Rektorin Ina Fischbach und Konrektor Thomas Hartmeier mit Schulhund Niska. (Foto © Gemeinde Neufahrn)
Interview mit Ina Fischbach, Rektorin und Thomas Hartmeierder, Konrektor der Jo-Mihaly-Mittelschule
Ina Fischbach ist seit Beginn des Schuljahres 2025/2026 Rektorin der Jo-Mihaly-Mittelschule in Neufahrn. Unterstützt wird sie von Konrektor Thomas Hartmeier, der bereits im Schuljahr zuvor als kommissarischer Rektor Verantwortung übernommen hatte. Das sympathische Leitungsteam nahm sich Zeit für ein ausführliches Gespräch über ihre Schule, ihre Schülerinnen und Schüler – und ihre Pläne für die Zukunft.
• Frau Fischbach, Sie sind seit diesem Schuljahr Rektorin der Jo-Mihaly-Mittelschule. Wie waren Ihre ersten Monate?
Ina Fischbach: Sehr ereignisreich. Auch wenn man zuvor schon in der Schulleitung tätig war, ist eine neue Schule immer etwas Besonderes. Jede Schule hat ihre eigenen Strukturen, ihre eigene Schülerschaft und natürlich viele Menschen, die man erst kennenlernen muss. Entsprechend gab es viele neue Eindrücke, aber ich wurde hier von Anfang an sehr herzlich aufgenommen.
• Was hat Sie besonders gereizt, nach Neufahrn zu kommen?
Ina Fischbach: Zum einen natürlich die Aufgabe als Schulleiterin. Zum anderen der Standort mit einer Mittelschule im Verbund, die auch den M-Zug anbietet. Dadurch können wir den Schülerinnen und Schülern viele Möglichkeiten eröffnen, etwa durch verschiedene berufsorientierte Zweige oder Angebote wie den Stützpunkt Sport. Es ist schön zu sehen, dass die Jugendlichen hier gut aufgehoben sind.
• Herr Hartmeier, Sie haben die Schule im vergangenen Schuljahr kommissarisch geleitet. Wie erleben Sie die Jo-Mihaly-Mittelschule?
Thomas Hartmeier: Die Schülerschaft ist sehr angenehm, oft deutlich besser als ihr Ruf. Besonders im M-Zweig erleben wir viele motivierte und gut zu führende Schülerinnen und Schüler. Natürlich ist Schule immer auch herausfordernd, egal ob Grundschule, Mittelschule oder Gymnasium. Aber genau das gehört zu unserem Beruf: Wir vermitteln nicht nur Wissen, sondern begleiten junge Menschen auch in ihrer sozialen Entwicklung.
• Mittelschulen stehen für Praxisnähe und Berufsorientierung. Was macht dieses Konzept so wertvoll?
Fischbach: Unsere Schülerinnen und Schüler können schon früh verschiedene Berufsfelder kennenlernen. Ab der siebten Klasse schnuppern sie in die Bereiche Technik, Soziales oder Wirtschaft hinein und entscheiden sich anschließend für einen Zweig. Dazu kommen mehrere Praktika. Das ist eine hervorragende Vorbereitung auf das spätere Berufsleben, weil die Jugendlichen Berufe nicht nur theoretisch kennenlernen, sondern auch praktisch erleben.
Hartmeier: Dazu kommen Kooperationen mit der Berufseinstiegsbegleitung und vielen Betrieben. Unsere Schülerinnen und Schüler sind regelmäßig in Praktika, manche bekommen darüber sogar schon ihre Ausbildungsplätze. Einige nutzen zusätzlich freiwillige Praktika in den Ferien, um sich bei möglichen Arbeitgebern zu präsentieren.
• Welche Rolle spielt das Kollegium im Schulalltag?
Fischbach: Eine sehr große. Schule funktioniert nur mit einem engagierten Kollegium. Unterricht allein reicht nicht – zum Schulleben gehören Projekte, Arbeitsgemeinschaften, Wettbewerbe und viele zusätzliche Angebote. Dafür braucht es Lehrkräfte, die sich über den Unterricht hinaus einbringen.
Hartmeier: Ein großer Vorteil an der Mittelschule ist auch das Klassenlehrerprinzip. Die Lehrkräfte kennen ihre Klassen sehr gut und können intensiver begleiten. Das stärkt die Beziehung zwischen Lehrkraft und Schülerinnen und Schülern und hilft auch, wenn es einmal Schwierigkeiten gibt.
• Auch die Jugendsozialarbeit spielt eine wichtige Rolle.
Fischbach: Absolut. Unser Schulsozialpädagoge Christoph Oberschätzl ist ein großer Gewinn für die Schule. Er ist täglich vor Ort, unterstützt bei Konflikten, hilft bei der Praktikumssuche und begleitet Projekte und AGs. Für viele Schülerinnen und Schüler ist er ein wichtiger Ansprechpartner.
