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Bayerisch-türkische Mord-Ermittlungen in der Gemeindebibliothek

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 13. März 2016

Su Turhan liest aus seinem neuen Krimi „Anstich“

Er trage, gesteht Su Turhan, bei seinen Lesungen zu Beginn stets das erste Kapitel eines Romans vor, „da hab ich mir nämlich immer besonders viel Mühe gegeben“. Geboren in Istanbul, kam er im Alter von zwei Jahren nach Deutschland, genauer gesagt nach Straubing, wo seine Familie auf der Suche nach Arbeit landete. Nach dem Schulbesuch in Niederbayern und dem Studium in München bewährte er sich bald als Drehbuchautor und später als Regisseur. 2013 veröffentlichte er seinen ersten Roman aus der Kommissar-Pascha-Reihe, dem 2014 „Bierleichen“ und 2015 „Kruzitürken“ folgten. Der erste Fall für Kommissar Pascha wurde 2015 für die ARD verfilmt, die Verfilmung von „Bierleichen“ wird 2016 stattfinden.

Mit seinem jüngsten Werk „Anstich“ entführte Su Turhan am 11. März die Zuhörerinnen und Zuhörer in der Neufahrner Gemeindebibliothek auf das münchnerischste aller Feste, die Wiesn. Allerdings ist die schon wieder vorüber, als beim Aufräumen drei Leichen gefunden werden und die Kriminalstory ihren Lauf nimmt. Ein romantisches Wochenende in Istanbul geht abrupt zu Ende, ein Ehepaar wird zufällig im selben Moment vom Tod ereilt, ein Mitbürger mit erkennbar ausländischen Wurzeln wird ermordet: wieder mal ein Fall für Zeli Demirbilek, den bayerisch-türkischen Kommissar, der nicht nur gelegentlich gern ein Weißbier trinkt, sondern hin und wieder auch einen Schweinsbraten genießt – „dies natürlich nur im Roman“, beteuert der Autor. Kommissar Pascha, renitent und „streitsüchtig, wenn Ungerechtigkeit als Selbstverständlich angenommen wird“, so Turhan, und der bei aller Liebe zu München seine türkischen Wurzeln nicht verleugnet, ist wieder im Einsatz.

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Su Turhan, Drehbuchautor, Regisseur und erfolgreicher Krimi-Autor

Auch bei seinem vierten Krimi bestätigt sich, was sich bereits in der Vergangenheit bewährt hat: „In meinen Büchern geht es kriminalistisch zu, man darf aber auch mal schmunzeln oder sogar laut lachen.“ Zuweilen wird es allerdings sprachlich ganz schön deftig und, würde man alle Sexszenen streichen, so resümiert er, „wäre fast nichts mehr zu lesen da“. Er schreibe knallhart, eigentlich Horror-Romane, kommentiert er augenzwinkernd seine Werke.

Su Turhan, der angeblich am liebsten im Dunkeln schreibt und Adjektive liebt, konnte an diesem Abend seine Fan-Gemeinde zweifellos nachhaltig erweitern. Dies lag ganz bestimmt nicht nur am Inhalt seines neuen Krimis „Anstich“, sondern auch an der humorvollen Art, wie er Lesen, Zwischenbemerkungen und dazu ganz Persönliches auf gelungene Art verbindet. Dem Publikum hat es gefallen, wie der begeisterte Beifall bewies. Sowohl in der Pause als auch im Anschluss an die Lesung konnte man Turhans Romane erwerben und sie auch gleich von ihm signieren lassen, beides wurde eifrig wahrgenommen.

Kommentar einer begeisterten Zuhörerin: „Wer sich diesen Abend entgehen ließ, ist selber schuld." 

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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