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Mister 100 Prozent

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 23. September 2019

Freie Wähler stehen geschlossen hinter ihrem Bürgermeisteranwärter


In Sachen Bürgermeisterkandidat aufstellen sichern sich die Freien Wähler die Pole Position. Vor allen anderen schicken sie ihre Wahl Norbert Manhart ins Rennen um das Amt des Rathauschefs. Das eindeutige Ergebnis macht den Anwärter zunächst ein wenig sprachlos. Schließlich sitzt der Projektmanager noch vor weniger als einem Jahr für die Grünen im Gemeinderat. Da kann ein 100-prozentiger Vertrauensverweis selbst Kommunikationsgewandte nach Worten suchen lassen. Es dauert ein paar Sekunden, bis sich Manhart bedanken kann: „Jetzt muss ich schon mal schlucken." Immer noch fast ungläubig, schüttelt der Hüne abermals seinen Kopf, bis er sich durch den anhaltenden Applaus Gehör verschafft: „100 Prozent! Nochmals vielen Dank."

 

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Nur wenige Minuten vor der Stimmabgabe freut sich der Landtagsabgeordnete für die Freien Wähler und Wahlleiter, Benno Zierer: „Es ist immer erfreulich, wenn eine Gruppe so stark in einer Gemeinde verankert ist, dass sie nicht nur eine Gemeinderatsliste aufstellt, sondern auch für das wichtige Amt des Bürgermeisters einen Kandidaten nennt." Manfred Holzer, Vorsitzender des Ortsverbandes, sieht es genauso und betont: „Neufahrn ist eine prosperierende Wachstumsgemeinde, deshalb brauchen wir auch zukünftig einen Kopf mit Führungskompetenz."
Norbert Manhart scheint den Ansprüchen zu genügen. Mit ihm stellen die Freien Wähler einen echten Neufahrner auf, der seinen Heimatort aus dem Effeff kennt: „Ich bin hier aufgewachsen und verbunden mit der Ortschaft, das ist meine Heimat", bekräftigt der 50-Jährige und gibt einen tieferen Einblick, was es für ihn bedeutet: „Das ist für mich nicht nur der Boden, sondern der Zusammenhalt und das Engagement in der Gemeinde und die Vernetztheit. Ich kenne viele Leute, die kennen mich und ich kenne die Probleme hier." Für Manhart ist sein Bekenntnis zu Neufahrn untrennbar mit ökologischen Themen verbunden und nennt seinen Grund: „Wir haben nur eine Erde und keinen Planet B. Wir müssen schauen, dass wir diese Welt unseren Kindern und Enkeln vernünftig weitergeben können. Andere Gemeinde sind diesbezüglich Meilen weiter in ihrer Entwicklung."


Seit bald 25 Jahren ist der Kommunalpolitiker verheiratet und Vater einer 19-Jährigen Studentin und eines bald 14-Jährigen Sohnes. Während seiner Nominierung sitzen seine Gattin und die Tochter bei der Polizei und erstatten Anzeige: „Meiner Tochter wurde heute der Geldbeutel gestohlen", erklärt und bedauert Manhart die Abwesenheit seiner Familie. Zu gerne hätte er diesen Moment geteilt. Selbst beschreibt sich der ehrenamtliche Feuerwehrmann als „vorausschauenden, manchmal hochkommunikativen, realitätsnahen und ökonomisch denkenden Menschen". Dabei möchte er den Leuten vor allem zuhören: „Das heißt für mich aber auch, dass die Antwort nicht immer „ja" sein kann. Sie wird nicht immer zufriedenstellend sein, aber ich will zumindest sagen, ob man es umsetzen kann oder nicht."


Agieren statt reagieren
Am Herzen liegen Manhart auch soziale Themen: „Die Probleme werden sich sicherlich in den nächsten Jahren eher verstärken." Eine einfache Idee, die er aus dem Urlaub mitgebracht hat, könnte Schule machen: „Ein Fenster, in das jeder Lebensmittel stellen und der, der sie braucht, abholen kann. Jeder, der in Urlaub fährt, kennt das. Was passiert mit dem Joghurt im Kühlschrank? So ist es sinnvoll für alle." Genauso brennt Manhart die Verkehrssituation in Neufahrn unter den Nägeln: „Dabei blicke ich auf unsere Nachbargemeinde Eching, die ein temporäres LKW-Durchfahrtverbot hat, dass immer ausgedehnter wird, oder in Hallbergmoos Tempo 30." Als ob es ein Beweis für die Dringlichkeit seines Anliegens sei, liefert genau in diesem Moment ein Verkehrsrowdy vor der Haustür das ohrenbetäubende Quietschen durch Durchdrehen der Reifen und Driften seines Sportwagens. Einer der wichtigsten Punkte aber ist für Manhart: „Ich will die Gemeinde so weiterentwickeln, dass wir von einer Politik des Reagierens weg hin zu einer Politik des Agierens kommen." Ob er dazu Gelegenheit bekommt, entscheidet die Bürgermeisterwahl im März 2020.


Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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