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Eine Zeitreise durch 50 Jahre Schotterebene und ins Freisinger und Erdinger Moos

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 28. Januar 2015

Lichtbildervortrag von Alfred Ringler über die einschneidenden Veränderungen der Landschaft rund um Neufahrn

(Text/Foto: mas) Kein Stuhl war mehr frei im Nebenzimmer des Gasthofs Maisberger, als am 27. Januar der Heimat- und Geschichtsverein Neufahrn e.V. zu einem Lichtbildervortrag unter dem Thema „‘s Gfild und ‘s Moos – der Wandel einer Kulturlandschaft“ einlud. Der Diplom-Biologe Alfred Ringler hat über Jahrzehnte hinweg die Münchner Schotterebene sowie das Freisinger und Erdinger Moos fotografiert. Außerdem schöpft er aus einer Fülle von Bildern und Unterlagen aus Archiven, die ihm immer wieder überlassen werden. Entstanden ist eine sehr aufschlussreiche Dokumentation über die Veränderungen unserer Landschaft in den vergangenen 50 Jahren.

Er schlug einen großen Bogen, beginnend mit dem ersten Foto aus dem Jahr 1948, wo er als kleiner Junge mit seinem Vater zu sehen war, bis heute, und machte deutlich, wie drastisch sich unsere Heimat verändert hat. Die beiden Weltkriege haben ihre Spuren hinterlassen und große Bauvorhaben haben die Natur massiv beeinflusst. Die Veränderungen waren jedoch nicht immer negativ, wie Ringler ausführte, denn z.B. aus dem ehemaligen militärischen Sperrgebiet im Norden von München entwickelte sich dank der Initiative des Heideflächenvereins aus einer vermüllten Landschaft eine naturgeschützte Heidelandschaft mit zunehmend großer Artenvielfalt.

Vortrag Gfild

Alfred Ringler lud ein zu einer Zeitreise über die Veränderungen unserer Heimat in den vergangenen 50 Jahren.

Sehr ausführlich ging Alfred Ringler auf die großen Bauvorhaben in der Umgebung ein. Erstes großes Projekt war der Reaktorbau in Garching, mit dessen Planung 1955 begonnen wurde. Beim Richtfest am 12. Januar 1957 nahm man alles gelassen und mit viel Humor, so waren auf der damaligen Speisekarte die Gerichte „Uranstäbe“ (Weißwürste) oder „radioaktives Kühlwasser“ (Bier) zu finden.

Wenn sich auch die gewachsene historische Kulturwirtschaft bereits vor dem geplanten Flughafen in Veränderung befand, so war der Bau des Großflughafens im Erdinger Moos doch der größte und dramatischste Eingriff in Landschaft und Natur. Ringler zeigte in seinen Bildern Abwehrkampf und einzelne Schritte des Baus, und man konnte die massive Veränderung der Landschaft auf den Fotos sehr deutlich erkennen.

Der erste große Bauboom in den 1970-er Jahren war damals, so Ringer, noch relativ planlos und brachte oft einen Gesichtsverlust der Dörfer. Erst später war man etwas sensibler mit den Bauvorhaben. Ausgleichsflächen mit neuen Anpflanzungen wurden geschaffen. Unter anderen Rahmenbedingungen konnten neue Landschaften entstehen. So sind die Veränderungen auch als eine Möglichkeit zu sehen, unter anderen Rahmenbedingungen die Natur näher an die Menschen heranzubringen. Sind manche Pflanzen auch leider verschwunden, so kann man dennoch heute eine größere Artenvielfalt und einen wesentlich höheren Baumbestand beobachten als noch vor den Weltkriegen.

Schade, dass Neufahrn und seine nähere Umgebung in Alfred Ringlers detailreicher Dokumentation nur wenig vorkamen. Dennoch war der überaus interessante und humorvolle Vortrag sehr aufschlussreich, und die mehr als 90 Zuhörer folgten gebannt dieser spannenden Zeitreise

Der Heimat- und Geschichtsverein Neufahrn e.V. lädt alle Interessierten zu den nächsten beiden Vorträgen ein: 10. März: „Die letzten Kriegstage in Neufahrn und Mintraching“, und am 21. April „Der Speckgürtel rund um München“. Veranstaltungsort ist wieder der Gasthof Maisberger.

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