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Komödie zwischen Himmel und Handwerksbetrieb

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 04. April 2017

Abwechslungsreiches, temporeiches und geistreiches Theater
der Maibaumfreunde Giggenhausen
„Eine geistreiche Komödie" die im wahrsten Sinne des Wortes begeistert, haben die Maibaumfreunde Giggenhausen heuer mit dem Stück „Da Himme wart net" aus der Feder von Sebastian Kolb und Markus Schebl auf die Bühne des Metzgerwirts gebracht. Beim ebenso lustigen wie spannenden und in allen Vorstellungen ausverkaufen Drei-Akter brillierte das spielfreudige Ensemble unter der Regie von Markus Loibl mit einer großartigen Mannschaftsleistung.

Und sogar geisterhafte „special effects" entfalten sich dank pfiffiger Bühnentechnik: Beim spektakulären, aktionsreichen „Show-Down" zur Geisterstunde öffnen und schließen sich unter Donner und Blitz Schubladen wie von Geisterhand, Akten kippen aus dem Regal und sogar ein Portrait- von Franz-Josef-Strauß fängt zu kreiseln an, ...

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Doch der Reihe nach: Die Handlung beginnt vor der bewachten Himmelspforte: Dort befindet sich als „Engelanwärter" der beim Ankleiden verstorbene Polizeibeamte Stelzl (Harald Hecher in Polizei-Jacke und Unterhose) und erhält vom Türsteher-Engel (Sami Loibl) einen letzten Spezialauftrag: Binnen 24 Stunden soll er den im Schlaf dahingeschiedenen Schreinermeister Bömmerl (Josef Geil im Nachthemd) in den Himmel holen.
Dieser vermeintliche Spaziergang („ein Kinderspiel") zurück auf die Erde und mitten hinein ins Büro der Schreinerei, erweist sich als weitaus kniffliger als erwartet. Zwar ist es kein Problem, den im Schlaf verschiedenen Schreiner mit dem mega-lauten Mini-Mundstück der Trompeten von Jericho für ein Geisterleben zu erwecken und sich, von Geist zu Geist, mit ihm zu verständigen. Aber der Kontakt zu den Lebenden auf der Bühne, die Stelzl/Bömmerl weder sehen noch hören können (im Gegensatz zum erheiterten Publikum), bleibt dem immer verzweifelter werdenden Duo zunächst verwehrt. Dies führt zu vielen amüsanten Szenen voller Situationskomik.

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Die trauernde Tochter Anna (Melanie Hagn), der glücklicherweise in dieser schweren Zeit der redliche Schreinergeselle Emmeran (Josef Polz) treu zu Seite steht, muss sich nicht nur mit der Beerdigung befassen, sondern auch mit dem fast bankrotten Handwerksbetrieb herumschlagen.

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Zu alledem kommt noch die „liebe" Verwandtschaft zur Trauerfeier, der verschlagene und heuchlerische Vetter Froschmeier (Christopher Aichinger). Zusammen mit seiner Gattin lässt er vom silbernen Kugelschreiber bis zum Porzellankännchen alles mitgehen, was sich irgendwie heimlich abgreifen lässt und entdeckt bei seiner zur Diebestour ausartenden Schnüffelei noch zufällig, dass Bömmerl groß im Lotto gewonnen hat: Doch – wo ist der Lottoschein? Das wiederum wissen sowohl das Publikum als auch die Geister, ... während die übrigen guten wie bösen Protagonisten im Dunklen tappen.

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Zu den guten zählt die spirituell angehauchte Haushälterin Fini (Elisabeth Lerchl), die Groschenromane über liebestolle Vampire und Monster verschlingt, an übernatürliche Wesen aller Art glaubt und Geistersitzungen abhält, um ektoplasmatische Schwingungen aus dem Jenseits zu empfangen und Verbindung zu ihrem verstorbenen Chef aufzunehmen. Sie trägt zusammen mit der sozial engagierten und hilfsbereiten Nachbarin Resi Schellnberger (Verena Schuhbauer), wegen ihrer Vorliebe für Alkoholisches Himbeer-Resi genannt, zum finalen Happy End bei. Ausgerechnet letztere verfügt – ohne es zu wissen – über mediale Kräfte ("Ich wusste gar nicht, dass ich mediterrane Fähigkeiten habe"). So kommen die beiden unruhigen und umtriebigen Geister gerade noch rechtzeitig zu ihrer ewigen Ruhe und finden Einlass an der Himmelspforte.

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Da geht's dem diebischen Froschmeier (Christopher Aichinger) (rechts) an den Kragen: Geselle Emmeran (Josef Polz) hat ihn im Griff – und alle staunen über die Enthüllungen: von links: Fini (Elisabeth Lerchl), Stelzl (Harald Hecher) Himbeer-Resi (Verena Schuhbauer) Bömmerl (Josef Geil) und seine Tochter Anna (Melanie Hagn).

Für Sie berichtete Ulrike Wilms.

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