lesen-sie-auch-andere-ortszeitungen Oberdinger Kurier Logo echinger-echo haarer-echo herrschinger-spiegel mooskurier

Boarisch gsogt und gsunga

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 05. März 2018

Ein bisserl Derbleckn muss schon sein!

Kein Nockherberg sollte es sein, sondern ein bayerischer Abend, meinte Neufahrns Kulturreferentin Christa Kürzinger, als sie am 2. März die vielen Gäste in der Aula des Gymnasiums begrüßte, die sich darauf freuten, mit boarisch gsogt und gsunga unterhalten zu werden. Und im Großen und Ganzen war dies auch der Fall. Im Schatten von katholischer und evangelischer Kirche spielten die Holledauer Hopfareisser auf und bei einer deftigen Brotzeit, Pflügler-Bier und lebhaften Gesprächen ging es an den Tischen sehr gemütlich zu. Erich Seyfried, Moderator des Abends, stellte zudem fest, dass nicht nur die gute Stimmung, sondern alles so sei wie immer: „Die gleichen Gesichter, die gleiche Musik, das gleiche Bier…“.

boarischgsogt2018 10

Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgten in bewährter Weise wieder die Holledauer Hopfareisser.

Ohne ein bisschen Derbleckn ging es aber auch an diesem Abend nicht und so war auch heuer wieder Engerl Andrea Kirchbauer nach Neufahrn gekommen. Dieses Mal gleich gar mit einer Wäscheklammer auf der Nase, denn ihr Weg führte durch die Bahnunterführung und dort ist es bekanntlich nicht besonders wohlriechend. Aber auch hier kein Vergleich mit dem Münchner Salvatoranstich, denn da Neufahrn offensichtlich nicht durch größere Polit- oder sonstige Skandale geplagt ist - manche Details aus den Gemeinderatssitzungen hatte das Engerl sogar aus dem Vorjahr wieder mitgebracht – gab es keine beleidigten Gesichter, vor allem auch deshalb nicht, weil die meisten der Derbleckten gar nicht anwesend waren.

Hauptgast des Abends war die Volkssängerin Barbara Preis. Ihr erster Auftritt war zugegebenermaßen recht unterhaltsam und sie erzielte viele Lacher. Musikalisch (und reaktionsschnell) begleitet wurde sie von ihrem Bruder Robert auf der Ziach, der eigentlich auch einen Soloauftritt verdient hätte. Als die schwergewichtige 29-jährige Niederbayerin nach der Pause jedoch zum zweiten Mal auf die Bühne kam, wurde es – sicher auch unerwartet für die Organisatoren - sehr schnell sehr peinlich, denn was sie dem Publikum mit ihren Liedern, Texten und ihrem Agieren auf der Bühne, zwischen und auf (!) den Tischen bot, verbunden mit eindeutigen Angeboten an einzelne Herren, war ein Griff in die unterste Schublade. Dass das derb und grenzwertig war, daran ließen die Kommentare vieler Gäste sowohl an den Tischen als auch beim Hinausgehen keinen Zweifel und es ist ratsam, über diese Darbietung schnellstens den Mantel des Vergessens zu breiten. Zumal es über den bayerischen Abend zum Glück auch viel Positives zu berichten gibt. Da war zum einen die gelungene musikalische Umrahmung durch die Holledauer Hopfareisser.

 

boarischgsogt2018 5

Da flogen die Röcke, bei Siebenschritt und Sternpolka, getanzt von Mitgliedern des Mintrachinger Bürschenvereins

Viel Beifall bekamen auch die Tänzerinnen und Tänzer des Mintrachinger Burschenvereins, die sich bei Sternpolka und Siebenschritt auch vom etwas eingeschränkten Platz auf der Bühne nicht drausbringen ließen. Gekonnt verband Erich Seyfried, Volksschauspieler und Neufahrner, mit seiner heiteren Moderation die einzelnen Programmpunkte. Und da das Publikum in guter Stimmung war, kann man diesen Abend insgesamt dann doch als gelungen bezeichnen.

Für Sie berichtete Maria Schultz.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok