Endlich wieder Schule

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Juliane Stubenrauch-Böhme_OMG

Juliane Stubenrauch-Böhme, Schulleiterin am OMG, freut sich, wenn im Schulhaus langsam wieder Leben einkehrt

Homeschooling klappt im OMG, ersetzt aber nicht den Präsenzunterricht

Sie schaut ihn mit einem frechen Blick herausfordernd in seine forschenden Augen und verzieht ihren Mund zu einem Lachen. Offenbar von dem hübschen Mädchen hingerissen, stimmt der 17-Jährige Mitschüler laut mit ein. Herrlich normal mutet die Szene unter Jugendlichen in der Aula des Oskar-Maria-Graf-Gymnasiums an. Doch in Coronazeiten „chillen“ die Teenager nicht bunt gewürfelt auf den Treppen oder dem Boden des Eingangsbereichs ihres „OMG“, sondern sitzen im ordnungsgemäßen „1,50m“-Abstand an Tischen mit weiteren Schulkameraden. „Der Abiturjahrgang hat sich sehr gefreut, dass es wieder losging. Schule ist auch ein Ort für soziale Begegnungen und Austausch“, bestätigt Schulleiterin Juliane Stubenrauch- Böhme die gute Laune der Schüler untereinander. „Natürlich ist es ungewohnt, das Abstandhalten, die Markierungen, die Hygienevorschriften“, stellt die Oberstudiendirektorin fest. Dennoch betont sie die Erleichterung der Schülerschaft:

„Sie kehren wieder zu einem Stück, wenn auch eine andere, Normalität zurück.“

Juliane Stubenrauch- Böhme, Schulleiterin

Online nur Überbrückungsmöglichkeit Nach vielen Tagen Online-Unterricht über Mebis (Medien, Bildung, Service), der schuleigenen Cloud und das Elternportal fällt das Fazit gemischt aus. „Das waren viele Wege des Austauschs, das fordert Schüler und Lehrer“, erklärt Stubenrauch-Böhme. „Anfänglich gab es technische Schwierigkeiten, inzwischen hat es sich eingependelt und wir setzen die Ideen der verschiedenen Lehrer um.“ Im Gegensatz zum Präsenzunterricht fehle aber das „direkte Kommunizieren und Feedback“, so Stubenrauch-Böhme: „Alles ist zeitversetzt. Schüler lernen auch über die Fragen und Antworten ihrer Mitschüler, das fehlt.“ Außerdem sei die Methode sehr zeitaufwändig, meinen Schüler und Lehrer übereinstimmend: „Aufgaben herunterladen, bearbeiten, wieder hochladen, dann geben die Lehrer Feedback, korrigieren und laden es wieder hoch.“

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Lockdown fördert Einfallsreichtum Indes gibt es die andere Seite der Medaille und die glänzt in Form von originellen Einfällen seitens der Lehrer. So bereiten die Sportkollegen Tanz- und Bewegungsvideos vor und verschicken sie über die Cloud, im virtuellen Sprachunterricht kommen „Native Speaker“ (Muttersprachler) zu Wort. „Eine Lehrkraft hat im Rahmen des Deutschunterrichts eine besondere Vorgangsbeschreibung machen lassen.“ Statt einfach nur langweilig zu schildern, wie ein Rasenmäher oder Kaffeemaschine funktioniert, arbeiten die Schüler tagelang an Bastel- und Spieleanleitungen, erzählt die Schulleiterin: „Daraus ist ein digitales Osterbuch entstanden. Ihre Mitschüler sollten die Vorschläge nachmachen, das Ergebnis fotografieren und wieder hochladen.“ Auch die Schülermitverantwortung (SMV) und der Schülersprecher beteiligen sich, um ihre Mitschüler anzuspornen und schreiben einen Brief mit Tipps für das Lernen zuhause. „Von Beginn an, haben wir uns das Feedback von Eltern und Kindern eingeholt und darauf geachtet, wo sich die Schüler schwer getan haben und etwas anpassen mussten“, sagt Stubenrauch- Böhme. „Der Elternbeirat und die Klassenelternsprecher bringen sich ein, das ging Hand in Hand mit den Klassenleitern. Auch die Schulpsychologin hat die Eltern mit Lerntipps versorgt und wie sie ihre Kinder in Krisenzeiten psychologisch helfen können.“

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Positiv gestimmt Für die Schulleiterin und ihre Lehrerschaft seien die kommenden Wochen spannend: „Wenn ein Teil im Präsenzunterricht und ein Teil zuhause im wöchentlichen Wechsel ist, fordert das sicherlich Ideenreichtum den Unterricht so aufzubauen, dass beide Gruppen gleichgut mitkommen.“ Eine erste kleine Bilanz könne sie bereits ziehen, nachdem langsam wieder Leben im Schulhaus einkehrt: „Die Oberstufe, vor allem der Abiturjahrgang, ist am Ball geblieben. Wir wiederholen, vertiefen und klären jetzt die Fragen, die noch offen sind.“ In wenigen Tagen starten die ersten Abiturprüfungen in diesem außergewöhnlichen Jahr. Juliane Stubenrauch-Böhme ist zuversichtlich: „Es wird gut klappen, Abitur ist immer aufregend. Unsere Schüler wissen, dass sie bei uns in guten Händen sind und wir höchsten Wert auf gute und faire Prüfungsbedingungen legen.“

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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