Kirta-Lieder für alle, angeleitet und auf dem Akkordeon begleitet von Evi Strehl, mit Unterstützung durch Ernest Lang
Brauchtum, Lieder und Musik zur Kirchweih
Kirchweih – dafür gibt es in Bayern zahlreiche unterschiedliche Bezeichnungen und noch weitaus mehr Kirchweihbräuche sind aus den einzelnen Regionen bekannt. Am 14. Oktober lud der Heimat- und Geschichtsverein zu einem geselligen Abend ein, der sich mit diesem Fest im Kirchenjahr befasst.
Evi Strehl war Leiterin der Abteilung Volksmusik und in dieser Funktion auch Ansprechpartnerin für Fachfragen zum Thema Volksmusik beim Bayerischen Rundfunk. Sie moderierte unzählige Radiosendungen, Live-Übertragungen und Musikantentreffen. Wer also könnte besser geeignet sein, um einen Abend zu gestalten, der den Titel trägt: „A g’scheiter Kirta dauert bis zum Irta…“
Als erstes wollte sie jedoch wissen, ob es auch in Neufahrn Kirtabräuche gibt. Ja, gibt es, genannt wurde die Kirta-Hutschn, die in Mintraching zu finden ist, dann der „Zacherl“ (die Fahne, die an diesem Tag vom Kirchturm grüßt und natürlich die Kirtanudeln. Ob man die Beiträge „a Bier“ und „a gscheide Musi“ zu den Kirta-Bräuchen zählen soll, dürfte allerdings fraglich sein.
Seit wann gibt es eigentlich das Kirchweihfest? Das konnte Evi Strehl ziemlich genau datieren. Nachdem es etwas unübersichtlich geworden war, dass jede Kirche den Tag ihrer Weihe gesondert feierte, führte man um 1867 herum eine allgemeine Kirchweih ein, die traditionell am dritten Sonntag im Oktober gefeiert wird. Damit wurde – zumindest größtenteils – vermieden, dass in manchen Dörfern eine Feier die andere ablöste.
Unterstützt von ihrem ehemaligen Kollegen beim BR Ernest Lang erzählte sie nicht nur über Bräuche, sondern auch über alles, was zu einer zünftigen Kirta dazugehört, z.B. über die Tanzlinde in Limmersdorf, wo auf einem großen stabilen Podest in der Baumkrone der Kerwa-Tanz der (unverheirateten) Paare stattfindet. Oder vom Landkreis Amberg-Sulzbach, dessen jährliche Kirwa in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde. Laut Evi Strehl wären auch andere Landkreise gerne auf diese Liste gekommen, kamen aber aufgrund ihrer allzu deftigen Kirwa-Lieder-Texte nicht in die engere Wahl.
Das Ensemble der Blasmusik St. Andreas Eching sorgt für zünftige Wirtshaus-Musik.
Der Abend war ganz auf Kirchweih abgestimmt. Im Gasthof Maisberger gab es eine spezielle „Kirta-Speisenkarte“, das Ensemble der Blasmusik St. Andreas Eching sorgte für beste musikalische Unterhaltung. Auch die Gäste waren in Kirchweih-Stimmung. Auf den Tischen lagen Liedblätter mit Kirwa/Kerwa/Kirta- und Trinkliedern und das Publikum ließ sich nicht lange bitten, sondern sang kräftig mit, begleitet von Evi Strehl auf dem Akkordeon.
Zum Schluss lud die Referentin des Abends noch zu einem „echten Kirta-Tanz“ ein. Die Musikanten spielten einen „Boarischen“ und mehrere Paare walzten begeistert durch das Nebenzimmer des Bahnwirts.
Auch wenn ein paar Gäste mehr der Veranstaltung ganz gutgetan hätten, war doch insgesamt die Stimmung bestens und es bleibt die Hoffnung, dass dies nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen ist.
Für Sie berichtete Maria Schultz.













