lesen-sie-auch-andere-ortszeitungen Oberdinger Kurier Logo echinger-echo haarer-echo herrschinger-spiegel mooskurier

Ein Plädoyer für die bayerische Landwirtschaft

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 08. September 2019

Ministerin Michaela Kaniber beim Wirtschaftsempfang des CSU-Ortsverbands Neufahrn

Hochkarätige Gäste waren zum diesjährigen Wirtschaftsempfang der Neufahrner CSU eingeladen. Neben regionaler Politprominenz, darunter MdB Erich Irlstorfer und Bezirksrat Simon Schindlmayr, fanden sich am 5. September rund 170 Interessierte in der Halle von Sepp Holzner in Mintraching-Grüneck ein.

Zum Thema des Abends - „Landwirtschaft“ – passte das Grußwort des stellv. CSU-Ortsvorsitzenden Ozan Iyibas. „Unsere Land-/Ernährungswirtschaft ist gut aufgestellt“, stellte er zu Beginn der Veranstaltung fest und er zeigte sich beeindruckt, wie sich die Landwirtschaft in Bayern entwickelt hat. MdB Erich Irlstofer ergriff ebenfalls das Wort und rief am Ende des Abends vor allem dazu auf, sich an der im Frühjahr 2020 anstehenden Kommunalwahl aktiv zu beteiligen.

csu wirtschaftsempfang2019 1

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, eingerahmt von Ozan Iyibas (li) und Hans Mayer (re) vom CSU-Ortsverband Neufahrn

Prominentester Gast und Hauptrednerin des Abends war Michaela Kaniber, MdL, Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Erfreut stellte sie fest, dass man in Neufahrn weiß, was sich eine Wirtstochter zur Begrüßung wünscht, nämlich ein frisches Helles, das ihr sogleich unaufgefordert überreicht wurde.

Ohne Umschweife kam sie zur Sache und scheute sich auch nicht, deutliche Worte zu gebrauchen. Sie erteilte eine „Absage an alle, die apokalyptische Szenarien schildern, aber keine Lösungsvorschläge anbieten.“ Die Frage „wie realitätsfremd sind manche Vorstellungen?“ adressierte sie vor allem an die Grünen.

Ganz besonders ging sie darauf ein, dass ihrer Meinung nach die Wertschätzung für die Landwirte zu kurz kommt. Kritisch stellte sie fest: „die Menschen haben den Bezug zur Landwirtschaft verloren." Statt Überfluss durch Dumping-Preise setzt sie auf Regionalität, "Nahversorgung muss möglich gemacht werden.“ Aber sie fragt auch, „wie soll der Bauer das wirtschaftlich hinbekommen?“ Ihre Folgerung ist, dass die kleineren Betriebe in Bayern mehr Geld bekommen sollen und nicht die großen in anderen Bundesländern.

csu wirtschaftsempfang2019 3

Viel Beifall gab es beim Wirtschaftsempfang der CSU für die engagierte Rede der Ministerin.

Sie ging u.a. auch auf das vieldiskutierte Thema „Tierschutz“ ein und kritisierte die emotionale Diskussion. „In Bayern gibt es gerade mal fünf Betriebe, die mehr als 500 Rinder halten“ zählte sie auf. Wurden die Fördermittel für Stallbauten zwar mittlerweile erhöht, so gehen Bau und Umbau von Ställen nicht von heute auf morgen, „ein Stall ist ja nicht aus Playmobil“.

„Die Ställe der Zukunft wünsche ich mir in Bayern und nirgendwo anders!“ - Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber beim Wirtschaftsempfang der Neufahrner CSU

Stolz ist sie auf die Landfrauen, die u.a. in Schulen von ihrer Arbeit berichten. „Erzählen Sie selber Ihre Geschichte, schreiben Sie einen Leserbrief, gehen Sie in die Schulen“ rief sie dem Publikum zu, „wir sind stolz auf unsere Landwirte. Sie dürfen diesen Stolz zeigen!“ Und sie ergänzt: „Bayern ist Bauernland, wir sollten ein bisschen mehr Mut haben.“ Ist doch die Landwirtschaft nach der Automobilindustrie die zweitstärkste wirtschaftliche Säule in Bayern.

„Bayern muss Vorbild in der Klimafrage sein, und in der Landwirtschaft sollte man die Digitalisierung immer im Fokus haben“ forderte sie, denn „unser bayerischer Anspruch ist es, besser zu sein als andere.“

Beschenkt mit regionalen Produkten, überreicht vom CSU-Ortsvorsitzenden Hans Mayer, stellte sich die Ministerin zum Abschluss bereitwillig den anstehenden Fragen.

Für Sie berichtete Maria Schultz.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok