Max Osswald plaudert über die Entstehung seines Debütromans
Vorstellung des Debütromans von Max Osswald mit Poetry Slam und interaktiven Elementen
Michaela Reidel, die Leiterin der Gemeindebücherei Neufahrn hatte einen Abend angekündigt mit Comedy, Gesprächen, Poetry Slam, interaktiven Elementen und natürlich Passagen aus dem Buch: „Von hier betrachtet sieht das scheiße aus“. Max Osswald will mit seinem Debütroman, den Nerv einer ganzen Generation treffen, die heute nicht mehr so optimistisch in die Zukunft blickt. In der ausverkauften Gemeindebibliothek erfüllte der Autor alle angekündigten Punkte mit hohem Unterhaltungswert, dabei kurzweilig, mit tiefgründigem Humor und gleichzeitig einer rasiermesserscharfen Analyse der Hoffnungslosigkeit. Max Osswald stellt im ersten Kapitel seines Romans seinen Protagonisten Ben Schnieder (29) vor, dem das Leben nichts mehr zu bieten hat und der deshalb beschließt „sich das Leben nehmen zu lassen“. Ein Auftragsmörder soll den Job innerhalb von 50 Tage erledigen. Als nächstes beantwortete der Romanautor die Fragen der Zuhörer. Das Interesse galt seinem Einstieg in die Schriftstellerei bzw. wie ein Roman entsteht. Osswald berichtete, dass im Jahr 2017 „eine etwas merkwürdige Veranstaltung, ein Speaker Event“, das auslösende Moment war. Unter den damaligen Zuhörern war eine Lektorin, die begeistert war und ihn aufforderte doch einmal einen Roman zu schreiben.
Für die erste Hälfte benötigte Max Osswald dann 1 ½ Jahre, für den zweiten Teil nur 1 ½ Monate. Natürlich ist mit der Einreichung eines Skripts ein Buch noch nicht fertig. Für beste Unterhaltung sorgten deshalb die Auszüge aus seiner umfangreichen Konversation mit seiner dtv Lektorin Anna Teufel. Freizügig stellte er auch eine „Best-of“ Liste seiner schriftstellerischen Korrekturbedarfe vor. Ein klarer Beleg dafür, dass sich Autor und Lektorin bestens verstehen. In den nächsten Buchkapiteln, wurde aufgezeigt wie der Protagonist Ben sein Leben verwaltet, aber nicht lebt und dann für die letzten 50 Tage seines Lebens alles aufräumt, was man so gebraucht hat. Getrennt wird in 3 Kartons nach den Kriterien Müll, Spenden und Behalten für die Nachwelt; eine der tiefgründigen Passagen des Romans die Lust auf den Kauf des Buches macht.
Für beste Unterhaltung sorgte auch ein Poetry Slam Beispiel mit einem Text zum Thema „Bereuen“. Hier kam das schwäbische Herz des Autors voll zum Zug mit der typischen Steigerung „schön, schöner, umsonscht“. Fest steht für Oswald auch, wenn er einmal Vater wird, dann heißt das Kind Thomas, auch wenn es eine Tochter ist, und zwar nur deshalb um die Chancen auf einen Posten als Unternehmensvorstand in einem „DAX notierten Unternehmen“ zu erhöhen. Die Neufahrner meinten zum Ende der Veranstaltung „von uns aus betrachtet war der Abend ausgesprochen unterhaltsam“.
Max Osswald
„Von hier betrachtet sieht das scheiße aus“
dtv-Verlag
ISBN:978-3-423-21999-0
Preis: 11,95€
Für Sie berichtete Dieter Migge.












