75 Jahre im Orgeldienst

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Seit 75 Jahren spielt Lenis Ismaier regelmäßig in der Mintrachinger Kirche auf der Orgel. Leider bleibt wegen Corona bleibt derzeit nur das häusliche Klavier.

Seit 1945 spielt Leni Ismaier regelmäßig
in der Mintrachinger Kirche

Georg Rupp, ehemaliger Leiter des Kirchenchors von St. Margareth, weiß es ganz genau: „Die Magdalena ist am Neujahrstag beim Mittagsläuten im Schatten des Mintrachinger Kirchturms geboren.“ Kein Wunder, dass die Mintrachinger Kirche mit ihren Glocken im Leben von Leni (Magdalena) Ismaier, geborene Meier, immer eine große Rolle spielte.

Johann Jungmann war von 1926 bis 1953 Pfarrer in Neufahrn und sie erzählt von ihm: „Der Pfarrer Jungmann war oft am Sonntagnachmittag beim Kaffee in meinem Elternhaus. Er hat dafür gesorgt, dass ich nach Freising ins Kloster zur Schwester Ignatia zum Klavierunterricht gehen darf.“ Das war 1943, da war sie gerade mal zehn Jahre alt und das einzige Mädchen im Dorf, das Klavierspielen konnte. Zu dieser Zeit wusste sie es noch nicht, aber das war die Grundlage für eine Aufgabe, die sie 75 Jahre lang beschäftigen sollte. Ab 1945, im Alter von zwölf Jahren, begleitete sie auf dem kircheneigenen Harmonium jeden Sonntag den Gottesdienst, „damals haben wir immer die gleiche Choralmesse gesungen“.

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1953 nahm sie in der Kirchenmusikschule des Erzbischöflichen Ordinariats in München an einem Orgelkurs teil und anschließend lernte sie noch einmal ein Semester lang Klavier. Seit 1968 spielte sie dann durchgehend, meistens in Mintraching, bei Gottesdiensten, Beerdigungen und Hochzeiten. Zwei Jahre lang war sie sogar in zwei Kirchen „im Dienst“, in Neufahrn und in Mintraching: Vorabend- und Sonntagsgottesdienste, insgesamt vier Termine an jedem Wochenende, davon einer in Mintraching und drei in Neufahrn. „Wenn der Gottesdienst in Neufahrn mal länger gedauert hat, dann hab‘ ich es manchmal erst bis zum Gloria nach Mintraching geschafft“, erzählt sie schmunzelnd.

Fragt man sie, was ihre liebsten Stücke waren, dann muss sie nicht lange nachdenken: „Lateinische Messen hab‘ ich gern gespielt… – und das Ave Maria…“. Noch heute weiß sie die Nummern der Lieder im (alten) Gotteslob auswendig. Das waren ihr die liebsten: „O Jesu, all mein Leben bist du“ und „Von guten Mächten“ und dann fällt ihr noch ein „Meine Hoffnung und meine Freude“.

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Dass sie für diese Lebensleistung geehrt werden soll, ist selbstverständlich, aber bedingt durch die Corona-Regelungen ist dies derzeit nicht machbar. Zur Zeit spielt Leni Ismaier zwar nur auf dem häuslichen Klavier, doch Pfarrer Wolfgang Lanzinger vertraut fest darauf, dass sie in Mintraching an der Orgel sitzt, sobald wieder Gottesdienste gehalten werden dürfen. Und er hat ihr fest versprochen: „Die Ehrung holen wir nach!“

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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