Voller Einsatz trotz Hürden

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Leiter Martin Ehrhardt und sein Team geben alles für ihre Gäste.

Tagespflege der Sozialstation fährt Betrieb hoch

Den geliebten an Demenz erkrankten Menschen zuhause zu betreuen und zu sehen, wie er stetig motorische und kommunikative Fähigkeiten verliert, bringt Familienmitglieder oft an ihre körperlichen und seelischen Grenzen. Umso mehr in Coronazeiten, in der Einrichtungen mit Tagespflegeplätzen, die Angehörige zumindest stundenweise entlassen, geschlossen bleiben müssen: „Angehöriger eines Demenzerkrankten zu sein und ihn daheim zu betreuen, ist eine harte, äußerst herausfordernde 24-Stunden Aufgabe und viel schwieriger als mein Job“, weiß Martin Ehrhardt, Leiter der Sozialstation. Doch nicht nur Demenzerkrankte verbringen ihre Zeit in der Senioren Tagespflege (SenTa). Ehrhardt und sein Team betreuen außerdem Menschen mit Parkinson, Schlaganfall, Dialysepatienten oder Diabetiker zwischen 60 und 100 Jahren.

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Nach dem langen Shutdown, empfängt die SenTa der Sozialstation seit Anfang Juni wieder Gäste: „Normalerweise haben wir Platz für 20 – wegen des geforderten Sicherheitsabstands können wir momentan nur zehn nehmen, die wochenweise im Wechsel kommen, ähnlich wie in den Schulen“, sagt Martin Ehrhardt. „Aber wir merken, dass die Angehörigen schon jetzt unheimlich froh sind.“ Genauso habe er mit seinen Mitarbeitern Änderungen im Verhalten der Senioren wahrgenommen. Es gebe keine Probleme mit der Maskenpflicht, auch nicht bei den Demenzerkrankten.

„Wir spüren eine große Dankbarkeit. Ihnen ist – oft im im Unterschied zur Gesellschaft – klar, wie viel Mehrarbeit wir leisten müssen, obwohl unsere Gehälter längst nicht angemessen sind.“

Martin Ehrhardt

Der Mehraufwand durch die Corona- Hygieneauflagen ist enorm. Holt der Fahrdienst sonst fünf Senioren auf einer Tour ab, darf er jetzt nur einen chauffieren und muss nach jeder Fahrt das Auto desinfizieren. „Dazu kommen täglich mehrmals Türklinken, Tische, Haltegriffe, Ruheliegen und vieles mehr. Auch nach jedem Toilettengang müssen wir alles desinfizieren und das sind viele“, erklärt Ehrhardt die zusätzliche Tagesroutine. Insgesamt darf das Team drei anwesende Personen nicht überschreiten. Neben Ehrhardt sind das eine Fachkraft und zwei sich abwechselnde Betreuungskräfte. Angehörige, Physiotherapeuten und Ehrenamtliche dürfen die Räume nicht betreten. „Dazu müssen wir alles dokumentieren. Insgesamt ist es ein riesiger logistischer Aufwand, Das alles funktioniert nur mit meinem tollen Team, auf die ist Verlass“, so der Einrichtungsleiter.

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Im Gegensatz zu den zuständigen Behörden, kritisiert Erhardt. Als es vor einigen Wochen darum ging, Fragen zu klären, um das Angebot wieder hochfahren zu können, vergleicht er den Prozess mit einem Gang von Pontius zu Pilatus: „Mich stört, dass es keine Anlaufstelle mit einem kompletten Informationspaket gibt.“ Fünf Tage habe er mit verschiedenen Ansprechpartnern der zuständigen Stellen im Amt für Gesundheit, Hygiene und juristische Anliegen telefoniert und mühselig Fakten zusammengetragen: „Niemand konnte mir meine Fragen umfassend beantworten. Im Gegenzug sollte ich aber ein Konzept erstellen, das alle Seiten detailliert berücksichtigt“, klagt der Leiter.

Trotz des Ärgernisses, der Beschränkungen und den ständig veränderten Regeln, kümmert sich das SenTa-Team hochmotiviert um seine Gäste, die Philosophie lautet auch in der Krise: „Wenn wir es schaffen, dass jemand hierher kommt und seine Krankheit nicht mehr merkt und abends mit einem Lächeln nachhause geht, dann haben wir gewonnen, das ist unser Ziel“, so Ehrhardt.

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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