Glockenweihe – ein historisches Ereignis für Massenhausen
Ein Festtag für Massenhausen
Es war ein historischer Tag für Massenhausen, als am 12. September die neue Marienglocke feierlich geweiht wurde. 1624 wurde die alte Glocke gegossen, in ihren mehr als 400 Dienstjahren erlebte sie friedliche und stürmische Zeiten, überstand 1943 die Auslagerung in den Hamburger Glockenfriedhof, wurde dort zum Glück nicht eingeschmolzen und kam 1947 wieder in ihre Heimatgemeinde zurück. Erst ein 20 cm langer Riss, der nicht mehr zu reparieren war, wurde ihr 2024 zum Verhängnis Eine neue Glocke sollte das Ensemble nun wieder vervollständigen. Eine „Glockengruppe“ fand zusammen, die sich mit der Planung und Umsetzung des großen Projekts beschäftigte. Vor allem die Finanzierung musste sichergestellt werden, da sich das Erzbischöfliche Ordinariat in München nicht an den Kosten beteiligte.
Mitte September war es dann soweit: Die alte Glocke wurde vom Turm herabgelassen, damit war der Weg war frei für die neue Marienglocke. Mit Sonnenblumen bekränzt und von einem Pferdegespann gezogen, ging es – passend am Tag Mariä Namen – bei strahlendem Sommerwetter im Kirchenzug zur Massenhausener Kirche, begleitet von den örtlichen Vereinen, der Feuerwehr und den Kohlstatt-Musikanten. Im Rahmen eines festlichen Freiluft- Gottesdienstes wurde sie unter großer Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger von Weihbischof Wolfgang mit Weihrauch und Weihwasser gesegnet und mit Chrisam gesalbt. Es war ein bewegender Augenblick und totale Stille trat ein, als Bischof Wolfgang die Glocke zum ersten Mal anschlug. Mit humorvollen Erklärungen bezog der Weihbischof insbesondere die Kinder mit ein und zwei mutige Mädels durften mit dem großen Klöppel ebenfalls die Glocke erklingen lassen. Eine eindrucksvolle Urkunde bestätigt von kirchlicher Seite, dass die neue Marienglocke in Massenhausen nun ihren Dienst tun darf. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von den Kohlstatt- Musikanten sowie der Chorgemeinschaft Massenhausen-Giggenhausen. Extra für diesen Anlass hatte Chorleiterin Alexandra Karl für das schwedische Volkslied „Klinga mina klockor“ einen deutschen Text mit dem Titel „Klinget meine Glocken“ verfasst, der von der Hoffnung erzählt, dass der Klang der Glocken Trost, Hoffnung und Frieden verkünden möge.
Beim gemeinsamen Mittagessen im Pfarrergarten begrüßte Ortssprecher Otto Radlmeier die Gäste und bedankte sich bei allen, die sich an diesem Projekt beteiligt hatten. Dazu gehörten nicht nur jene, die die gesamte Organisation übernommen hatten, sondern insbesondere auch alle Spenderinnen und Spender. Sein Dank ging auch an die Kommune für den großzügigen Beitrag in Höhe von 9000 Euro. Maria Lintl, stellv. Landrätin, gratulierte im Namen des Landkreises. Neufahrns 1. Bürgermeister Ozan Iyibas ging in seiner beeindruckenden Ansprache auf Geschichte und Bedeutung der Kirchenglocke ein, „sie hängt hoch oben im Turm – und doch erreicht ihr Klang uns Menschen hier unten – ein schönes Sinnbild für die Verbindung zwischen Himmel und Erde.“ Auch er dankte allen, die gespendet, organisiert, geplant, angepackt und nicht lockergelassen haben und durch deren großes Engagement dieses Projekt getragen wurde. Sein Blick ging zudem in die ferne Zukunft „Unsere Kinder werden diese neue Glocke hören, unsere Enkel werden sie hören, und vielleicht stehen hier in 100, 200 oder sogar 400 Jahren Menschen, deren Namen wir niemals kennen werden – und auch sie werden diesen Klang über Massenhausen hören.“ Er ist davon überzeugt: „Wir haben heute Geschichte fortgeschrieben!“
Dieser Tag sollte ein Festtag für die ganze Gemeinde werden. Deshalb gab es auch nachmittags und abends noch verschiedene Angebote, die von den Gästen zahlreich wahrgenommen wurden. In einer Ortsführung, ausgehend vom Aussichtspunkt Gappnigg, erklärte Otto Radlmeier historische Details. Mesner Stefan Heiger lud zu einer Kirchenführung ein. Ein gemütliches Beisammensein mit Kinderprogramm, Kaffee und Kuchen am Nachmittag und ein stimmungsvolles Lampionfest am Abend ergänzten das umfangreiche Programm.
Wie geht es mit alter und neuer Glocke nun weiter? Die alte Glocke wird einen dauerhaften Platz in der Nähe der Kirche finden und dort als „Massenhausener Friedensglocke“ bei passenden Gelegenheiten angeschlagen werden. Wenn der neue Glockenstuhl fertig eingebaut ist, wird voraussichtlich Anfang Oktober die neue Glocke (sie wiegt rund 480 Kilogramm) in den Turm hochgezogen und mit Ledergurten am Glockenjoch befestigt werden. Es war ein denkwürdiger Tag für Massenhausen, an den man sich bestimmt noch lange erinnern wird. Dass vielleicht der eine oder andere irgendwann seinen eigenen Kindern von diesem Festtag erzählen wird, erhofft sich auch Bürgermeister Ozan Iyibas und er wünscht sich, dass er oder sie dann voller Stolz sagen wird: „Ich war damals dabei, 2026, als unsere neue Glocke geweiht wurde!“
Für Sie berichtete Maria Schultz.



























