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„D’Wahl-Lump’n“ - große Politik in einem kleinen Dorf

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 30. Oktober 2016

Viel Applaus für die Neufahrner Laienspielgruppe und ihr aktuelles Stück

Dass es bei dieser Bürgermeisterwahl nicht mit rechten Dingen zugehen wird, verriet schon der Titel des diesjährigen Stücks „D‘Wahllump’n“, eine bayerische Komödie in drei Akten von Peter Landstorfer. Die Premiere fand am 29. Oktober in der Alten Halle in Neufahrn statt. Auch wenn der 1. Vorstand der Neufahrner Laienspielgruppe Horst Reng in seiner Begrüßung versprach „den Donald Trump hamma ned dabei“, so waren gewisse Parallelen zum aktuellen Wahlgeschehen nicht zu übersehen.

Los ging es aber erst mal damit, dass man den Filz in der Gemeindekanzlei genauer kennen lernte. Da mussten Bürgerinnen und Bürger stundenlang warten, der Beamte Wimmerl öffnete seine Amtsstube keine Minute zu früh, die Suche nach Unterlagen verursachte dicke Staubwolken und Anträge wurden erst nach monatelanger Wartezeit bearbeitet. Der tote Kartoffelkäfer in der Blutwurst sorgte für heiße Diskussionen und argwöhnische Vermutungen. Währenddessen erledigte der Bürgermeister im Nebenzimmer seine anstrengende Arbeit, die hauptsächlich aus dem Genuss einer Weißwurstbrotzeit bestand.

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„Wart nur, dir zoag i’s scho no!“

Kein Wunder, dass der fesche preußische Neubürger Gustav Stüder mit seiner Idee, sich als Gegenkandidat aufstellen zu lassen, insbesondere bei der holden Weiblichkeit offene Türen einrennt. Seine überzeugenden Wahlkampfargumente, vorwiegend bestehend aus Himbeergeist und Obstler, sind zudem von großer Überzeugungskraft.

Nach der Pause kam dann die Handlung dann so richtig in Fahrt. Wie beim amerikanischen Vorbild lud man zu einem Redenwettstreit der beiden Bürgermeisterkandidaten ein, die sich – ein gelungener Regieeinfall – mitten im Publikum lautstark ihre Argumente an den Kopf warfen.

Die Spannung stieg, als das Publikum so ganz allmählich den nahenden Wahlbetrug zu erkennen glaubte. Dies wurde jedoch durch das geheimnisvolle Treiben in der nächtlichen Amtsstube, an dem viel Schnaps und das raffinierte Vorgehen der Dorfschönheiten beteiligt waren, noch ganz schön verwirrend.

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Nächtliche Umtriebe in derAmtsstube

Natürlich war das Wahlergebnis nicht überraschend und veranlasste den alten/neuen Bürgermeister zu der erstaunlichen Feststellung: „Da wählt man und wählt man und wählt man. Und dann bleibt doch alles so wie’s war!“

Das Publikum durfte mitwählen. Wäre es jedoch nach den Stimmzetteln gegangen, die nach der großen Wahlredenschlacht abgegeben wurden, wäre, zumindest am Premierenabend, alles ganz anders gekommen. Wie Gitte de Voogt. die 2. Vorsitzende der Laienspielgruppe, am Schluss verriet, hätte an diesem Abend der preußische Kandidat Gustav Stüder - „Wählt Stüder, die Gemeinde erblüht wüda“ – gewonnen. Bei der Generalprobe, zu der die Senioren eingeladen waren, sah es jedoch ganz anders aus.

Rund drei Monate Proben und viel Vorbereitungsarbeit waren nötig, damit dann am Premierenabend alles gut lief. Alles hat geklappt und Blümchen für die beteiligten Damen und Hochprozentiges für die Herren waren hochverdient.

Das Publikum lachte viel und herzhaft und lauter Beifall belohnte Schauspielerinnen und Schauspieler für die gelungene Aufführung dieses heiteren Stücks. Dazu passte am Ende dann sogar auch noch ein Ausspruch des verhinderten Bürgermeisters Stüder:„Das is ja‘n Ding!“

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Viel Beifall für die Akteure

Wer sich selber davon überzeugen möchte, wie es andernorts im Rathaus und bei der Bürgermeisterwahl zugeht, der kann sich bei den nächsten Vorstellungen am 5., 11., 12., 18., 19. und insbesondere bei der Mittagsvorstellung am 13. November selber ein Bild machen.

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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