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Wegweisende Weichenstellung

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 21. Mai 2014

Vertreterversammlung sagt „Ja" zu neuer

„VR-Bank Ismaning Hallbergmoos Neufahrn eG"

 

(Foto/ Text: ossi) Die Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Hallbergmoos-Neufahrn eG am 20. Mai im „Neuwirt" in Hallbergmoos hatte durchaus Potential für einen spannenden Abend. Nachdem bereits Vorstand und Aufsichtsrat zu Beginn des Jahres die Verschmelzung mit der VR-Bank Ismaning befürwortet hatten, sollte nun auch die Vertreterversammlung Ihr Placet zu dieser richtungsweisenden Entscheidung geben. Nicht alle wollten sich mit dieser Idee anfreunden.

 

„Die konjunkturellen Rahmenbedingungen in 2013 seien durchaus schwierig gewesen", eröffnete Merkl seinen Vortrag. Nicht der üblicherweise starke Außenhandel, sondern gestiegene Konsumausgaben im öffentlichen, wie privaten Sektor seien die treibende Kraft gewesen. Auch kehre das Vertrauen in eine Konjunktur im Euroraum und eine schrittweise Überweindung der Staatsschuldenkrise zurück. Merkl rechne mit nur einer zaghaften Erholung und einem anhaltend niedrigen Zinsniveau. In diesem für Banken ungünstigen Umfeld hätten sich die Volks- und Raiffeisenbanken aber gut behauptet.

Die Raiffeisenbank Hallbergmoos-Neufahrn eG konnte in 2013 ihre Bilanzsumme um fast 4,5 Millionen Euro auf fast 247 Millionen Euro steigern. Ein kontinuierlicher gesunder Aufwärtstrend hat sich fortgesetzt. Auf der Passivseite ließen sich die liquiden Mittel um rund 5,3 Millionen Euro auf fast 48,2 Millionen Euro erhöhen, was die Erfüllung der vorgegebenen Liquiditätsanforderungen jederzeit erfüllen ließ. Die nach wie vor volumenstärkste Position stellen mit rund 179 Millionen Euro die ausgereichten Kundenkredite (incl. Bürgschaften) dar.

Während die Aktivseite Aufschluss über die verwendeten Mittel gibt, zeigt die Passivseite, welche Mittel zur Verfügung stehen bzw. woher sie stammen. Nach Abzug der der Dividendenzahlung beträgt das Eigenkapital fast 18 Millionen Euro, mit Haftsummenzuschlag sogar 25 Millionen Euro.

Betrachtet man die Gewinn- und Verlustrechnung, also die Ertragslage der Bank, so zeigt sich zwar ein leichter Überschuss bei den Zinserträgen, im Verhältnis zur Bilanzsumme fällt dieser etwas geringer aus. Weitere Erträge konnten zum großen Teil aus Mieten erzielt werden, der stabile Mietmarkt sorgt hier für kontinuierliche Einnahmen. Leicht gestiegene Verwaltungsaufwendungen, Abschreibungen und Wertberichtigungen stehen dem gegenüber.

Nach Steuerabzug konnte ein Bilanzgewinn in Höhe von 1,515 Millionen Euro erzielt werden. „Insgesamt war die Ertragslage im Geschäftsjahr 2013 zufriedenstellend", konstatierte dann auch Adolf Merkl. „Die Nähe und unsere Verbundenheit zu unserer Region unterstreicht unser gesellschaftliches Engagement, verbunden mit einem Spendenvolumen von fast 19.000 Euro für karitative, sportliche, kulturelle und gemeinnützige Zwecke", betonte Adolf Merkl zum Abschluss seines Berichtes.

Rainer Schneider dankte in seinem Rechenschaftsbericht des Aufsichtsrates insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Ihr überdurchschnittliches Engagement und hob das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Vorstand und Aufsichtsrat hervor. Er zeigte sich über das neuerlich zufriedenstellende Resultat erfreut.

Die Feststellung des Jahresabschlusses 2013 und die anschließende Beschlussfassung über die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 4,9%, wie sie von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagen wurde, war dann auch reine Formsache und wurde einstimmig angenommen. Vorstand und Aufsichtsrat wurden satzungsgemäß entlastet. Auch bei der turnusmäßigen Wahl von zwei der vier Aufsichtsräte gab es keine Überraschungen. Johann Mikesch und Alfred Oberlader wurden bei nur einer Gegenstimme wiedergewählt.

Der wohl „spannendere" Tagesordnungspunkt war die geplante Verschmelzung mit der Volksbank Raiffeisenbank Ismaning eG. Vorstand Matthias Dambach erläuterte nochmals die Beweggründe für diesen Schritt.

