Energiewende für Abwendung der Klimakrise

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Bürger Energie Genossenschaft – Freisinger Land eG stellt Dringlichkeit dar

Rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland erzeugen Strom, stellt Melanie Fischer, Sprecherin der Grünen in Neufahrn, auf einem „Impulsvortrag“, „Bürger Energie Genossenschaft – Freisinger Land eG“, fest: „Ich bin überzeugt, dass das eine entscheidende Kraft in Deutschland für die Energiewende sein wird.“ Für dieses Engagement brauche es Unterstützung durch Partner wie der BEG, Bürger Energie Genossenschaft, Freisinger Land. Das Ziel der BEG ist eine dezentrale Vollversorgung mit erneuerbaren Energien mit den drei Energiesektoren Strom, Wärme und Mobilität, vorsieht.

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Die Zeit tickt

Inzwischen zählt die Genossenschaft über 800 Mitglieder aus 20 Kommunen im Landkreis Freising und aus der Region München, realisiert neue Energieanlagen mit Bürgerbeteiligung, wie Bürgersolardächer in Eching, Freising oder Montessorizentrum, das Windrad Kammerberg, den Bürger-Solarpark Paunzhausen und Photovoltaik Mieterstrom in Kranzberg. Das nächste Projekt, ein Bürger-Ladenetz, steht in den Startlöchern. Mit einem einmaligen Beitrag von 250 Euro, können Bürger einen Anteil erwerben und bei Überschuss eine Gewinnausschüttung erwarten. Die Anstrengungen seien dringend notwendig, so Diplomingenieur Andreas Henze, BEG-Vorstand und Vorstand und Geschäftsführer im Solarverband Bayern: „Es ist beängstigend, wie wenig CO2- Budget uns nach den neuesten Berechnungen (März 2021) in den nächsten sieben Jahren bleiben, noch 283 Gt (Gigatonnen) bis die 1,5 Grad-Erwärmung Realität ist.“

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Viel länger als ein Menschenleben

Obwohl bekannt, führt Frank Bandle, Diplom Meteorologe und Umwelt- und Energiereferent in Neufahrn, die Folgen des Klimawandels und die Wichtigkeit des Pariser Klimaabkommens deutlich vor Augen. „1,2 Grad haben wir bereits. Bis 2027 oder 2028 haben wir die 1,5 vermuten Wetterexperten weltweit. Wir müssen jetzt alles dafür tun, dass wir nicht allzu sehr darüber hinausschießen.“ Hauptverantwortliche Treiber des Klimawandels sind einerseits Methan, das durch das Schmelzen des Permafrosts in Sibirien entsteht. Den viel größeren Anteil verursacht aber Kohlendioxid, das vor allem die USA und China produzieren. „Ein einziges Molekül ist durchschnittlich 120 Jahre in der Luft. Das, was wir fossil verbrennen, beschäftigt uns so lange“, erläutert Bandle. In der Folge erwärmen sich die Pole, wogegen der Atlantik, dort wo der Golfstrom entlang läuft, abkühlt: „Durch die schmelzenden Polkappen, da das Wasser ja irgendwo hinlaufen muss“, erklärt der Wetterexperte. „Der Kipppunkt in der Arktis kam wahrscheinlich 2015, das Eis schmilzt rasant, wir erwarten einen ersten eisfreien, arktischen Sommer 2030.“ Auch in Deutschland führen seit rund 15 Jahren veränderte Wetterlagen während des Sommers zu starker Trockenheit im Norden, im Süden zu schwül-heißen Perioden. Es kommt vermehrt zu extremen Wetterszenarien mit heftigen Gewittern, Starkregen- und Hagel, wie jüngst vor allem im Westen und Süden Deutschlands mit katastrophalen Folgen. „Auswirkungen des Klimawandels merken wir bereits bei den Versicherungen. Beiträge steigen, die Versicherer kalkulieren mögliche Schäden ein“, sagt Bandle.

Handeln jetzt

Rund 84 Prozent der benötigten Energien in Deutschland, stammen immer noch aus fossiler Gewinnung: „Es ist wichtig aus der Braunkohle, Erdgas und Atomenergie komplett rauszugehen, um die CO2-Emissionen signifikant einsparen zu können“, so Andreas Henze. „Wenn wir rund 50 Prozent Strom aus der Sonne und ebenso viel aus dem Wind gewinnen, bekommen wir durch den Ausgleich Sommer-Winter, Tag-Nacht einen idealen Mix, um möglichst wenig Speicher nutzen zu müssen, denn der Speicher ist tatsächlich das Teure daran.“ Für die Energiewende müsse sich die Photovoltaik im Landkreis bis 2035 vervierfachen. „Bis heute nutzen wir 10 Prozent Dachflächenpotenzial, realistisch betrachtet, schaffen wir 30 Prozent bis 2035“, zeigt sich Andreas Henze zuversichtlich. „Dazu 34 Windräder oder 1,5 pro Gemeinde. Das alles sollte bis 2035 erreicht sein, im Bereich Strom sogar noch früher bis 2030.“

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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