Pailletten auf der Dorfbühne: David Lindermeier & Die Fuckboys bringen mit ihrem Eukalyptus-Aufguss das Publikum im Gemeinschaftshaus zum Schwitzen.
David Lindermeier & Die Fuckboys begeistern im Gemeinschaftshaus Bürgerforum Fürholzen
Es ist eine Hymne an sein Heimatdorf in der Provinz, die nach Odel und Sehnsucht gleichermaßen riecht, wo das Leben auf der Biertischgarnitur geschieht. David Lindermeier singt vom Widerspruch, nach Hause zu kommen – das schön ist, das er gleichzeitig nicht mehr sehen kann und trotzdem bleibt: „Für di, für mi, für alle: Fürholzen“. Wenn David Lindermeier & Die Fuckboys ihren queeren Neo-Pop auf Bairisch und Hochdeutsch anstimmen, treffen sie mittenrein. Denn es geht um das, was wohl den meisten den Schlaf raubt: die ganz großen Gefühle, digitale Geisterbahnen wie Grindr-Ghosts, schweißtreibende Sauna-Traumata und all die anderen kleinen Katastrophen des Lebens. Dabei ist der charismatische Sänger seinem Publikum im Gemeinschaftshaus in Fürholzen ganz nah. Eine echte Bühne gibt es in dem Raum nicht, jede noch so winzige Mimik des Künstlers ist ablesbar, umgekehrt kann er die Reaktionen seiner Zuhörer ablesen: „Das ist ja das Coole, unsere Konzerte funktionieren in großen und kleinen Räumen. Dort sogar besonders gut, weil im weiten Teil unseres Programms ruhige Lieder dominieren. So nah am Publikum zu sein, hat totale Chancen, weil du mit ihm richtig interagieren kannst.“
Großes Kino für ein kleines Dorf
Lindermeier, der an der Bayerischen Theaterakademie August Everding studiert und bereits in einigen Film- und Fernsehproduktionen mitgespielt hat – wie im Kinofilm „Kommissar Jennerwein – Hochsaison“ als Gemeinderat Toni Harrigl, der in wenigen Tagen Kinopremiere feiert –, macht „irgendwie schon immer“ Musik. Gemeinsam mit den Fuckboys spielte er in der BR-Abendschau, beim Augsburger Friedensfest, beim Uferlos Festival, im bekannten Privattheater Heppel & Ettlich in München oder im Lindenkeller Freising. „Ich hab dann den Song Fürholzen rausgebracht“, nennt Lindermeier den simplen Grund für die Vorsitzende des Bürgerforums, Angela Königsheim, nachzuhaken: Der aus Fürholzen stammende Sänger und seine Band sind die Optimalbesetzung für das erste Event eines neuen Veranstaltungsformats im Gemeinschaftshaus: „Ein Fürholzner in Fürholzen singt über Fürholzen – mehr geht nicht“, meint Königsheim lachend.
Das ist ja das Coole, unsere Konzerte funktionieren in großen und kleinen Räumen. Dort sogar besonders gut, weil im weiten Teil unseres Programms ruhige Lieder dominieren. So nah am Publikum zu sein, hat totale Chancen, weil du mit ihm richtig interagieren kannst.“
David Lindermeier, Sänger, Songwirter und Schauspieler
Keine Angst vor nackten Tatsachen
Für David Lindermeier spricht ein gutes Gefühl dafür, in seinem Heimatdorf aufzutreten: „Wenn wir Songs wie ‚Fuckboys‘ oder ‚Sauna-Trauma‘ spielen und sich einige im Dorf vielleicht denken ‚was geht denn da ab?‘, sich aber drauf einlassen und mir dann sagen, dass es gut ist, was wir machen, finde ich es einfach total schön.“
Für Sie berichtete Manuela Praxl.





















