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Sechs Bürgermeister-Kandidaten auf dem Prüfstand

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 23. Februar 2020

Podiumsdiskussion im Neufahrner Gymnasium

Die erste Frage hieß: „Warum gerade ich?“ und für die Antwort hatten die Kandidaten maximal zwei Minuten Zeit. Felix Bergauer (ÖDP) möchte mehr Bürgernähe. Was alles in den vergangenen sechs Jahren erreicht wurde, zählt Amtsinhaber Franz Heilmeier (Grüne) auf. Maximilian Heumann (SPD) plant, die Gemeinde sozialer, ökologischer und transparenter zu gestalten. Ozan Iyibas (CSU) ist der Meinung „Neufahrn kann mehr“ und will dazu Wirtschafts- und Führungskompetenz paaren.

Norbert Manhart (Freie Wähler) möchte gemeinsam mit der Bevölkerung die „Goldenen Zwanziger Jahre“ beginnen, und Marc Bosch (Bosch für Neufahrn), der sogar die grüne Plastikbrille abnehmen würde, wenn ihm jemand in die Augen schauen möchte, bietet ständige Erreichbarkeit an, außerdem: „ich komm‘ mit konkreten Sachen in der Tasche“.

Das Freisinger Tagblatt hatte am 20. Februar zur Podiumsdiskussion mit den sechs Bürgermeister-Kandidaten eingeladen. Fast 600 Neufahrnerinnen und Neufahrner wollten wissen, wie jeder einzelne der Bewerber um das Amt des Gemeindechefs an diese Aufgabe herangehen würde. Moderiert wurde die Veranstaltung locker und mit viel Humor von Helmut Hobmaier (Freisinger Tagblatt).

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Die sechs Neufahrner Bürgermeisterkandidaten stehen Rede und Antwort.

"Wie und wo sehen Sie Entwicklungspotential für die Ortsteile?“ Maximilian Heumann empfiehlt, man solle doch mal bei anderen Kommunen schauen, wie die das machen. Ozan Iyibas hält es dagegen für ratsam, in der Verwaltung Prioritäten für die Umsetzung der Herausforderungen in den Ortsteilen zu setzen. Einen Ortsentwicklungsplan findet Franz Heilmeier zwar wichtig, aber die je eigene Identität der einzelnen Orte sollte erhalten bleiben. Ähnlicher Meinung ist Marc Bosch, „es soll nicht Neufahrn 1, 2 oder 3 geben.“

Das Thema „Wirtschaft“ beschäftigt die sechs unterschiedlich. Ozan Iyibas beabsichtigt u.a., eng mit dem Flughafen zusammenzuarbeiten, Norbert Manhart favorisiert regelmäßigen Kontakt zu den Betrieben. Dass sich die Gewerbesteuereinnahmen laut Franz Heilmeier in den vergangenen Jahren von 3,5 auf 7 bis 10 Millionen erhöht haben, reicht Marc Bosch nicht. Er möchte mehr mittelständische Betriebe am Ort, außerdem solle man sich die reicheren Nachbargemeinden zum Vorbild nehmen. Maximilian Heumann befürwortet Flächenbevorratung für zukünftige Anfragen.

„Alte Halle“ - hier ist man sich weitgehend einig, dass der Neubau im Zentrum bleiben sollte. Einzig Marc Bosch bevorzugt dafür den Freizeitpark, er möchte statt einer Eventhalle eine „grüne Lunge“ als Erweiterung des Markplatzes.

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Volles Haus beim Podiumsgespräch mit den Bürgermeisterkandidaten

Die abschließende Runde und danach die Fragen aus dem Publikum brachten manche überraschende Information. Um die dringend nötige Umgestaltung des S-Bahnhofs voranzutreiben, hält Felix Bergauer es für erforderlich: „Man muss mehr Druck aufbauen der Bahn gegenüber!“ Was den Moderator zu der skeptischen Rückfrage veranlasste, ob er denn überhaupt schon mal mit der Bahn zu tun hatte. Zur Anbindung von Neufahrn an die U6 gibt es unterschiedliche Vorstellungen. Ozan Iyibas schätzt, es könne zehn bis 15 Jahren dauern, Franz Heilmeier dagegen hält dies für eine Illusion. Norbert Manhart denkt bereits weiter: Am Bahnhof wäre dann ein Parkhaus nötig, um zusätzliche Verkehrsprobleme zu verhindern, er findet, die U6 sollte dann gleich bis nach Freising weiter gebaut werden.

Auf die Frage aus dem Publikum zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sprich Kinderbetreuung, setzt Maximilian Heumann – nicht nur für die Fragerin schwer nachvollziehbar - auf Kommunikation und Digitalisierung, Norbert Manhart empfiehlt, auf Tagesmütter oder Omas zurückzugreifen.

Marc Bosch will gar die Polizeipräsenz in Neufahrn verdoppeln. Auf den Hinweis, dass dies nicht in der Kompetenz der Gemeinde liege, erklärt er es kurzerhand zur Chefsache: „Wo mir Kompetenzen fehlen, habe ich sie mir bis jetzt noch immer erarbeitet!“

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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