Hartmeier: Als wir zeitweise ohne Schulsozialarbeit auskommen mussten, hat man sofort gemerkt, wie groß diese Unterstützung ist.
• Ihre Schule arbeitet auch mit externen Partnern zusammen, etwa mit der LMU München im Bereich Künstliche Intelligenz.
Hartmeier: Wir sind Pilotschule in einem LMU München Projekt im Fach Deutsch und setzen dafür die KI Anwendung FelloFish ein. Die Plattform gibt unseren Achtklässlern im M Zweig direkt individuelles Feedback zu ihren Texten, etwa zu Inhalt, Ausdruck, Grammatik oder Rechtschreibung. Dadurch sehen die Schülerinnen und Schüler sofort, was schon gut gelingt und was sie noch verbessern können. So machen sie schneller Fortschritte und erkennen ihren Lernzuwachs unmittelbar.
Fischbach: Gleichzeitig lernen sie, mit KI verantwortungsvoll umzugehen und Ergebnisse kritisch zu hinterfragen – eine wichtige Kompetenz in Zeiten von Fake News.
• Neben dem Unterricht gibt es viele zusätzliche Angebote an der Schule.
Fischbach: Schule ist mehr als Lernen. Unsere Schülerinnen und Schüler können sich in Sportangeboten, Tanzprojekten, bei den Schulsanitätern oder in verschiedenen Arbeitsgemeinschaften engagieren. Aktuell entsteht zum Beispiel ein eigener Schulrap, den einige Jugendliche gemeinsam mit dem Rapper Microwave entwickeln.
Aber auch die beginnenden Kooperationen zum Beispiel mit dem Senioren-Zentrum Neufahrn und den Neufahrner Grundschulen in verschiedenen Projekten sind eine wertvolle Ergänzung für unsere Schülerinnen und Schüler.
Hartmeier: Solche Angebote geben auch Schülerinnen und Schülern eine Bühne, die im Unterricht vielleicht weniger im Mittelpunkt stehen. Sie erleben Wertschätzung und stärken ihre Verbindung zur Schule.
• Wie verändert die Digitalisierung den Unterricht?
Fischbach: Digitale Tafeln und Geräte ermöglichen einen sehr flexiblen Unterricht. Man kann aktuelle Themen schnell aufgreifen und Materialien direkt einbinden.
Hartmeier: Gleichzeitig ist uns wichtig, dass digitale Geräte bewusst als Arbeitsmittel genutzt werden. Deshalb stellt die Gemeinde Leihgeräte zur Verfügung, die speziell für den Unterricht eingerichtet sind.
• Wie gehen Sie mit Handys im Schulalltag um?
Fischbach: Während der Schulzeit bleiben die Handys weg.
Hartmeier: Die Ablenkung wäre einfach zu groß. In den Klassenzimmern gibt es deshalb sogenannte Handygaragen – das hat sich sehr bewährt.
• Welche Ziele haben Sie für die kommenden Jahre?
Fischbach: Wir möchten unsere Projekte weiterentwickeln und die Zusammenarbeit mit Partnern ausbauen – mit Betrieben, Grundschulen oder sozialen Einrichtungen. Wichtig ist uns, dass unsere Schülerinnen und Schüler gut vorbereitet in ihre berufliche Zukunft starten.
Hartmeier: Auch baulich gibt es Perspektiven, etwa durch den geplanten Neubau der dritten Grundschule mit gemeinsamer Aula und Mensa. Das würde unseren Schulalltag deutlich verbessern.
Schnuppertag an der Jo-Mihaly-Mittelschule am 16.04.2026
Wer sich selbst ein Bild von der Jo-Mihaly-Mittelschule machen möchte, hat dazu bald Gelegenheit: Am 16. April von 14 bis 16 Uhr lädt die Schule zu einem Schnuppertag ein. Interessierte Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern können dabei Unterricht, Projekte und Angebote der Schule kennenlernen und mit Lehrkräften ins Gespräch kommen.
Auch ein Blick in die Fachräume ist möglich, etwa in die moderne Schulküche, die im Unterricht intensiv genutzt wird. „Viele kennen unsere Schule nur von außen“, sagt Rektorin Ina Fischbach. „Beim Schnuppertag kann man sehen, was alles dahintersteckt und welche Möglichkeiten wir unseren Schülerinnen und Schülern bieten.“
Jo-Mihaly-Mittelschule Neufahrn b. Freising
Galgenbachweg 30
85375 Neufahrn b. Freising
08165/64746
E-Mail: ms-sekretariat@neufahrn.de
Pressemitteilung aus dem Rathaus Neufahrn.








