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Paradies für Bücherwürmer und Leseratten

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 10. Juli 2018

StadtLesen verwandelt den Marktplatz in eine Open-Air-Bücheroase.

Matteo und Luca schaukeln gemütlich in der Hängematte und lassen sich von ihrer Mama eine Geschichte vorlesen. Marie und ihre Mutter sitzen entspannt im Liegestuhl und schauen sich Zeitschriften an, für Lukas hat seine Mama ein dickes Bilderbuch geholt… Der Neufahrner Marktplatz verwandelte sich vier Tage lang in eine Open Air-Bibliothek, in der nach Herzenslust gelesen werden durfte. Büchertürme und Regale boten eine reiche Auswahl an Lesefutter, und Groß und Klein, Alt und Jung, Gelegenheitsleser und Bücherwürmer nutzten die Gelegenheit, es sich mit einem Buch in der Hand bequem zu machen in Hängematten, auf Liegestühlen, Sofas und kuscheligen Sitzsäcken, die zum Sitzen, Liegen und vor allem zum Schmökern einluden. Manche nutzten die Gelegenheit gar zu einem literarischen Sonntagsfrühstück unter freiem Himmel und das eine oder andere spannende Buch sah seinen Platz im Regal nur nachts, denn am nächsten Tag musste sofort wieder weitergelesen werden.

 

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„Bitte nicht stören – wir zwei wollen in aller Ruhe lesen!“

Als eine von 26 Städten, darunter immerhin Großstädte wie Berlin, Köln, Fürth, Linz und Wien, war Neufahrn als einer der Orte ausgewählt worden, in dem das Team von StadtLesen Station machte. Der Neufahrner Marktplatz wurde vom 5. bis 7. Juli zu einem großen bunten Lesewohnzimmer, in dem rund 3000 Bücher und Zeitschriften Lesegenuss pur ermöglichten, unter freiem Himmel und bei freiem Eintritt.

StadtLesen, ein Projekt der Innovationswerkstatt Salzburg, das sogar unter der Schirmherrschaft der österreichischen UNESCO Kommission steht, wurde vor zehn Jahren gegründet um die Lust am Lesen zu fördern. Initiiert wurde die Neufahrner Teilnahme vom Marktplatztreff und der Gemeindebibliothek. Nicht zuletzt dank vieler Lesebegeisterter, die für Neufahrn gevotet hatten, schaffte es die Gemeinde auf die Liste der teilnehmenden Orte für 2018. Schirmherr Bürgermeister Franz Heilmeier brachte am Eröffnungsabend seine Freude darüber zum Ausdruck, „dass unsere Gemeinde als eine der 26 Stationen in vier Ländern ausgewählt wurde“.

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Platz zum Lesen ist in der kleinsten Hütte.

Bei bestem Sommerwetter genoss ein gut gelauntes Publikum bereits am ersten Abend ein ganz besonderes Highlight. Wladimir Kaminer, bekannt u.a. durch „Russendisko“, stellte nicht nur sein neuestes Buch „Ausgerechnet Deutschland“ vor, sondern erzählte auch viel aus seinem Leben. „Ein toller Abend“, fand nicht nur Bürgermeister Heilmeier, „ein begnadeter kurzweiliger Unterhalter und viel mehr als ein Vorleser.“

Leider mussten am Freitag die Kinder der Grundschule am Fürholzer Weg wegen des strömenden Regens in die Bibliothek ausweichen, aber auch dort hatten die Mädchen und Buben viel Vergnügen an den Geschichten, die die Freisinger Kinderbuchautorin Cornelia Neudert aus ihren Büchern vorlas.

Am Samstag und Sonntag konnte man nicht nur schmökern, sondern durfte sich zwischendurch auch mal gemütlich zurücklehnen und zuhören: Jana Hupfer las aus ihrem Buch „Run or Swim?“ und die Neufahrner Cartoonistin Margit Kübrich das orientalische Märchen „Hamfouch begegnet dem Glück“. Für die französische Version der Geschichte vom kleinen Prinzen hatte Céline Hémard ihre kleine Tochter Fanny mitgebracht, die dem kleinen Prinzen ihre Stimme lieh. Friedrich Kalpenstein erfreute die Gäste mit Ausschnitten aus seinem humorvollen Roman „Gruppentherapie‘“.

Am Sonntag hörte das Publikum englische Texte vom Krimi bis zu lustigen Kindergedichten, gelesen von Caroline Benton, die Autorengruppe 630 cm2 brachte eine Auswahl ihrer Texte zu Gehör und zum Abschluss erklangen portugiesische und brasilianische Musik und Texte, gespielt und gelesen von von Joao Arãujo, Musiker und Poet.

„Es war ein rundum gelungenes Lesefestival in entspannter Atmosphäre.“ so das Resümee von Michaela Reidel, Leiterin der Neufahrner Gemeindebibliothek, „einfach entspannt und relaxt.“

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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