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Voller Einsatz bis zum grandiosen Finale

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 27. August 2019

Ein paar Tausend feiern 100 Jahre Burschenverein Isarlust Mintraching


Der Fest-Marathon „100 Jahre Burschenverein Isarlust Mintraching" ist vollbracht. Das Team um Vorstand Sebastian Bösl gibt im „modernen Pentathlon der Partysause" für seine Gäste an fünf aufeinander folgenden Tagen alles, um seine Zuschauer und Ehrengäste zu unterhalten. Bis auf den ersten Tag läuft alles nach Plan. Manchmal aber hilft die beste Vorbereitung nicht: „Unglücklicherweise hat das Management von Django 3000 das Trio nur eine Woche zuvor auf der Brass Wiesn spielen lassen, da hatten wir einfach das Nachsehen", blickt Bösl auf den ersten Abend zurück. Entmutigen lässt sich der Verein aber nicht, so Bösl: „Wir waren leider nicht ausverkauft, aber haben einfach einen Raumtrenner eingebaut, damit es für die Leute schöner war und dann hat´s gepasst."


Nach dem nicht 100-prozentigen Auftakt-Abend legen die Burschen eine richtige Schippe obendrauf. Zur „zweiten Disziplin", dem Oldtimer-Treffen mit Künstlermarkt, strömen trotz des unbeständigen Wetters die Massen herbei. Sichtlich angetan schlendern sie durch die Reihen des Marktes und bestaunen zwei- und vierrädrige Schätze aus allen Epochen der Motorisierung: „Am Anfang haben wir das gar nicht so überrissen, weil das Gewusel ja draußen war, aber als es regnete und die Menge ins Zelt stürmte, haben wir gesehen, wie viele Leute da waren", berichtet Bösl hochzufrieden. Allein im Festzelt sitzen Schulter an Schulter 1.500 Leute, essen, trinken und feiern gemütlich das Ereignis. „Wir mussten wirklich alles aufreißen, auch die Nebenzelte, um alle unterzubekommen", erzählt Bösl sehr zufrieden. Zudem freut er sich über das Urteil der Künstler sehr: „Trotz des Regens war die Rückmeldung sehr positiv, gerade weil wir alles kombiniert haben."

 

 

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Perfekte Werbung
Unter all den Mercedes- und BMW-Fahrzeugen, Enten, Brez´nfenster-Käfern, Porsches und antiken Schlüter-Traktoren, die zahlreich eine große Fläche am Zelt einnehmen, sticht ein Fahrzeug besonders hervor. Es glänzt frisch poliert neben alten Motorradklassikern und hat nicht einmal ein PS. Sein Antrieb: Muskelschmalz in Oberschenkel und Wade. Marcel Wittmann findet das uralte Fahrrad in einer Scheune und bekommt es von dem Bauern geschenkt. Beinahe alleine haucht der bald 16-jährige junge Mann dem Gefährt neues Leben ein: „Bis auf die Lackierung, die mein Papa gemacht hat, habe ich alles selbst restauriert", berichtet Marcel stolz und radelt inzwischen gerne damit: „Ich fahre es tatsächlich selbst, das Licht vorne funktioniert über Gas, hinten über eine Batterie." Vielleicht, so hofft der Schulabsolvent, kann er zudem auf seine Geschicklichkeit aufmerksam machen und eine Ausbildung finden: „Ich möchte sehr gerne Zweiradmechaniker lernen." Sebastian Bösl findet die Aktion gelungen und meint: „Wir wussten davon nichts, aber ich finde das megacool, dass er das Radl dazustellt und ich hoffe, dass Marcel jetzt schnell eine Lehrstelle findet." Der absolute Höhepunkt ist die Ziehung der Gewinner der Tombola. Über einen Traktor freut sich Thomas Maurer riesig, Benedikt Gruner ist begeistert von einem Moped und Petra Marcelli ist ab sofort strahlende Besitzerin eines Tretbulldogs für Kinder.

