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Musikalisches Feuerwerk beim Neujahrskonzert

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 14. Januar 2018

Table for Two spielt vor ausverkauftem Haus

Rund 300 Besucher konnten Bürgermeister Franz Heilmeier und Kulturreferentin Christa Kürzinger am 13. Januar zum diesjährigen Neujahrskonzert der Gemeinde in der Aula des Neufahrner Gymnasiums begrüßen. Zum zweiten Mal war heuer das Ensemble „Table for Two“ eingeladen. Waren im April 2016 lediglich 90 Gäste zu deren erstem Konzert in Neufahrn gekommen, so fanden sie dieses Mal ein vollbesetztes Haus vor.

Frontman Harry Kulzer fragte sich allerdings, ob’s wohl an der guten Presse von damals lag oder ob es sich inzwischen rumgesprochen hatte. Wie auch immer, es ging los mit dem passenden Song für diesen Abend „I wanna be with you tonight!“ Wer Table for Two kennt, weiß, dass jeder Konzertabend einzigartig ist, ohne festes Programm, in immer wieder neuer Zusammenstellung. 146 Stücke haben sie inzwischen im Repertoire, alle selbst komponiert, jedes mit eigener Nummer. Was gespielt wird, entscheidet sich nach kurzer (oder längerer Beratung) oder auf Zuruf aus dem Publikum. Da wird schon mal gefragt: „Wollen Sie was Lustiges? Was Nachdenkliches? Was zum Schmusen?“ Manche ihrer Hits dürfen allerdings nicht fehlen, wie z.B. die herrlich schnulzige Ballade „I was standing at the station“, gesungen von Harry Kulzer, ins Bayrische übersetzt von Schlagzeuger Thomas Froschmaier. Oder dessen französisch angehauchte Klage, dass ihn die Frauen nur aufs Kanapee locken wollen, wo er doch eigentlich das „Spiel am kleinen Becken“ viel schöner fände, und zur Erheiterung des Publikums gesteht er mit verschämt-verschmitztem Lächeln „ich spiel so gern die große Trommel, mal mit Stöckchen, mal mit Bommel.“

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Wolfgang Opitz, Harry Kulzer und Thomas Froschmaier besingen in ihrer Ballade eine verflossene Liebe in „Copenhagen“.

31 Jahre gibt es Table for Two inzwischen und das Quartett steckt nach wie vor voller Überraschungen. Vollblutmusiker sind sie alle und ihre Vielseitigkeit an den Instrumenten ist erstaunlich: Willi Lichtenberg am Bass, Thomas Froschmaier am Schlagzeug, mit Gesang, und neuerdings an der Gitarre, Wolfgang Opitz mit Gesang, Querflöte und vier verschiedenen Saxofonen, und Harry Kulzer, Gesang, Piano, Gitarre, Mundharmonika, Akkordeon, Ukulele und Cigarbox Guitar. Und wenn sie erzählen, sie hätten verbissen an einem Stück geübt, bedeutet das bei ihnen, dass sie sich zweimal zum Üben getroffen haben.

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Wolfgang Opitz - Herr über vier Saxofone und eine Querflöte

Das gelegentliche Chaos auf der Bühne wird mit heiterer Moderation überbrückt. Da wird kurz mal über ein Stück diskutiert, da werden Noten gesucht, da fehlt ein Instrument, da spielt einer ein bisschen langsamer als die anderen… Aber irgendwie lässt einen die Frage nicht los, ob das tatsächlich so zufällig ist oder ob’s nicht dazugehört.

Ihr musikalisches Spektrum bewegt sich zwischen Blues und Jazz, Rock und Pop, und das Vergnügen am gemeinsamen Musizieren ist hör- und fühlbar. „My Bugatti and me“ entführt die Zuhörer in die zwanziger Jahre, und wilde Stücke, bei denen sich Harry Kulzer am Klavier mit vollem Körpereinsatz fast die Seele aus dem Leib, spielt wechseln sich ab mit sanften Balladen. „Piano Braakdown“ hält (fast), was der Titel verspricht und bei „Natascha aus Russia“ muss man ernsthaft befürchten, dass der Flügel dieses Stück nicht überlebt.

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„Piano Breakdown“ - Frontman und Pianist Harry Kulzer bringt den Flügel zum Beben.

Das Publikum zeigte seine Begeisterung sowohl zwischendurch als auch am Ende mit lautstarkem und anhaltendem Beifall. Da geht es nicht ohne mehrere Zugaben, deren letzte aber dann eindeutig darauf hinweist, dass nach zweieinhalb Stunde Programm nun wirklich Schluss ist, bei „Good Night my Love“ gehen endgültig die Lichter auf der Bühne aus.

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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