“
Für das Einkaufen im Sozialkaufhaus gibt es keine Einschränkungen, jede und jeder darf gerne vorbeikommen. Die Preise sind bewusst niedrig gehalten. In Zusammenarbeit mit sozialen Diensten können außerdem völlig mittellose Menschen auch kostenlos mit Kleidung und anderen notwendigen Dingen ausgestattet werden.
Weit über 20.000 Stunden leisteten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in den vergangenen zehn Jahren in der Kleiderkammer. Dazu kommen unzählige Stunden für das Sortieren, Reparieren, Organisieren, Einräumen und die Betreuung der Besucherinnen und Besucher. Beeindruckend ist auch die Zahl der Dinge, die im Laufe der Jahre ein neues Zuhause gefunden haben, geschätzt 36.000 Teile wurden bis heute ausgegeben.
Dank großzügiger Sachspenden ist die Kleiderkammer immer gut gefüllt und das Sortiment ist vielfältig und umfangreich. Gemütliche Sitzecken bieten Gelegenheit für Gespräche und Beratung, Umkleidekabinen schaffen die Möglichkeit, die richtige Kleidergröße zu wählen. Es gibt einen zusätzlichen Raum mit Damenkleidung, große Regale mit Schuhen aller Art und einladend gedeckte Tische mit Geschirr. Babybettchen und Kinderwagen erfüllen die Bedürfnisse junger Eltern.
Zehn Jahre Kleiderkammer – das wurde gebührend gefeiert. Am 31. Oktober waren Interessierte zu einem Tag der offenen Tür eingeladen, zum Schauen und natürlich auch zum Shoppen. Auch der 1. Bürgermeister Ozan Iyibas kam an diesem Tag vorbei, nicht nur, um sich umzusehen, sondern vor allem, um den Ehrenamtlichen für ihren Einsatz und ihr großes Engagement zu danken.
Geöffnet ist die Kleiderkammer jeweils am Donnerstag von
16 bis18 Uhr und am Samstag von 14 bis 16 Uhr.
Die Reparaturecke ist in der Regel an jedem zweiten
Samstag im Monat von 14:00 bis 16:00 Uhr besetzt.
Für Sie berichtete Maria Schultz.