Eine Fusion ist mehr als eine reine Verschmelzung des Vermögens und des Kapitals zweier Banken. Bei der Raiffeisenbank Hallbergmoos-Neufahrn eG und der Volksbank Raiffeisenbank Ismaning eG ist es der zukunftsorientierte Zusammenschluss zweier gesunder Partner zu einer größeren Genossenschaftsbank am Isargürtel im Münchner Nord-Osten. Grundlage des Vorhabens ist die Überzeugung, mit einer fusionierten Genossenschaftsbank die bisherige gute Position im Markt weiter zu stärken und auszubauen, um Mitgliedern und Kunden ein leistungsfähiger aber auch persönlicher Partner in allen Bankfragen zu sein. „Ziel sei nicht eine große, sondern eine gute Genossenschaft", betonte Dambach, „aus der Region für die Region, für die Mitarbeiter und die Mitglieder." „Mit dann 1,6 Milliarden Euro an betreutem Kundenvolumen entstehe eine wirtschaftlich vernünftige Größe auf einem angestammten Geschäftsgebiet in einem kompakten Geschäftsgebiet", so Dambach weiter.

Das neu geplante Bankhaus soll den Namen „VR-Bank Ismaning Hallbergmoos Neufahrn eG" erhalten und seinen Hauptsitz in Neufahrn haben", erläutert Vorstand Dambach weiter.

 

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 Unter notarieller Aufsicht:

Hallbergmooser und Neufahrner „Beitrag" zu den Gremien der neuen „VR-Bank Ismaning Hallbergmoos Neufahrn eG" (v.l.n.r.):

Matthias Dambach (stellv. Vorsitzender), Ludwig Thiede (Notar), Johann Mikesch (Aufsichtsrat), Alfred Oberlader (Aufsichtsrat), Adolf Merkl (Vorstandsvorsitzender), Rainer Schneider (Aufsichtsratsvorsitzender), Alois Hettenkofer (Aufsichtsrat)

 

Die fusionierte Genossenschaftsbank wird dann mit über 180 Mitarbeitern in 9 mit Kundenberatern besetzten Geschäftsstellen über eine gemeinsame Bilanzsumme von über 840 Millionen Euro verfügen. Auch das Lagerhaus der Ismaninger soll erhalten bleiben und künftig auch den Hallbergmoosern und Neufahrnern zur Verfügung stehen. In den Gremien Vorstand und Aufsichtsrat werden keine Veränderungen eintreten. „Auch das Vermögen der Mitglieder bleibe unangetastet", versicherte er.

Ein einheitliches Personal-Entwicklungs- und Vergütungskonzept zum Nutzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei ebenfalls Ziel.

Start der „neuen" Bank soll dann der 1. Januar 2015 sein, eine gemeinsame Bilanz soll es schon Ende 2014 geben. „Die wirtschaftliche Prognose werde zunächst ‚leicht rückläufig' sein. 2016 bis 2018 werden die ersten ‚positiven Tendenzen' erkennbar sein", ist sich Dambach sicher.

Dieser Verschmelzungsprozess wurde von langer Hand und sauber geplant, bereits am 7. Mai wurden die Vertreter über die Pläne informiert. Entsprechend „zügig" ging Vorsitzender Matthias Dambach auch bei der Vorstellung der einzelnen Punkte des Vertragstextes vor.

Allein Franz Steinberger, gewählter Vertreter und langjähriger Gemeinderat der Gemeinde Neufahrn, mochte sich so gar nicht mit einer Fusion mit den Ismaningern anfreunden. Er hält eine Verschmelzung für nicht notwendig und wirtschaftlich fraglich. „Selbstverständlich respektiere man andere Meinungen", entgegnete Dambach, „er glaube aber fest daran, dass dadurch eine vernünftige Betriebsgröße entstehe und sich mehr Chancen als Risiken eröffnen."

Weiter gab es keinen grundsätzlichen Diskussionsbedarf mehr, lediglich inhaltlich wurde noch über im Verschmelzungsvertrag formulierte Absichtserklärungen bzgl. der geplanten Aufsichtsratssitz-Verteilungen in einer gemeinschaftlichen Bank erörtert. Unter der Aufsicht des anwesenden Notars Ludwig Thiede erfolgte folglich der Beschluss über den Zusammenschluss mit der Volksbank Raiffeisenbank Ismaning eG und die Genehmigung des Verschmelzungsvertrages mit nur einer Gegenstimme.

Bei der anschließenden Nominierung der Aufsichtsratsmitglieder einer vereinigten Bank gab es ebenfalls keine Überraschungen. Teil des Verschmelzungsvertrages ist es auch, dass die „Organe" der Bank, also Aufsichtsrat, Vorstand und Vertreter beider Banken in Summe zusammengeführt werden. Zehn Aufsichtsräte und vier Vorstände zeichnen künftig für die fusionierte Bank verantwortlich. Durch ein altersbedingtes Ausscheiden etwa, könnte sich die Zahl allerdings mittelfristig reduzieren.

Vorausgesetzt die Vertreterversammlung der VR-Bank Ismaning eG entscheidet sich am morgigen Donnerstag ebenfalls für die Verschmelzung, gibt es also ab nächstem Jahr die „VR-Bank Ismaning Hallbergmoos Neufahrn eG". „Das ist der richtige Weg!", bedankte sich Rainer Schneider bei den Vertretern.

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