Angela Wiedl und die Schäferfamilie
Ein Abend mit Angela Wiedl und der Schäferfamilie
Am 21. März kamen Angela Wiedl und die Schäferfamilie nach Neufahrn. Die Gäste, die sich an diesem Abend in der Aula des OMG eingefunden hatten, durften sich auf drei Stunden mit viel gemütvoller Musik freuen. Doch ehe das musikalische Programm begann, hatte Richard Wiedl noch ein paar Hinweise: Auf Zuruf antworteten alle, wie es bei Schäfern und Schafen üblich ist, brav mit einem kräftigen „Mäh“. Der Aufforderung, Schuhe und Strümpfe auszuziehen, weil alle Schäfer barfuß gehen, wollte allerdings niemand folgen.
Richard Wiedl ist Teil der Schäferfamilie, die neben ihm noch aus seiner Schwester Angela, ihrem Ehemann und „Ur-Schäfer“ Uwe Erhardt sowie der gemeinsamen Tochter, der 13jährigen Gina, besteht. Angela und Richard Wiedl wuchsen in einer musikalischen Familie auf, Richard sang im Tölzer Knabenchor und tritt erfolgreich als Opern- und Operettensänger auf.
Seine Schwester Angela ist bekannt aus zahlreichen volkstümlichen Fernseh- und Rundfunksendungen. Sie wurde in den vergangenen Jahren häufig mit Preisen ausgezeichnet und war Teilnehmerin oder sogar Siegerin bei vielen Wettbewerben. So erreichte sie u.a. 1992 den 2. Platz im Vorentscheid zum Grand Prix der Volksmusik, erhielt 1993 und 1994 die Goldene Stimmgabel und das Goldene Mikrofon. 1994 schaffte sie den 1. Platz in der Jahreshitparade des ZDF und wurde 1992 von den Lesern der TZ zur „Jahrhundert-Stimme“ gewählt. 1994 erhielt sie als einzige Frau den Deutschen Schallplattenpreis „Echo“ als erfolgreichste deutsche Solo-Künstlerin.
„Ur-Schäfer“ Uwe Erhardt war Gründungsmitglied der Musikgruppe „Die Schäfer“, mit der er viele Aufnahmen mit volkstümlichen Liedern eingespielt hatte. Die Gruppe besteht seit 2021 allerdings nicht mehr.
Das Publikum bekam ein vielfältiges Programm geboten, dessen Herzstück die Lieder von Angela Wiedl waren. Die „bayerische Jodelkönigin“ jodelte, was das Zeug hielt, oft solo, aber auch gemeinsam mit Tochter Gina, sie sang „Mama Teresa“, ein Lied, das sie für Mutter Teresa geschrieben hatte. Nicht fehlen durfte eines ihrer bekanntesten Lieder, „Herzklopfen“. Vielfach wurde von der Schäferfamilie über Heimat, Berge und Herz gesungen, aber auch die Liebe und das Glück kamen im Programm nicht zu kurz, sogar die schöne Stadt Barcelona wurde mit spanischem Temperament gepriesen, und Nesthäkchen Gina stellte der „besten Mama der Welt“ die Frage „Sag mir, wo ist der Himmel?“
Richard Wiedl brachte als Operettensänger ein weiteres Genre ein, von ihm hörte man Arien u.a. aus der „Gräfin Maritza“, er spielte auf dem Akkordeon und, da er auch eine Tanzausbildung hat, überraschte er die Gäste mit einem feurigen Csardas. Heiter moderierte er den Abend und erhielt viel Applaus für seine ganz persönliche Interpretation des Weiß-Ferdl-Couplets „Der Wag‘n der Linie 8“.
Die meisten der Stücke konnte das Publikum text- und melodiesicher mitsingen, insbesondere, als die Künstler gegen Ende des Programms ein Medley aus deutschen Volksliedern zu Gehör brachten.
Die Veranstaltung hätte allerdings ein paar Gäste mehr vertragen können, doch denen, die da waren, hat es gefallen. Dies bewies auch der ausdauernde Beifall, der mit einer Zugabe belohnt wurde. Und ganz bestimmt hat es die Künstler gefreut, als einer der Fans am Schluss gar noch einen großen Blumenstrauß auf die Bühne hinaufreichte.
Für Sie berichtete Maria Schultz.













