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Viele Informationen, viele Fragen

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 28. November 2019

Volles Haus bei der Bürgerversammlung in Neufahrn

Wie schon bei den Versammlungen in den einzelnen Ortsteilen informierte Bürgermeister Franz Heilmeier auch bei der Neufahrner Bürgerversammlung am 26. November im Gasthof Gumberger über Entwicklungen und Ziele der Gemeinde. So u.a. über den Stand der Neubauten von Kinderkrippe am Keltenweg und Kindergarten am ehemaligen Fußballplatz, die gewerbliche Entwicklung der Gemeinde, wie z.B. NOVA Neufahrn, Müller-Brot-Areal und das Gewerbegebiet Mintraching-Ost.

Die Informationen zum Thema Verkehr umfassten die neu geschaffene Stelle „Mobilität“ mit ihrem Ansprechpartner Simon Weichwald, den Fahrradschnellweg im Bereich Mintraching-Dietersheim und die Radwegverbindung Fürholzen-Freising. Interessant vor allem für die Bürgerinnen und Bürger der Ortsteile ist die voraussichtlich für 2022 vorgesehene Einrichtung der Buslinie 694 mit Haltestellen in Giggenhausen und Massenhausen.

Freuen dürften sich die Neufahrner über die Geschwindigkeitsbeschränkungen in der Dietersheimer Straße, vor dem Seniorenzentrum in der Echinger Straße und in der gesamten Bahnhofstraße. Hier wurde die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h beschränkt.

Mit einem Überblick über die Entwicklung der Gemeindefinanzen und einem Blick auf zukünftige Ziele beendete der Bürgermeister den allgemeinen Info-Teil.

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Kein Platz blieb frei bei der Bürgerversammlung in Neufahrn.

Ein Schwerpunkt des Abends war die neue „Alte Halle“. Astrid Weisel vom Planungsteam ISEK (Integriertes Städtisches Entwicklungskonzept) informierte ausführlich über den derzeitigen Stand der Überlegungen für einen Neubau. Sie stellte die unterschiedlichen Gebäudevarianten mit ihren Vor- und Nachteilen, deren Einbindung in die Ortsmitte und die Parkmöglichkeiten vor. Favorisiert wird derzeit noch keine Variante, fest steht jedoch, dass es sich um eine multifunktionale Veranstaltungshalle mit Tiefgarage, kleiner Gastronomie und Büronutzung handeln wird, die neben kleineren Räumen einen Saal mit 300 bis 350 Plätzen aufweisen soll. „Eine spannende, zukunftsorientierte Aufgabe, eine Halle, die die nächsten 100 Jahre stehen soll“ meinte Astrid Weisel in Anspielung auf die vor genau 100 Jahren erstellte Alte Halle. Viele Rückfragen wurden gestellt, z. B. zur Teilbarkeit des Saals, behindertengerechter Ausstattung und auch nach dem Zeitpunkt der Verwirklichung. „Denn“, so die hoffentlich nicht ganz ernst gemeinte Anmerkung eines Neufahrners, „ich bin schon etwas älter und würde die Fertigstellung gern noch erleben.“

Viele Bürgerinnen und Bürger nutzten die anschließende Gelegenheit, um ihre Anliegen an die Gemeinde zu Gehör zu bringen. Zahlreiche Fragen konnte Bürgermeister Franz Heilmeier zwar gleich vor Ort beantworten, bei anderen versprach er, das Thema „mitzunehmen“, nicht alles jedoch ließ sich zur Zufriedenheit der Fragenden klären.

Ein Problem, das viel Ärger bei den Betroffenen hervorruft, ist das Boarding-Haus in der Gottfried-von-Cramm-Straße. Wildes Parken, lärmende Gäste und vor allem der Müll, der inzwischen bereits ein Rattenproblem verursacht, belasten seit langem die Anwohner. Da das Boardinghaus in einer Zeit erstellt wurde, in der es noch keinen Bebauungsplan für dieses Gebiet gab, könne man rückwirkend nichts dagegen unternehmen. „Aber“, so Heilmeier, „Ordnungsamt und Bauhof sind inzwischen dort aktiv.“

Auch die Belastung durch parkende Lieferwagen in Wohngebieten kam zur Sprache. Zumindest den damit verbundenen Vorwurf mangelnder Parküberwachung konnte Heilmeier mit der Information entkräften, dass jährlich mehr als 100.000 Euro aus der Überwachung des ruhenden Verkehrs in den Gemeindesäckel fließen.

Weitere Fragen betrafen z.B. den Wunsch nach einem Café im Wohngebiet Neufahrn-Süd. Hier hat die Gemeinde keinen Einfluss, da es sich bei den Grundstücken um Privateigentum handle. Es ging um Parkprobleme in der Bahnhofstraße, um abgeholzte Bäume bei einer Neubebauung, um Unkraut auf den Gehsteigen und um die Busanbindung einzelner Straßen. Ein „Uralt-Anliegen“ wird sich bald erledigen, bei Straßen, die nach bekannten Persönlichkeiten benannt sind, wird ein erklärendes Schild angebracht. Der ganz aktuelle Wunsch, bei der Bürgerversammlung auch für die Fragen ein Mikrofon zu verwenden, war insbesondere für diejenigen nachvollziehbar, die etwas weiter hinten saßen.

Nach fast drei Stunden mit viel Information und zeitweise heftigen Diskussionen ging die mit mehr als 130 Teilnehmern ungewöhnlich gut besuchte Bürgerversammlung zu Ende.

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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