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Für mehr Miteinander

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 03. Februar 2014

Die Neufahrner Grünen luden zum 1. Neujahrsempfang

(Text/Foto: subs) Schwungvoll mit der Zwei-Generationen-Band „Teenies und Grufties" – einem Projekt der Volkshochschule Neufahrn – sind die Grünen ins neue Jahr gestartet. Beim 1. Neujahrsempfang der Partei am 26. Januar im Saal des Gasthof Gumberger begrüßte Ortssprecherin Ulrike Gietl die zahlreichen Gäste mit dem Wunsch nach einem „Mehr an Miteinander" und der Hoffnung auf einen Neuanfang 2014. „Wir freuen uns, diesen mit zu gestalten", sagte sie. „Vieles ist im Umbruch", bestätigte auch Franz Heilmeier, Bürgermeisterkandidat der Grünen. Gemäß des Wahlkampfslogans der Partei „Neufahrn in guten Händen" gab er einen Überblick von dem, was sich alles ändern soll, wenn er am 16. März die meisten Stimmen erhalten sollte. Man müsse vor allem langfristig denken, nicht nur von Wahl zu Wahl und Legislaturperiode zu Legislaturperiode. „Es geht darum, zusammen mit dem Gemeinderat, den Bürgern und der Verwaltung Vorstellungen und Ideen zu entwickeln, hinter denen man stehen kann.". Themenschwerpunkte seien hierbei Verkehr, Wirtschaft und Umweltschutz. Wichtig für die politische Arbeit der Gemeinde sei aber vor allem das Miteinander der Menschen. „Wir müssen die Bürger mitnehmen, müssen gut informieren", sagte Franz Heilmeier. Zur Politik gekommen sei er durch den Widerstand gegen den Bavaria Park. „Ich war aber immer schon ein politisch interessierter Mensch." Dass er bisher nicht im Gemeinderat sitzt, lässt der studierte Theologe und Pastoralreferent nicht als Argument gegen einen möglichen Bürgermeister Heilmeier gelten: „Ich müsste mich sicherlich erst einarbeiten, aber das müssen alle." In einem Interview habe der langjährige Rathauschef einer benachbarten Gemeinde kürzlich gesagt, ein Bürgermeister müsse moderieren können, Visionen haben und die Leute mitnehmen. „Das alles kann ich." Das habe er durch seine Erfahrung im Beruf, der Familie und im Sport immer gebraucht. „Zugleich würde ich nicht in erster Linie Parteipolitik machen, dazu haben wir zu viele gute Leute auch in anderen Parteien und Gruppierungen." Die Aussage, dass viele Neufahrner Bürger sich einen Bürgermeister Franz Heilmeier vorstellen könnten, wenn er bei einer anderen Partei wäre, will der Grünen-Kandidat so auch nicht stehen lassen: „Auch in unserer Partei gibt es hochrangige Vertreter, die mich stören. In anderen Parteien suche ich aber hochrangige Vertreter, die mich nicht stören." Zudem seien die Grünen die ersten gewesen, die sich von Anfang an klar und deutlich gegen eine 3. Startbahn ausgesprochen haben.
Dass es andernorts gut klappt mit einem „Grünen"-Bürgermeister, sollte der Gast Dieter Gewies beweisen, der seit 18 Jahren Bürgermeister in Furth bei Landshut ist – mit traumhaften Wahlergebnissen von sogar 93% in der 3. Wahlperiode. Sehr anschaulich und unterhaltsam berichtete Dieter Gewies darüber, wie er sich 1996 mit 71 % gegen vier Mitbewerber durchgesetzt hatte, „obwohl ich als neu Zugezogener weder im Gemeinderat war noch die Gemeinde sehr gut kannte." Er berichtetet von der Herausforderung, sich ins Amt einzuarbeiten, mit einem Gemeinderat zusammen zu arbeiten, der „100 % aus Opposition bestand" und einen Gemeinderat zu versöhnen, der „heillos zerstritten war." Und Dieter Gewies berichtete auch über die erfolgreiche Arbeit in den vergangenen 18 Jahren. Zunächst habe man auf einem Nachhaltigkeitsseminar ein Konzept entwickelt. „Jetzt haben wir alle Punkte daraus umgesetzt"; sagte er stolz und nannte als oberste Priorität daraus das Thema Bildung und Erziehung. „Als 3500 Seelen Gemeinde haben wir ein Gymnasium, eine Realschule, eine Grund- und Mittelschule. Alle Einrichtungen sind integrativ, die Grundschule bis zur 4. Klasse sogar inklusiv." Darauf gelte es jetzt aufzubauen. Als 2. Punkt nannte Dieter Gewies das Thema „Leben in Alter". „Es ging uns dabei hauptsächlich darum, ein neues Dorfzentrum zu schaffen, in dem alte Leute wohnen und leben können, das heißt zentrale Einkaufsmöglichkeiten, zentrale Hilfsangebote etc." Erst an 3. Stelle nannte der Further Bürgermeister das Thema Energie und berichtete, dass die Gemeinde 80 Prozent ihres Stroms und 80 Prozent der Wärme selbst herstellen würde.

gruene

Freuen sich auf die kommenden Wochen: Furths Bürgermeister Dieter Gewies, Landratskandidatin Birgit Mooser-Niefanger und Neufahrns Bürgermeister-Kandidat Franz Heilmeier.

Und auch Dieter Gewies betonte immer wieder, wie wichtig es sei, die Bürger mit ins Boot zu holen und eine Politik der Transparenz anzubieten.
Diese Aussage unterstützte auch Birgit Mooser-Niefanger, die Landratskandidatin der Grünen. Die Reporterin, politische Trainerin und Gründerin des „SV Zukunft" verglich die Politik mit ihrer Lieblingssportart Fußball: „Drei Dinge, die für eine Fußballmannschaft wichtig sind, sind auch in der Politik wichtig: 1. Moral, 2. Mut und 3. der Star ist die Mannschaft", sagte sie und erklärte die Punkte sogleich. Es sei so immens wichtig, für den Bürger glaubwürdig zu bleiben und das gewonnene Vertrauen nicht zu missbrauchen. „Gleichzeitig brauchen wir den Mut, auch einmal etwas anders zu machen. Wir brauchen den Mut auch einmal Nein zu sagen, zum Beispiel zur 3. Startbahn." Zudem könne ein Bürgermeister nur so gut sein wie die Mannschaft, die Verwaltung und auch die Bürger. Er müsse alles daran setzen, Lebensqualität als Perspektive anzubieten, nicht als Vision.
Lange hatten die Gäste nach den drei Rednern die Gelegenheit bei einem Imbiss zusammen zu stehen und über das Gehörte zu diskutieren.

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