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„Absturz“ –szenische Krimi-Lesung mit Musik

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 21. Januar 2018

Autor Harry Kämmerer und seine Freunde in der Neufahrner Bibliothek

Gewöhnungsbedürftig war an diesem Abend so manches. Die Gemeindebücherei hatte zum Krimi-Abend eingeladen und die rund 60 Gäste sahen sich gleich beim Hereinkommen mit einem ungewohnten Setting konfrontiert. Man saß zur Abwechslung mal mit dem Blick zur Treppe. Und dort war so einiges aufgebaut, Leinwand, Beamer, Musikinstrumente…, was auf einen Abend mit Überraschungen schließen ließ.

Harry Kämmerer und seine Freunde - neben dem Autor noch Andreas Fischer und Nina Krause als Sprecher, Paul Kowol und Reinhard Soll für die Musik - stellten den Krimi „Absturz“ vor, den zweiten aus der Reihe „Mangfall ermittelt“.

Mit stimmungsvollen Bildern aus dem nächtlichen München begann die Lesung. Doch irgendwie wurde man den Eindruck nicht los, als sei die „Bühne“ für die drei Sprecher zu klein. Nina Krause musste sich nicht nur mit der Tischecke begnügen, sondern sich auch jedes Mal, wenn sie ein Wort vorzulesen hatte, zum unbequem weit weg stehenden Mikrofon beugen. Gelesen wurde mit verteilten Rollen und die einzelnen Sequenzen waren teilweise so kurz, dass es schwierig war, einen roten Faden zu finden. Zumal nach fast jedem Lesebeitrag gleich wieder die Musik zum Einsatz kam. Kein Wunder, dass mancher Gast einen etwas ratlosen Gesichtsausdruck hatte, als das Publikum nach 40 Minuten in die Pause entlassen wurde. Kommentar einer Zuschauerin: „zu viele Schauplätze, zu viele Personen“.

kaemmerer krimilesung

Krimi-Abend in der Neufahrner Bibliothek. Harry Kämmerer und seine Freunde Andreas Fischer (li) und Nina Krause (re) lesen aus „Absturz“. Im Hintergrund Gitarrist Reinhard Soll.

Nach der Pause wurde es überraschend anders. Nur noch zwei Sprecher und endlich ein unkomplizierter Umgang mit dem Mikrofon. Und vor allem  längere Textpassagen, die das Zuhören einfacher machten und das Publikum mitnahmen zu den düsteren und unheimlichen Schauplätzen: in den menschenleeren U-Bahnhof Michaelibad bei Nacht, auf den Speicher, in den dunklen Innenhof. Dazu immer wieder im Hintergrund die schnarrende E-Gitarre von Reinhard Soll – gänsehauterzeugend und atmosphärisch dicht.

Der Zusammenhang zwischen Messerstecher und U-Bahn-Schubser erschloss sich allerdings auch dann nicht. Doch vielleicht war genau dies der Grund, dass viele neugierig geworden sind und sich an diesem Abend auch gleich das Buch kauften, um zu erfahren, wie die Story nun tatsächlich abläuft.

Positiv hervorzuheben sind die tollen Fotos und vor allem die beiden Musiker - Pop-Gitarrist Paul Kowol und Reinhard Soll, der bevorzugt Blues und Rock spielt. Sie boten hervorragende musikalische Unterhaltung.

Erkennbar viele Harry-Kämmerer-Fans waren an diesem Abend in die Neufahrner Bibliothek gekommen. Ob es auch anderen so ging wie jener Dame aus dem Publikum, die am Schluss meinte: „Also meins ist das heute nicht! Aber ich mag einfach seine Bücher so gern…“?

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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