Mord und Musik in der Neufahrner BIB

Kategorie: Kultur & Bildung

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„Krusical“ von und mit Sepp (Bobo) Kloiber, Georg Unterholzner, Martin Regnat.

„Krusical“ mit Georg Unterholzner, Sepp (Bodo) Kloiber und Martin Regnat

Es ist ein Schnitter, heißt der Tod…“ Mit dem Text dieses alten Volkslieds begann Georg Unterholzner den Abend, an dem die Neufahrner Bibliothek zu einem „Krusical“, einer Kombination aus Krimi und Musical, eingeladen hatte. Da kann es kein Zufall sein, dass im jüngsten Roman von Georg Unterholzner eine der Hauptpersonen den Namen „Schnitter“ trägt und in einen Mordfall verwickelt ist.

In der Geschichte geht es um Krieg und Mord, Erpressung und Unterwelt, böse und brave Menschen, um Freiheit, Glück und Mutterliebe und um die Männer, die nicht mehr denken können, wenn ihnen eine Frau begegnet.

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Beim Bräu in Wolfratshausen wurde ein Gast erschossen. Wer war der Täter? Die flotte Bedienung Erika? Deren halbwüchsiger Sohn Chico? Der schleimige Wiener Zuhälter Wolli? Oder der alte Schnitter, der Stammgast, der jedem, der sich an seinen Tisch setzt, von seinen Kriegserlebnissen erzählt und mit der Erkenntnis endet: „Als Bauernbuben sind wir in den Krieg geschickt worden und als Mörder sind wir wieder heimgekommen“ und dass die russischen Soldaten, die er im Krieg erschossen hat, jede Nacht in sein Schlafzimmer marschieren.

Da kommt’s ihm auf einen Toten mehr nicht mehr an und so gesteht er den Mord an dem Pensionsgast, nicht ahnend, dass er mit seinem – falschen – Geständnis einen wohldurchdachten Plan zu Fall bringt.

Die Interpreten des Abends waren der Autor Georg Unterholzner mit Rezitation und Gesang sowie die beiden Musiker Sepp (Bodo) Kloiber und Martin Regnat, die mit Gitarre, Ukulele, Mundharmonika, Ziach und Gesang die musikalische Umrahmung boten.

Georg Unterholzner las aus seinem (fünften) Roman und man glaubte ihm jede Rolle, in die er mit Stimme, Gesten und Mimik schlüpfte. Die Musik war perfekt auf seinen Vortrag abgestimmt, ob als Volksmusik oder ziemlich schräg, mit Einsichten und Ratschlägen, darunter sich eine schöne Frau zu suchen, denn „a scheene frisst a ned mera wia a greisliche“, der wiederholten Empfehlung „hoit’s Mai“ für brenzlige Situationen, aber auch der Feststellung „nur die Freiheit ist das Paradies“.

Die Geschichte ist spannend und man ahnt nicht, wie sie ausgehen könnte. Auf jeden Fall überraschend, denn das Fazit lautet: „Moralisch war das Ende nicht…“.

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Es war ein lustiger Abend, bei dem einem zwischendurch aber auch manchmal das Lachen im Hals steckenbleiben konnte, viel deftiger und unverfälschter Dialekt, der in jeder Facette stimmig war, aber zwischendurch immer wieder mal eine Herausforderung für jene Gäste darstellte, die des Bairischen nicht mächtig sind. Die Musik war vom Feinsten und die drei sympathischen Interpreten mussten gelegentlich auch über sich selber lachen. Ihnen gegenüber saß ein restlos begeistertes Publikum. Das Neufahrner Bibliotheksschiff war mehr als voll, viele Gäste waren Wiederholungstäter, die die drei Künstler bereits vor mehr als einem Jahr mit ihrem „Grafical“, einer Hommage an Oskar Maria Graf, genießen durften. Der Beifall war ausdauernd und laut und die Hoffnung war groß, die drei in absehbarer Zeit wieder auf der Bühne der BIB zu erleben.   

In jeder Rolle authentisch – Georg Unterholzner

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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