Es war der bisher anspruchsvollste Wettkampf seiner Karriere mit dem stärksten Teilnehmerfeld überhaupt: Ein Jahr nach seiner erfolgreichen Qualifikation im marokkanischen Agadir erfüllte sich Korbinian Rudzki vom TSV Jahn Freising den Traum von der ersten Teilnahme an einer Ironman 70.3 Weltmeisterschaft. Bei der WM über die Mitteldistanz in Nizza startete der 34-jährige Freisinger gemeinsam mit mehr als 3.000 der besten Altersklassen-Athleten der Welt sowie der internationalen Profi-Elite. Die Grundlage dafür hatte der Vollzeit berufstätige Neufahrner mit monatelangem Training gelegt. Teilweise standen bis zu 20 Stunden Training pro Woche auf dem Programm.
WM-Debüt unter schwierigen Vorzeichen
Die Vorzeichen für das WM-Debüt waren allerdings alles andere als ideal. Nach einem Radsturz wenige Wochen vor dem Wettkampf wurde Rudzki kurz vor der Abreise zusätzlich von einem Infekt ausgebremst. Dennoch reiste der TSV-Athlet bereits am Mittwoch nach Nizza, um sich optimal auf den Saisonhöhepunkt vorzubereiten.
Auf dem Programm standen letzte Trainingseinheiten im Mittelmeer, das zeitweise von starkem Wellengang geprägt war. Der Wettkampf war der erste seit dem Qualifikationsrennen in Agadir, den der 34-Jährige im Meer absolvierte. Die frühe Anreise bot außerdem die Möglichkeit, den anspruchsvollen Radkurs mit seinen technischen Abfahrten und zahlreichen Haarnadelkurven vorab zu besichtigen.
Solider Auftakt im Mittelmeer
Am Rennsonntag fiel um 8 Uhr der Startschuss für die Altersklasse M30 bis M34. Aufgrund der warmen Wassertemperaturen wurde ohne Neoprenanzug geschwommen. Bei moderatem Wellengang meisterte Rudzki seine schwächste Disziplin souverän. Nach 32:00 Minuten stieg er im oberen Feld seiner Altersklasse aus dem Wasser.
Starke Radleistung am Col de Vence
Nach einem gelungenen Wechsel führte die 92 Kilometer lange Radstrecke mit rund 1.250 Höhenmetern durch das Hinterland von Nizza. Nach den ersten flachen Kilometern begann der lange Anstieg hinauf zum Col de Vence. Dort spielte Rudzki seine Stärken aus und arbeitete sich kontinuierlich nach vorne.
Das intensive Training der vergangenen Monate zahlte sich aus. Auch die anschließende technisch anspruchsvolle Abfahrt meisterte er sicher und kontrolliert. Trotz der hohen Anforderungen bereitete ihm der Kurs großen Spaß. Nach den letzten flachen Kilometern entlang der Promenade des Anglais erreichte er nach 2:38:24 Stunden die zweite Wechselzone.
Kampf gegen Hitze und Infekt beim Laufen
Auf den abschließenden zwei Laufrunden entlang der Promenade des Anglais machten sich die Nachwirkungen des Infekts bemerkbar. Hinzu kamen hohe Temperaturen und eine drückende Luftfeuchtigkeit. Der Halbmarathon entwickelte sich deshalb zu einem harten Kampf.
Eigentlich zählt das Laufen zu Rudzkis stärksten Disziplinen. An diesem Tag konnte er jedoch nicht sein gewohntes Leistungsniveau abrufen. Unterstützt von den lautstarken Anfeuerungsrufen seiner Eltern und Freunde kämpfte er sich dennoch bis ins Ziel und absolvierte den Halbmarathon in 1:22:59 Stunden.
Platz 39 bei der Weltmeisterschaft
Mit einer Gesamtzeit von 4:40:49 Stunden belegte Korbinian Rudzki den 39. Platz in der Altersklasse M30 bis M34. In seiner Altersklasse waren mehr als 300 Athleten am Start.
„Es war ein extrem hartes Rennen. Ein WM-Start ist einfach unbeschreiblich, auch wenn ohne gesundheitliche Einschränkungen heute etwas mehr drin gewesen wäre“, resümierte Rudzki im Ziel.
Ausblick auf die kommende Saison
Trotz der Enttäuschung, beim Saisonhöhepunkt nicht sein volles Potenzial ausgeschöpft zu haben, überwiegt das positive Fazit. Nach einer Saison mit Höhen und Tiefen freut sich der Athlet des TSV Jahn Freising nun auf die verdiente Saisonpause und die nötige Regeneration.
Die nächsten großen Herausforderungen sind bereits geplant. Im Mai steht die Challenge The Championship im slowakischen Samorin auf dem Programm. Im Juni wird Korbinian Rudzki beim Ironman Frankfurt erstmals über die Langdistanz an den Start gehen.
Für Sie berichtete das Neufahrner Echo.









