Ein echter “Saftladen”, das Mosthäusl

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Läuft! Im “Saftladen” Mosthäusl geht dank der starken Männer an der Obstpresse richtig was

Obst und Gartenbauverein Massenhausen

Drall, fast kugelrund und in unzähligen Farbschattierungen von sattem Rot über sanftes Gelb, bis hin zu knallig-leuchtenden Grün, ist er der „König unter den Früchten“, gilt als Symbol der Macht oder als Sinnbild weiblicher Verführungskunst: der Apfel. Seit Jahrtausenden ist das köstliche Kernobst in aller Munde. Lassen die Beißerchen den herzhaften Biss in die knackige Frucht nicht mehr zu, dient die Vitaminbombe in Flüssigform als hervorragender Durstlöscher. Wer kann und hat, bringt die Früchte vom eigenen Baum zur Verarbeitung, wie ins Mosthäusl in Massenhausen. Dort geben die kräftigen Oberarme der Männer des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins an der Saftpresse alles, um dem Obst das letzte Tröpfchen Saft auszuquetschen: „Trotz Corona sind die Leute genauso gekommen, wie immer und alles hat gut hingehau´n“, zieht Vorstand Helmut Bachhuber zufrieden Bilanz.

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Bodenständige Auswahl

An sechs Tagen im Herbst, schleppen rund 120 Liebhaber die Ernte ihrer liebevoll gepflegten Gartengewächse, kisten- und körbeweise zum Häuschen nahe der Kirche und warten geduldig in der Schlange. Zwischen die Äpfel, mischen sich Birnen und Quitten – ebenso beliebte Saftspender: „Also das, was im September und Oktober reif ist und sich zum Pressen eignet. Exotische Früchte sind eigentlich nie dabei“, meint Helmut Bachhuber, der von einem „normalen“ Erntejahr spricht: „Es war mengenmäßig eher durchschnittlich, aber wir hatten auch Leute dabei, die mit 220 Liter Saft nach Hause gegangen sind, für den Eigenbedarf nicht schlecht.“

„Heuer ist uns wirklich der „Schmatz“ mit den Leuten abgegangen. Normalerweise ratschen wir im Mosthäusl, jeder erzählt etwas.“

Helmut Bachhuber, Vorstand Obst- und Gartenbauverein Massenhausen

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Energie für alle

Es duftet typisch süß-säuerlich in dem kleinen vollständig gekachelten Raum. Die Mannschaft, ausgestattet mit obligatorischen Masken, festen Schuhwerk und Schürzen, sozusagen „dress to press“, geht zügig und routiniert vor. Fast wie am Fließband schaufeln, drücken, quetschen Äpfel und Co. und füllen den Saft in die Behältnisse ab: „Wir sind ein ernster Verein, hier passiert nichts Lustiges“, sagt Helmut Bachhuber augenzwinkernd, bedauert aber: „Heuer ist uns wirklich der „Schmatz“ mit den Leuten abgegangen. Normalerweise ratschen wir im Mosthäusl, jeder erzählt etwas. Aber wegen der Auflagen mussten die Leute draußen auf der Straße warten.“ Der „Lohn“ für die schweißtreibende Arbeit ist überschaubar. Pro Liter bekommt der Verein 45 Cent: „Davon bestreiten wir die Wartung der Maschinen, den Wasserverbrauch und dergleichen“, erklärt Helmut Bachhuber. Zum guten Schluss freut sich das Wild über den Tester (hauptsächlich feste Bestandteile der Äpfel). „Den holt der Jäger und füttert damit die Hirsche und Rehe im Wald.“

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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