Jubilar Ernst Keller zusammen mit Ehefrau Georgine
Ernst Keller, der nicht nur in seinem Wohnort Fürholzen, sondern im ganzen Landkreis und auch darüber hinaus bekannte und geschätzte Heimatforscher, wurde am 12. September 80 Jahre alt. Das schöne Altersjubiläum hat er mit rund 70 geladenen Gästen im Gemeinschaftshaus Fürholzen zünftig gefeiert. Neben Freunden, Nachbarn und Weggefährten waren die wichtigsten (und liebsten) Gratulanten seine Familie, darunter auch Urenkel Simon, zu dem sich zur großen Freude des Uropas bald ein Geschwisterchen gesellen soll. Die Glückwünsche der Gemeinde überbrachte 3. Bürgermeister Christian Meidinger.
Ein besonderer Dank des Jubilars galt allen voran Ehefrau Georgine, „ die ihn bei seinen vielen Aktivitäten stets den Rücken frei gehalten“ habe, aber ebenso Tochter, Sohn und den beiden Enkelkindern, die gemeinsam die große Geburtstagsgesellschaft gastfreundlich verwöhnten. Für die Musi zeichneten als besondere Zweimannkapelle Norbert Langwieser und Erich Manderla verantwortlich, die bereits vor 54 Jahren anno 1972 zur Hochzeit von Ernst Keller mit der Fürholzer Wirtstochter Georgine Reichlmayr, damals noch als Trio, in deren familieneigener Gastwirtschaft „gsunga und gspuit“ hatten. Als langjähriger Freund war es Otto Radlmeier, Vorsitzender des Kreiskriegerund Soldatenverbandes Freising vorbehalten, die launige Laudatio auf den Keller Ernst zu halten, in die sich auch allerlei Anekdotisches mischte.
Als jüngstes von fünf Kindern wurde er 1946 auf der Flucht im österreichischen Sankt Martin geboren. Seine in Slawonien (im heutigen Kroatien) ansässige Familie gehörte zu den deutschsprachigen Donauschwaben, die im zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Ab dem Alter von vier Jahren in Freising aufgewachsen und zur Schule gegangen, trat er nach der Mittleren Reife in den Staatsdienst ein und war 45 Jahre lang in München als Finanzbeamter tätig. Neben dem Fußball hatte er eine Begabung für musische Fächer. So lernte er auch im fortgeschrittenen Alter noch Akkordeon zu spielen, trat als Duo oder Trio sogar auf dem Nockherberg auf. Als junge Eltern betrieben Keller und seine Frau gemeinsam mit den Schwiegereltern eine Gastwirtschaft, bevor sie 1978 den Familienbetrieb aufgaben.
Einen guten Namen hat sich der Jubilar als ehrenamtlicher Heimatforscher, Autor von fünf Büchern, vieler weiterer Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge und Filmemacher in Personalunion gemacht. Mit Leidenschaft und Akribie widmete sich Keller seinen historischen Recherchen und bewahrte viele Geschicke und Geschichte(n) aus der Region vor dem Vergessen, angefangen von seinem Erstling „Fürholzen – Geschichte(n) eines alten Dorfes“( 1999) bis zu seinem jüngsten Buch „Freising wie es früher einmal war“ das 2024 anlässlich der 1300-Jahr- Feier erschienen ist. Dabei förderte er auch bis dato unbekannte Fakten zu Tage und hielt damit die Vergangenheit lebendig.
Die höchste Aufmerksamkeit, weiteste Verbreitung und größten Meriten erzielte Ernst Keller mit einem „dokumentarischen Doppelpack“. Unter dem Titel „Als der Luftkrieg in unsere Heimat kam“ entstanden ein eindrucksvoller Film, der auch heute noch für volle Säle sorgt, und anschließend das Buch zum Film (2017), ein „Bestseller“, so Otto Radlmeier. Schwerpunkt bildet das traurige Kapitel über den Bombenangriff der Amerikaner am 18. 4.1945 auf Freising, wenige Tage vor Kriegsende. Daneben wurde Keller für verschiedene Fernseh-Produktionen interviewt, beispielsweise bei Portraits über Armin Maiwald oder Robert Lembke. Er erhielt für sein (bisheriges) Lebenswerk und insbesondere für seinen heimatkundlichen „Antikriegsfilm“ 2017 den Kultur-Anerkennungspreis des Landkreises Freising und letztjährig auf den Tag genau an seinem 79.Geburtstag, das Bundesverdienstkreuz.
Anstelle von Geschenken erbat sich das Geburtstagskind einen freiwilligen Obulus, mit dem eine Infotafel zur Ortsgeschichte auf dem ehemaligen Ökonomiepfarrhof finanziert werden soll.
Für Sie berichtete Ulrike Wilms.








