Fahnengruß von alter und neuer Fahne
Fahnenweihe, Festzug und ein großes Fest
Die alte Fahne der Katholischen Landjugend Neufahrn war in die Jahre gekommen, sie war abgenutzt, es war nicht mehr alles intakt und nicht zuletzt hatten auch die Motten dem Stoff zugesetzt. Es wurde geplant, überlegt und sicher auch viel diskutiert, ehe der Beschluss feststand: eine neue Fahne muss her! Dass damit vor allem eine große finanzielle Belastung verbunden ist, war allen klar. Doch die Neufahrner Landjugend ist eine starke Gemeinschaft und dank der überraschend großen Spendenbereitschaft der 180 Mitglieder plus einem Zuschuss von Kirche und Kommune konnte das Projekt in die Tat umgesetzt werden.
Am 3. Oktober fand in der Kirche St. Wilgefortis ein feierlicher Gottesdienst statt, in dessen Rahmen Pfarrer Otto Steinberger die neue Fahne segnete. Alle örtlichen Vereine waren mit ihren Fahnenabordnungen vertreten, für die musikalische Umrahmung von Gottesdienst und anschließender Feier sorgte der Musikverein St. Andreas aus Eching.
Fahnenbänder wurden verteilt, davon eines gestiftet von der Fahnenmutter Birgit Büchl und eines, auf dem die wichtigsten Spender genannt sind. Auch mit dem Patenverein, dem Burschenverein Günzenhausen, wurden Fahnenbänder ausgetauscht. Mit dem Fahnengruß zwischen alter und neuer Fahne wurde verdeutlicht, dass die alte Fahne auch weiterhin in Ehren gehalten werden soll.
Wie es der Brauch ist, wurde bei der Fahnenweihe auch ein Gedicht vorgelesen, verfasst von Katharina Funke, Elisabeth Pleßl, Maria Pleßl und Elisabeth Kraus, in dem vor allem auf die Geschichte der alten Fahne eingegangen wurde, die 1921 geweiht wurde, in einer Zeit, in der für viele das Leben nicht einfach war. Darin heißt es u.a.:
Der erste Weltkrieg war grod vorbei
Und de Leid warn gwieß ned sorgenfrei.“
20 Jahre später war wieder Krieg:
„Die jungen Burschen, deren Ziel
einst die Freiheit war,
standen jetzt an der Front,
fern der Heimat, Jahr für Jahr.“
Die alte Fahne soll nicht vergessen werden:
„Und wenn die neue Fahne mit uns geht
Und sich durch die Straße dreht,
dann wissen wir bei jedem Schritt:
A Stück von dir geht immer mit.“
Gottesdienst und Fahnenweihe in St. Wilgefortis
Nach dem Gottesdienst ging es in einem großen und farbenprächtigen Festzug von der Alten Kirche zum Franziskussaal. Am Rathaus stand die Böllerschützengruppe des SV Kleeblatt bereit und begrüßte die Gäste mit einem ausgiebigen und lautstarken Salut. Eingeladen zum Fest waren alle Mitglieder der Landjugend Neufahrn sowie zahlreiche Ehrengäste. Auch der 1. Bürgermeister Ozan Iyibas und Gemeinderätinnen und -räte waren gekommen, um mitzufeiern. Die 1. Vorsitzende der Landjugend, Maria Pleßl, begrüßte die Gäste und bedankte sich noch einmal bei allen Spendern und Helfern, die die Anschaffung der neuen Fahne und das Fest der Fahnenweihe ermöglicht hatten. Sie ist davon überzeugt: „Diese Fahne wird auch für kommende Generationen ein Zeichen für eine starke Gemeinschaft sein.“
Der 1. Bürgermeister ging noch einmal auf die historischen Zeiten ein, die die alte Fahne miterlebt hatte. Er zeigte vor allem aber auch die aktuelle Bedeutung der Landjugend auf, „wer heute wissen möchte, was die Landjugend für Neufahrn bedeutet, der braucht eigentlich nur durch unser Jahr zu gehen“ sagte er und wies auf die verschiedenen Veranstaltungen hin – z.B. Maibaum, Sonnwendfeuer – bei denen die Mitglieder der Landjugend seit Jahren erfolgreich die Organisation übernehmen. Er weiß: „Eine Gemeinde lebt von Menschen, die Gemeinschaft schaffen“ und deshalb ist er davon überzeugt, dass es richtig war, dass auch die Kommune einen finanziellen Beitrag zur neuen Fahne leistete.
Die Fahnenweihe – ein denkwürdiges Ereignis für die Katholische Landjugend Neufahrn und ein guter Grund, um an diesem Tag zu feiern. Das wurde ausgiebig getan und erst nach Mitternacht gingen die letzten Gäste nachhause.
Für Sie berichtete Maria Schultz.


















