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„Nicht die Herkunft zählt, sondern die Kompetenz!“

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 18. Januar 2020

Ozan Iyibas ist CSU-Bürgermeisterkandidat

Das Medieninteresse war groß, als am 17. Januar der CSU-Ortsverband Neufahrn zur Nominierungsversammlung für den Bürgermeisterkandidaten eingeladen hatte. Vertreter von Rundfunk, Fernsehen und diversen Tageszeitungen waren angereist, um über die Wahl zu berichten. Dass dieser politische Vorgang so viel öffentliches Aufsehen erregte, lag daran, dass Ozan Iyibas ein Kandidat mit türkischen Wurzeln ist, der muslimisch-alevitischen Gemeinde angehört und für die CSU ins Rennen geht. Im Gegensatz zu den Ereignissen in dem schwäbischen Ort Wallerstein, wo der türkisch-stämmige Kandidat mangels Unterstützung durch die Parteibasis aufgegeben hatte, stand in Neufahrn der gesamte Ortsverband geschlossen hinter der Nominierung von Iyibas. Dies zeigte auch das Wahlergebnis, 32 Stimmberechtigte gaben ihr Votum ab, Gegenstimme gab es keine einzige.

Doch ehe es soweit war, dass der Bürgermeisterkandidat ans Mikrofon treten und sich für den großen Vertrauensbeweis bedanken konnte, stand erstmal seine Nominierungsrede auf der Tagesordnung.

In seiner engagierten und leidenschaftlichen Ansprache machte er deutlich, wie er sich sein Wirken vorstellt, falls er als neuer Gemeindechef ins Rathaus einziehen sollte. Vor allem gehe es ihm darum, die Wirtschaft im Ort zu verbessern. Dafür hat er große Pläne und diese Aufgabe möchte er auch nicht delegieren, denn für ihn ist Wirtschaft „Chefsache“. Dazu gehört u.a. auch die Ausweisung neuer Flächen für die Ansiedlung kleinerer Betriebe bis hin zur Schaffung eines kostenlosen Handwerker-Parkausweises. Er beklagt, dass die Kommune die Trägerschaft der Kindergärten vor Jahren aus der Hand gegeben hatte, das müsse man eventuell wieder ändern. Für die Senioren möchte er Wohnmöglichkeiten wie z.B. betreutes Wohnen oder ein Mehrgenerationenhaus schaffen.

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Engagiert und leidenschaftlich: Ozan Iyibas möchte für die CSU als Bürgermeister ins Neufahrner Rathaus einziehen.

Die Ortsteile sollen seiner Meinung nach mehr Lebensqualität auch für junge Menschen bringen und zur dritten Startbahn hat er eine klare Meinung, sie sollte endgültig beerdigt werden. Die Verwaltung im Rathaus würde er gerne dadurch entlasten, dass Bürgerinnen und Bürger vieles online erledigen können. Ein Bürgermeister für alle möchte Ozan Iyibas sein, ein Teamplayer.

Der 37-jährige Unternehmensberater, der in Freising geboren und in Neufahrn aufgewachsen ist, will allerdings nicht immer wieder auf seine türkische Herkunft angesprochen werden. Viel lieber, so sagt er, möchte er ein Türöffner sein durch sein politisches Handeln und Wirken. „Mensch und Kompetenz müssen im Vordergrund stehen.“ Er verrät sowohl im Film als auch in seiner Ansprache, dass die Mutter mit dem zehnjährigen Buben einen katholischen Gottesdienst besucht hat, weil sie es wichtig fand, dass er Werte, Kultur und auch die Religion des Landes kennenlernt, in dem er aller Voraussicht nach sein ganzes Leben verbringen wird.

Das Interesse für Politik war bei Iyibas schon lange vorhanden, berichtet er in seiner Antrittsrede. 2007 trat er in die CSU ein, 2014 wurde er in den Neufahrner Gemeinderat gewählt. Auch auf Kreis- und Landesebene ist er aktiv. Sollte er als neuer Chef ins Rathaus einziehen, dann, so verspricht er, will er alle anderen Ämter abgeben und nur Bürgermeister sein.

Das Nebenzimmer im Gasthof Maisberger konnte an diesem Abend den Andrang der Gäste und Medienvertreter kaum fassen. Neben Staatsminister Florian Herrmann - „lieber Ozan, wir sind wirklich stolz auf dich“ - hatte auch der CSU-Landesvorsitzende Markus Blume den Weg nach Neufahrn gefunden. Dass zahlreiche CSU-Gemeinderatskandidaten und viele Mitglieder anwesend waren, ist eher selbstverständlich, aber auch CSU-Parteiprominenz aus den umliegenden Orten war bei diesem Anlass in Neufahrn zu Gast.

Zum Schluss warf Ozan Iyibas noch einen Blick auf die kommenden zwei Monate: „Ich freue mich auf einen Wahlkampf, der fair und von gegenseitigem Respekt geprägt ist." Und er schloss mit dem motivierenden Appell „jetzt pack ma’s an!““

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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