Erfolgreiches Konzept: AubiM

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v.l.n.r.: Alexander Meßner (Geschäftsleitung Gemeinde Neufahrn), Thomas Hoffleisch (Standortförderung Neufahrn), Melisa Kök (Personalverwaltung Gemeinde Neufahrn), Elisabeth Graßl (Auszubildende Gemeinde Neufahrn), Wolfgang Huber (Bauhofleiter Neufahrn).

Erfolgreiches Konzept: 29 Betriebe und Unternehmen werben um Nachwuchs

15 Schulklassen besuchen Ausbildungsmesse

Was willst du werden?“ Die Frage wirft bei vielen Jugendlichen weitere Fragen auf.  Die Kindergartenjahre mit konkreten Berufswünschen wie Polizist, Humanmedizinerin, Veterinärin oder Lehrer sind lang vorbei. Jetzt ein paar Jahre später stellt sich für viele Schüler ab der achten Klasse und deren Eltern die Berufswelt mit all ihren Möglichkeiten und Chancen als unüberschaubares und sehr komplexes Feld dar. Wie sinnvoll kann es sein mit der Schule weiterzumachen oder doch besser eine Ausbildung und wenn ja, welche? Der Wandel in der Arbeitswelt hat es in sich, dazu ist die Lehrmeister-Devise „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ längst passé. Vielmehr müssen sich Firmen angesichts des eklatanten Fachkräftemangels in allen Branchen um Nachwuchs bemühen. Wer morgen Talente in seinem Unternehmen beschäftigen will, darf heute die Hände nicht in den Schoß legen.

Kurze Wege, große Chancen: Gezieltes Recruiting

Ausbildungsmessen bieten in diesem Zusammenhang eine ideale Plattform, um suchende Auszubildende und bietende Ausbilder zusammenzubringen. „Wir wollen unsere Unternehmen vor Ort bei der Fachkräftefindung unterstützen und so auch die Arbeitswege für potenzielle Arbeitnehmer verkürzen, was ja für alle Vorteile hat“, erklärt Thomas Hoffleisch von der Standortförderung Neufahrn. Gemeinsam mit Ines Mannseicher von der Wirtschaftsförderung Eching bilden die beiden Organisatoren mit ihren jeweiligen Teams eine erste Anlaufstelle: „Wir haben 2022 begonnen, von Beginn an wurde sie sehr gut angenommen“, stellt Ines Mannseicher fest: „Heute stellen wir im Bürgerhaus Eching 107 Ausbildungsberufe und duale Studiengänge vor.“ Das Angebot richtet sich vor allem an die Schüler der Mittel- und Realschulen, aber auch des Oskar-Maria-Graf-Gymnasiums.

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Das perfekte Match

Im ersten Stock des Bürgerhauses summt es wie in einem Bienenstock. Überall stehen Schüler im Gespräch mit Firmenvertretern. Über ein digitales Matching-System der Landshuter Firma RECREWT, sind die Jugendlichen vorbereitet. Die App unterstützt auf spielerische Weise eigene Fähigkeiten und Neigungen einordnen und sich so besser orientieren zu können. Bei den künftigen Arbeitnehmern sorgt es so für einen ersten Überblick, damit sie nicht wahllos von einem zum anderen Stand ziehen, sondern gezielt auf Firmen zugehen zu können. Verena Sedlmeier und ihre Schwester, die auf zehn Jahre Erfahrung als Sozialpädagogin an Schulen zurückblicken kann, gründen vor ein paar Jahren RECREWT mit zwei IT-Spezialisten. „Das Matching-Tool bereitet die die Schüler wirklich optimal vor. Schon im Vorfeld begleitet RECREWT das Ausbildungs-Matching und nimmt mit Unternehmen Kontakt auf, die dann die passenden Ausbildungsberufe vorstellen können“, erklärt Ines Mannseicher.

Messeauftritt lohnt sich

Barbara Ramstötter, Mitarbeiterin bei Biozol Vertrieb GmbH, gefällt die Organisation sehr: „Wir sind das erste Mal hier, haben seit Jahren Praktikanten und bilden auch aus. Hier ist alles bestens organisiert.“ Auch ihr Kollege Michael Simon, stellvertretender Teamleiter und Ausbilder im Customer Service findet lobende Worte: „Besonders haben mir die Laufzettel der Schüler gefallen, da sie sich bereits im Vorfeld mit der Berufsmesse auseinandersetzen mussten. Wir haben die Schüler sehr motiviert erlebt. Jetzt hoffen wir, dass für uns etwas bei rumkommt, aber ich bin eigentlich sehr zuversichtlich. Mega cool ist wirklich, dass hier Schüler aus Neufahrn und Eching sind, das sind kurze Wege.“ Matthias Christ (Customer Service Biozol) steht als ehemaliger Azubi mit am Stand und erlebt den überwiegenden Teil der Schüler sehr interessiert, die sehr genaue Fragen zum Berufsfeld stellen: „Auch ob ein Auslandsaufenthalt planbar und möglich sei oder welche Abteilungen bei einer Ausbildung zu durchlaufen sind.“ Besonders vorteilhaft sei das persönliche Gespräch, betont Christ: „Das ist einfach etwas anderes als sich etwas online anzuschauen. So entstehen ganz andere Verbindungen.“

»Wir wollen unsere Unternehmen vor Ort bei der Fachkräftefindung unterstützen und so auch die Arbeitswege für potenzielle Arbeitnehmer verkürzen, was ja für alle Vorteile hat.«

Thomas Hoffleisch, Standortförderung Neufahrn

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Messbar: Erfolgskonzept Ausbildungsmesse

Thomas Hoffleisch zieht zufrieden Bilanz. Für die Schüler sei das niedrigschwellige Angebot eine Möglichkeit „den Fuß in die Tür zu bekommen“. Der Erfolg der Messe sei nachweisbar, so Hoffleisch: „Wir hören immer wieder, dass die Firmen mit der Messe Leute für sich gewinnen konnten, was uns natürlich sehr freut. Das können wir auch in Statistiken abbilden.“ In erster Linie zielt das Angebot auf Schüler ab, aber auch auf weitere interessierte Arbeitnehmer, erklärt Hoffleisch: „Deswegen öffnen wir die Messe nachmittags auch für die Allgemeinheit. Unternehmen können ihre Stellenangebote bewerben. Da gibt es den einen oder anderen, der so einen Job findet.“ Mannseicher spricht noch einmal die vielen Möglichkeiten an, die sich für Jobsuchende bieten: „Das Angebot ist riesig, es gibt so viele Umschulungsmöglichkeiten oder Weiterbildungen, die wir hier präsentieren.” So gesehen eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: ”Die Unternehmen zeigen sich, umgekehrt ist es möglich mit den Unternehmen direkt in Kontakt zu treten und nachzufragen. Für die Schüler ist es vorgegeben, aber wir haben auch viel Werbung für jeden gemacht, der sich umschauen möchte.“ 

Michael Simon (li) und Matthias Christ (re) stehen für Biozol das erste Mal auf einer Ausbildungsmesse
Rede und Antwort.

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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