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Wie am Tag zuvor, zeigen die Burschen, wo die Party-Latte hängt und bauen Freitag im Zelt alles um. Rund 1.000 Tanzwütige zwischen 16 und 40 Jahren sorgen abends dafür, dass das Zeltdach bebt: „Na gut, die 40-Jährigen waren eher Randpublikum", gibt Bösl lachend zu. Zu den Beats von DJ DaKaos und Duke Bavaria wippt das Volk bis die Füße glühen: „Um 3 Uhr war Musik- und Ausschankstopp. Es hat sich dann langsam aufgelöst, die Leute sind heim ins Bett", berichtet Bösl. An Schlaf ist für die Burschen jedoch nicht zu denken, es steht Tag vier mit dem nächsten „Kampf" an: „Wir mussten für „Da Huawa, da Meier und I" umbauen. Wir haben über 770 Karten für das Musikkabarett verkauft. Ich hab durchwegs positives Feedback bekommen, hab es aber selbst nicht mitbekommen, da ich in der Festtagsleitung saß und den Sonntag vorbereitet habe", erzählt „Party-Spitzen-Athlet" Bösl. Schlaf ist für ihn und seine Crew aus täglich rund 30 Leuten „überbewertet". „Rund zwei bis drei Stunden pro Nacht, mehr war nicht drin", gewährt Bösl einen Blick hinter die Veranstalter-Kulissen: „Es blieb zuhause alles liegen, einige haben sich für die Festtage extra Urlaub genommen."


Höhepunkte im Stundentakt
Am Sonntag schallt der Weckruf der Neufahrner Böllerschützen bereits um 6 Uhr. „Wir haben uns mit ihnen im Zelt zum gemütlichen Weißwurst-Frühstück getroffen, kurz vor 8 traf unser Partnerverein aus Eching ein, der Musikverein Eching hat das musikalisch begleitet, direkt danach haben wir die geladenen Vereine empfangen", zählt Bösl das stramme Programm auf. Viel Zeit für die stärkende Mahlzeit bleibt da nicht, schon um 9.30 Uhr heißt es: Aufstellung zum Kirchenzug. Am Kriegerdenkmal hält Pfarrer Wolfgang Lanzinger eine Andacht, danach geht es zur Kirche, anschließend formieren sich die Vereine zum Festtagsumzug. Eine gut durchdachte Planung: „Wenn die Umzüge erst später stattfinden, bekommt man die Leute nicht mehr aus den Bierzelten, das haben wir bei anderen Gelegenheiten beobachtet", so Bösls nicht ganz ernst gemeinte messerscharfe Recherche-Analyse.

Einzug der Festdamen


Das doppelte Lottchen
71 Vereine aus der Umgebung feiern den Burschenverein Mintraching. Sogar in doppelter Ausführung – und sogar ohne Alkoholeinfluss: „Besonders schön war, dass der Katholische Burschenverein Mintraching da war", schildert Bösl lachend und klärt auf: „Das ist in der Nähe von Regensburg, vor ein paar Jahren ist dort eine Band fälschlicherweise gelandet, die wir für ein Fest engagiert hatten. Der Verein hat gleich gepostet, dass sie sich bei uns wie daheim fühlen." Um Mitternacht ist nach einem fantastischen Schlussspurt der verdiente Zieleinlauf. Bis dahin fließt das Bier für das feierfreudige Publikum, danach gönnen sich die Burschen intern im kleinsten Kreis das verdiente Siegerbierchen. Jetzt heißt es noch einmal die letzten Kräfte mobilisieren, damit alles schnellstmöglich abgebaut ist. Dennoch resümiert Sebastian Bösl: „Es war ein voller Erfolg, einfach großartig! Natürlich ist der Arbeitsaufwand brutal, aber im Nachhinein weiß ich, dass es sich rentiert hat, auch wenn ich nicht weiß, ob ich es wieder machen würde."


Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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