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Literarisches - Kulinarisches

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 16. Februar 2019

Hans Montag liest und kocht in der Neufahrner Bibliothek

Zwei Leidenschaften hat Hans Montag: Kochen und Schreiben. Da liegt es nahe, beides zu kombinieren. Nachdem ihm nämlich nicht besonders gut gefiel, dass bei seinen Lesungen das Publikum nichts anderes zu tun hatte als zuzuhören, kam er vor einigen Jahren auf die Idee, nicht nur aus seinen Büchern vorzulesen, sondern diese Veranstaltungen mit einem guten Essen zu verbinden.

Und so verwandelte sich bei dieser ungewöhnlichen Autorenlesung am 15. Februar das Neufahrner „Bücherschiff“ vorübergehend in ein Feinschmeckerlokal. Statt auf Stuhlreihen nahmen die Gäste an Tischen Platz, die mit weißen Tischdecken, roten und weißen Servietten und funkelnden Gläser festlich eingedeckt waren.

Der Autor stellte an diesem Abend seinen Roman „Der lange Weg der Aagila Bakthtari“ vor, den dritten und letzten Band über eine afghanische Flüchtlingsfamilie. „Obwohl in Romanform, sind es keine unpolitischen Bücher“ beschreibt er seine Trilogie. In den drei Romanen geht es um die Angehörigen der Familie Bakthtari, von denen jeder ein schwieriges Schicksal zu meistern hat. Das Mädchen Fahim, den Fängen der Taliban entronnen und schwer traumatisiert, kommt nach Deutschland und muss sich mit der fremden Kultur auseinandersetzen. Ihr Bruder Kabir scheitert auf seinem Weg in die Freiheit. Aagila, die Mutter, schafft es nach vielen Schicksalsschlägen am Ende doch noch, sich in Deutschland einem neuen Leben zu stellen.

montag lesung

Bei der Autorenlesung mit Hans Montag wird das Neufahrner "Bücherschiff" für einen Abend zum Restaurant.

„Zu jedem Roman gibt es ein ganz bestimmtes Essen“ verriet der Autor. Zum Schicksal der Aagila Bakthtari hatte er ein afghanisches Menü vorbereitet und die einzelnen Gänge wurden jeweils zwischen den Leseeinheiten serviert. Unterstützt von seiner Ehefrau, verwöhnte Hans Montag das Publikum mit Linsensuppe, Kabuli (Reiseintopf mit Gemüse und Kalbfleisch) und zum Abschluss mit einer „Himmlischen Mangocreme“.

Zum besseren Verständnis des Romans wären allerdings einige erklärende Worte zu den Ereignissen aus den ersten beiden Bänden hilfreich gewesen, ebenso ein paar verbindende Sätze zwischen den einzelnen Leseabschnitten. Ein Mikrofon hätte dem Verstehen, insbesondere für die Gäste auf den hinteren Plätzen, ebenfalls gut getan.

Hans Montag hatte eine Auswahl seiner Bücher bereit gelegt und sicher hat dabei so mancher Lust bekommen, auch seine anderen Romane zu lesen. In jeder Beziehung also ein appetitanregender Abend mit vorzüglichem Essen!

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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