150 Jahre Einsatz, wenn es brennt

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v.l.n.r. Stephan Oberauer (Erster Vorstand), Ludwig Felsner (Erster Kommandant), Helmut Schmid (Kreisbrandinspektor), Leon Eckert (MdB Bündnis 90/Die Grünen und Feuerwehrmann bei der Freiwilligen Feuerwehr Eching), Johannes Becher (Bay. Landtagsabgeordneter, Grüne), Florian Herrmann (Leiter der Bayerischen Staatskanzlei) und Franz Heilmeier (Bürgermeister) feiern in einem Gottesdienst das Jubiläum und die Weihe des neuen Fahrzeugs

Freiwillige Feuerwehr Mintraching feiert drei Tage großes Jubiläum

Vor dem Gang aufs stille Örtchen verlangt das „beste Hygieneteam im Landkreis“, Stefanie Erl und Markus Bergmair, zur Auftaktparty „Isarrauschen“ des dreitägigen Feiermarathon der Freiwilligen Feuerwehr Mintraching vor allem eines: Hosen runterlassen und bekennen! Gefragt ist die Schlauchlänge und das vor Eintritt in die Oase der Erleichterung. Für den längsten klingelt Thron-Hoheit Stefanie sogar unüberhörbar die Glocke. „Dann wissen alle, dass einer mit ´nem C-Rohr da ist“, verkündet Bergmair lachend. „Ja, und wir messen auch nach, das ist ein ganz wichtiges Detail, denn so einen Schlauch hat ja irgendwie jeder“, prustet „Fachfrau Svetlana“ alias Erl schelmisch los. Bei so manchen läuft an dieser Stelle sichtbar das Kopfkino an, doch der Hauptdarsteller ist in diesem Fall äußerst harmlos: es handelt sich um den Gartenschlauch. Trotz drohend dunkler Wolkenwand bleiben die beiden gelassen, auch ohne Schutz: „Es regnet nicht, hat uns der Auftraggeber gesagt. Zwar haben die Raucher, die Grillhütte und alle anderen einen Schirm, aber es regnet nicht.“ Manchmal versetzt der Glaube leider keine Berge, nur wenige Minuten öffnet der Himmel seine Schleusen, was die gute Laune weder des “Hygieneteams” noch der Gäste trübt. Nach und nach trifft das entschlossene Partyvolk ein: „Wir konnten nicht recht einschätzen, wie das jetzt wird, aber es kommen immer mehr Leute, die Spaß haben wollen“, stellt Hans Mayer, ehemaliger Vorstand, fest.

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Mit der richtigen Einstellung in die Zukunft

Nach einem zweiten launigen Abend mit Kabarettistin und Schauspielerin „Mama Bavaria“ Luise Kinseher steuert die Jubiläumsfeier sonntags auf den Höhepunkt zu. Neben dem Leiter der Bayerischen Staatskanzlei Florian Herrmann, formieren sich zahlreiche befreundete Feuerwehrkameraden aus anderen Gemeinden und Mitglieder vieler Vereine, zu einem Zug, der sich durch Mintraching zur Kirche St. Margareth bewegt. Pfarrer Wolfgang Lanzinger hebt vor allem die Leistung der Kameraden hervor, die in 150 Jahren „immer wieder angepackt und etwas Neues in die Wege geleitet haben, die umstrukturiert haben, die Feuerwehr besser und größer gebaut haben“. Von jeher stehe der Spruch „Gott zur Ehr´, dem nächsten zur Wehr“ für die Diensteinstellung der Ehrenamtlichen: „Leben zu retten und zu schützen, heißt, den Schöpfer des Lebens zu ehren.“ Das sei Voraussetzung für „unser Zusammenleben“: „Wenn die Sirene geht, gilt es, alles stehen und liegen zu lassen und sich sofort auf den Weg zu machen. Für die Gemeinschaft muss man manchmal etwas liegen lassen, auch wenn es schmerzt, sonst gibt es keine Gemeinschaft.“ Lanzinger betont die positive Haltung der Kameraden, denn nur so könne es ehrenamtlich engagierte Menschen geben: „Respekt dafür. Wenn die Freiwilligen weiter so denken und handeln, werden sich auch zukünftig junge Menschen finden, die hier mitmachen wollen.“

„Es ist ein gutes und erfüllendes Gefühl sich einzubringen, anderen zu helfen. Wenn ich die Leistung der Mintrachinger Kameraden sehe, bin ich stolz.“

Helmut Schmid, Kreisbrandinspektor

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Helfen für das gute Gefühl

Bayerische Feuerwehren zählen zu den ältesten Bürgerinitiativen:„Damals haben sich Menschen Gedanken gemacht, wie man in Not geratenen Bürgern schnell und effektiv helfen kann. Feuerwehren sind bis heute unerlässlich 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr” , so Kreisbrandinspektor Helmut Schmid. “Ohne das Ehrenamt könnte der Brandschutz in den 2.056 Gemeinden in Bayern nicht gewährleistet sein.“ Alleine im Landkreis Freising leisten in 82 Freiwilligen Feuerwehren über 3.500 ehrenamtliche Frauen und Männern ihren Dienst am Nächsten. Warum es Menschen gibt, die sich selbst in Gefahr bringen, um andere zu retten, liegt für Schmid auf der Hand: „Es ist ein gutes und erfüllendes Gefühl sich einzubringen, anderen zu helfen. Wenn ich die Leistung der Mintrachinger Kameraden sehe, bin ich stolz.“

Selbstverständliches Handeln

Ludwig Felsner, erster Kommandant, freut sich über das im Gottesdienst geweihte neue Dienstfahrzeug: „Das Serienmodell eignet sich hervorragend zum Transport von Personen, Material, zur Absicherung von Einsatzstellen und was uns ganz besonders wichtig ist: für die Jugend. Wir haben eine starke Jugendgruppe. Es war schwierig sie mit den Löschfahrzeugen zu transportieren.“ Auch der neue, von der Gemeinde unterstütze Anbau für die Fahrzeuge, sei großartig: „Das formuliert die Mintrachinger Feuerwehr in größter Bescheidenheit“, reagiert Bürgermeister Franz Heilmeier: „Tatsache ist, dass die Kameraden hier in vielen unzähligen Stunden in Eigenleistung gearbeitet haben und man sieht, wie es gelingen kann.“

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Gemeinsam macht die Stärke

Bundestagsabgeordneter Leon Eckert (Grüne) und Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Eching zeigt sich auf der anschließenden Feier „total stolz“. „Wir feiern hier 150 Jahre aktiv Verantwortung. Ich freue mich, dass ich im Bundestag jeden Tag für den Katastrophenschutz und damit auch für die Feuerwehr streiten kann“, kündigt der junge Politiker und Kamerad an und verspricht: „Wenn ihr ein Problem habt, wendet euch an mich, gerade wenn es um Kommunikation und Förderung geht. Frei nach der Devise: „Ohne Mampf, keinen Kampf“, fasst sich dann Bayerns Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Medien kurz: „150 Jahre Dienst am Nächsten und Einsatz, wenn es brennt, deshalb der Dank jenen, die sich damals auf diesen Weg gemacht haben. Es waren weniger Menschen ohne die heutige Technik, aber man hat erkannt, dass man sich gegen Brand- und andere Gefahren wehren muss. Das geht am besten, wenn sich alle zusammentun und gemeinsam vorgehen.“

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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