Spannendes aus Neufahrns Vergangenheit

Kategorie: Veranstaltungen

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Kreisarchäologin Delia Hurka (li.) berichtet über die Funde am Pfarrweg 7

Kreisarchäologin Delia Hurka berichtet über Bodendenkmäler, Gräber und andere Funde

Auch wenn ein erster Nachweis belegt, dass Neufahrn im 8. Jahrhundert zur Siedlung wurde, kann man davon ausgehen, dass bereits lange vorher schon Menschen in unserer Gegend gelebt haben.

„Neues von den ganz alten Neufahrnern“ war der Titel des Vortrags, zu dem der Heimat- und Geschichtsverein am 15. November in den Gasthof Maisberger eingeladen hatte. Wie bei allen Veranstaltungen des Heimatvereins, so war auch an diesem Abend lange vor Beginn jeder Platz besetzt. In einem spannenden Vortrag umriss Kreisarchäologin Delia Hurka, was Archäologie eigentlich bedeutet und erklärte, wie Bodendenkmäler entdeckt und gesichert werden. Luftbilder, Ausgrabungen, Lesefunde tragen dazu bei, das eine oder andere Geheimnis der Vergangenheit zu entschlüsseln.

Im Ortsbereich Neufahrn sind bis heute insgesamt 65 Bodendenkmäler bekannt. Ältester Fund ist ein Hockergrab, leider nicht sehr gut erhalten, das aus der frühen Bronzezeit stammen dürfte. Große Aufmerksamkeit errangen im August 2021 die Ausgrabungen am Pfarrweg 7, wo eine Siedlung aus dem frühen Mittelalter und sieben sehr gut erhaltene Skelette freigelegt wurden.

Jahre vorher gab es ebenfalls bereits Entdeckungen, die weit in die Vergangenheit Neufahrns zurückreichen. So fand man 1968 am Lindenweg ein Reihengräberfeld aus dem frühen Mittelalter und auf einem freien Feld an der Bahn im Neufahrner Norden stieß man auf eine Siedlung aus der Eisenzeit.

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Auch das Mesnerhaus gab im Laufe der Sanierungsarbeiten Einblicke in die Vergangenheit frei. Christliche Bestattungen gab es dort offensichtlich ab dem hohen Mittelalter. Der größte Teil der dort gefundenen und oft unvollständigen Skelette wurde inzwischen auf dem Kirchenfriedhof unter dem Kreuz zur (hoffentlich) ewigen Ruhe gebettet.

Auch in den Ortsteilen gab es Funde. So wurden u.a. beim Bau des Gemeinschaftshauses in Fürholzen Gräber aus dem 7. Jahrhundert entdeckt und auch in Massenhausen werden Grabstellen aus längst vergangenen Jahrhunderten vermutet.

Die Gäste stellten viele Fragen, die die Kreisarchäologin ausführlich und mit fast unerschöpflichem Detailwissen beantwortete. U.a. wollte jemand wissen, ob Neufahrn seit den ersten Funden durchgehend besiedelt gewesen war. Auch wenn es keine archäologischen Erkenntnisse dazu gab, so kann man laut Delia Hurka davon ausgehen, dass sich hier immer wieder Menschen niedergelassen hatten. Wälder mit viel Wild und ein fruchtbarer Boden boten dafür gute Voraussetzungen.
Warum wurden die Skelette am Pfarrweg auf Brunnen bestattet? Den Grund hier kann man, so Delia Hurka, nur vermuten. So könnte es z.B. sein, dass durch das Verfüllen der Brunnen bereits Kuhlen entstanden sind, die das Beerdigen leichter machten, insbesondere bei gefrorenem Boden.

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Zwischen den Kartoffeln entdeckt: eine 3.000 Jahre alte Steinaxt, die ungefähr die Größe eines Kugelschreibers hat

Manches Fundstück wird unter ganz besonders ungewöhnlichen Bedingungen geborgen: Die seltsame schwarze „Kartoffel“, die ein Neufahrner Landwirt beim Sortieren seiner Kartoffelernte fand, stellte sich als Steinaxt heraus, die der Steinzeit zugerechnet werden kann und die etwa 3000 Jahre alt sein dürfte.
Es bleibt spannend, was es über die allerältesten Neufahrner noch zu entdecken gibt!

Am Ende dieser aufschlussreichen Veranstaltung wies Vorstand Ernest Lang noch auf die nächsten Veranstaltungen des Heimat- und Geschichtsvereins hin: Am 26. November um 17 Uhr wird mit einer Andacht in der evangelischen Auferstehungskirche der Neufahrner Krippenweg eröffnet. Das traditionelle Adventsmusizieren ist am 4. Dezember um 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Franziskus. Lustig wird’s dann am 17. Februar, wenn Gerald Huber warnt „Obach Bairisch!“

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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