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Von älteren Männern und frechen Weibern

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 14. Februar 2020

Eine heitere Lesung mit Musik mit Helmut Eckl und der Neufahrner Henahof-Musi

Längst schon hing an der Tür das Schild „ausverkauft“, doch noch immer kamen die Gäste. Aber alles kein Problem, dann rückte man halt ein bisschen zusammen. Die Zwischenwand war geöffnet und beide Nebenzimmer im Gasthof Maisberger waren am 7. Februar gerammelt voll. Mehr als 200 Zuschauer wollten dabei sein bei der heiteren Lesung von Helmut Eckl und frecher Weiber-Musik, gespielt und gesungen von der Neufahrner Henahof-Musi.

Der Münchner Turmschreiber Helmut Eckl, Inhaber des Poeten-Talers, der sich selbst als Urgestein der Münchner Kleinkunstszene bezeichnet, zeigte sich verwundert: „I hob gor net gwusst, dass Neufahrn überhaupt so vui Einwohner hod!“

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Der Münchner Autor Helmut Eckl liest heitere Geschichten und Gedichte übers Älterwerden.

Dass das Älterwerden insbesondere für die Männer nicht einfach ist, führte der Autor an diesem Abend mit seinen Texten deutlich vor Augen. Er las Gedichte und erzählte Geschichten, heitere und nicht ganz so lustige, über zunehmende Beschwernisse im höheren Alter. Aber ältere Herren erleben manchmal auch die eine oder andere überraschende Begegnung wie jene in der Sauna-Umkleide, wo den Autor eine gutgebaute ehemalige Isarnixe im Evaskostüm in ihren Bann ziehen wollte. Er las Reiseskizzen vor und berichtete von kuriosen Alltagsbegebenheiten. Alles so überzeugend, dass man ihm ohne weiteres glaubte, dass ihm das alles selbst widerfahren ist oder er es zumindest als Zuschauer miterlebt hat. Dass er beim Lesen und Erzählen hin und wieder selber herzlich lachen musste, machte alles noch viel lebendiger, und so mancher im Publikum nickte zustimmend, „ja, das kenn‘ ich auch.“

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Die vier Frauen der Neufahrner Henahof-Musi, hier Elisabeth Klein, sangen freche Lieder über Männer und andere wichtige Themen.

Die Neufahrner Henahof-Musi (Christa Dörner-Ausfelder, Erna Nagel, Elisabeth Klein, Bärbel Ernst) baten gleich in ihrem ersten Stück das Publikum um Mitwirkung. Alle folgten bereitwillig den Anweisungen und sangen lauthals mit. Viele freche Stücke hatten die vier an diesem Abend im Programm. Passend zum Thema empfahlen sie den anwesenden Damen „Nehman’s an Oidn“, sie sangen in aller Deutlichkeit von den Tücken eines vollen Dixi-Clos und sie hatten sogar ein Rezept für Heilbehandlung und Gesundheitsvorsorge parat: „A Glaserl Eigenurin…“

Dem Heimat- und Geschichtsverein ist mit dieser Veranstaltung – wie bereits in den vergangenen Jahren - erneut ein Höhepunkt in der Faschingszeit gelungen. Das Publikum war begeistert und der Wunsch nach Ähnlichem oder einer Wiederholung war unüberhörbar.

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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