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„Wolfsschlucht“: Andreas Föhrs neuester Krimi - schräger als alles, was vorher war

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 25. April 2015

Ausverkaufte Lesung am 24. April in der Neufahrner Gemeindebibliothek

(Text/Fotos: mas) Ein Leichenwagen in der Mangfall, ein Stammtischjux, der sich unversehens in einen Mordfall verwandelt, eine Entführung am Friedhof, ein einsamer Wolf auf nächtlicher Fährte, ein Maibaum, der einen PKW aufspießt, dazu jede Menge Alkohol - im jüngsten Roman von Andreas Föhr mangelt es nicht an Verwicklungen und skurrilen Szenen.

 

Zwei Verbrechen spielen sich zur gleichen Zeit am Tegernsee ab und bald stellt sich heraus, dass sie miteinander zu tun haben. Kommissar Wallner muss mit Hilfe seines Teams viele Rätsel lösen, die sich am Schluss sogar bis in sein Privatleben hinein erstrecken. Dazu kommt noch der endlose Ärger mit „Leichen-Leo“, dem Kollegen Kreuthner, der die Dienstvorschriften auf seine ganz persönliche Weise interpretiert.

„Schreiben’S doch mal was, was im Allgäu spielt“ wurde Andreas Föhr kürzlich von einem Zuhörer geraten. Nein, das nun doch nicht! Zwar im Allgäu geboren, ist er am Tegernsee aufgewachsen und kennt sich dort bestens aus, was den Vorteil hat, dass er Tatorte und Umgebung meistens aus dem Gedächtnis beschreiben kann. Kurz vor der Fertigstellung eines Romans fährt er jedoch sicherheitshalber Schauplätze und Routen noch einmal ab, damit die beschriebenen örtlichen Gegebenheiten auch der aktuellen Realität entsprechen. Dies tun sie offenbar so gut, dass Touristen gelegentlich fragen „wo ist nun die Stelle, wo die Leiche lag?“.

Kein Stuhl war mehr frei in der Neufahrner Bibliothek, sogar die Treppe war besetzt, als der Autor am 24. April aus seinem sechsten Roman „Wolfsschlucht“ vorlas.

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Andreas Föhr liest in der Neufahrner Gemeindebibliothek aus seinem jüngsten Roman „Wolfsschlucht“.

Gefragt, wo er sich seine Einfälle holt, hält er es mit Woody Allen, wie diesem kommen auch ihm die besten Ideen unter der Dusche. Und danach gefragt, ob die Figuren in seinen Romanen reale Vorbilder haben, meint er nach kurzem Überlegen „Ja schon“, und ergänzt nach einer kleinen Gedankenpause „aber ich sag nicht, wer’s ist“.

Ein alter Herr fährt auf seinem Elektromobil nur ein bisschen über den Randstein, was eine beispiellose Amokfahrt über den Markt und weitreichende Kettenreaktionen zur Folge hat, in deren Verlauf eine ältere Dame in den Honigstand fällt, was wiederum einen Wespenschwarm anlockt - und wenn dieser alte Herr der Großvater des Kriminalkommissars ist, dann kann man sich gut vorstellen, dass es in Andreas Föhrs neuem Roman dieses Mal noch schräger zugeht als in den bisherigen. Die Fäuste hochgereckt, die Stimme erhoben, lässt Föhr den Opa Manfred seine Amokfahrt verteidigen. Warum die überhaupt stattgefunden und was sie mit dem Fall zu tun hat? „Dies ist eine Frage, deren Antwort den Rahmen des Abends sprengen würde. Da verweise ich lieber auf die eigene Lektüre.“ Sprach’s und klappte das Buch zu.

Für jene, die beim Selberlesen Schwierigkeiten mit den bayerischen Gesprächsanteilen haben, gibt es Hilfe. Wenn es gar zu dick kommt, dann, so viel sei verraten, findet man erklärende Fußnoten in reinstem Hochdeutsch.

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Viele Zuhörer nutzten die Gelegenheit, den Krimi vom Autor signieren zu lassen.

Anhaltender Beifall bewies, dass Andreas Föhr in Neufahrn jede Menge begeisterter Fans hat. Was sich auch anschließend zeigte, denn die Schlange derer, die die Gelegenheit ergriffen, sich noch schnell eines (oder mehrere) seiner Bücher zu kaufen und danach von ihm signieren zu lassen, war sehr, sehr lang.

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