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„eigentlich is wurscht“

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 10. Oktober 2016

Der Oberpfälzer Kabarettist Toni Lauerer begeistert die Neufahrner mit seinem neuen Programm.

Die Veranstaltung in der Alten Halle war seit Monaten ausverkauft, Besucher nahmen weite Fahrten auf sich. Und das Publikum wurde nicht enttäuscht. Am 7. Oktober kam der Oberpfälzer Toni Lauerer nach Neufahrn und startete seinen Angriff auf die Lachmuskeln der Zuschauer. Die Alltagssituationen, die er schildert, sind jedem bekannt und die lästerlichen Gedanken dazu sind keinem fremd. Ob die mit Säcken beladene Familie, die vor ihm am Flaschenrückgabeautomaten steht, die Gespräche am Stammtisch oder der Familienalltag - Lauerer beschreibt, übertreibt, deutet an, und jeder weiß, worum es geht. Da sind die Erlebnisse mit den Stammtischfreunden: „Früher waren wir gemeinsam auf Malta und auf Kreta, jetzt fahren wir gemeinsam auf Reha“. Er beklagt, dass mit zunehmendem Alter am Stammtisch nur noch über Krankheiten und körperliche Unzulänglichkeiten geredet wird. „Als wir jünger waren, haben wir uns erzählt, wie oft wir nachts unsere Frauen glücklich gemacht haben. Heute erzählen wir uns, wie oft wir nachts zum Bieseln raus müssen.“

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„I woaß no ganz genau…“

Bekannt wurde der Autor und Kabarettist Toni Lauerer vor allem durch seine im Oberpfälzer Dialekt geschriebenen Veröffentlichungen, in denen er die ganz alltäglichen Begebenheiten im zwischenmenschlichen Bereich mit Ironie und humorvoller Übertreibung aufs Korn nimmt. Inzwischen ist er weit über die Grenzen der Oberpfalz hinaus beliebt. „Wir kennen bis jetzt nur seine Bücher“, erzählt das Ehepaar, das extra aus Augsburg angereist kam, um ihn live zu erleben. Lauerer schreibt Theaterstücke und ist auch regelmäßig auf Bayern 1 zu hören. Den Bezug zur Realität hat er nicht verloren, denn er arbeitet nach wie vor halbtags als Standesbeamter, was ihn allerdings zu der Erklärung veranlasst „Ich war ein seltsames Kind, bin trotzdem noch Beamter geworden.“

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Volles Haus bei Toni Lauerer und „eigentlich is wurscht“

„Heute hab ich lauter traurige Geschichten erzählt“ gibt er an diesem Abend zu. Aber wenn den Zuschauern Tränen in die Augen steigen, dann ganz bestimmt nicht aus Traurigkeit! Oft reicht schon eine Andeutung, ein Seufzer, um lautstarke Lacher hervorzurufen, der – eindeutige - Rest bleibt der Phantasie überlassen.

Die unangenehme Erfahrung einer Darmspiegelung zieht sich durch den Großteil des Abends. Die Diskussion mit seiner besseren Hälfte, die Vorbereitungen, denen „die Nacht meines Lebens“ folgt, die peinlichen Begegnungen im „Spiegelsaal“, in dem die Prozedur durchgeführt wird… Auch wenn die Schilderung in größtmöglicher Ausführlichkeit erfolgt, so ist sie dennoch oft zwerchfellerschütternd. Es gibt – zum Glück – ein Happy End, sowohl für den Darm als auch für das Publikum.

Natürlich blieb es nicht dabei. Er ließ sich nicht lange um eine Zugabe bitten und brachte die Neufahrner am Schluss erneut zum tränenreichen Lachen, dieses Mal mit der Schilderung einer Fahrt nach Tschechien. Die kurzberockte junge Dame, die gleich nach der Grenze an sein Autofenster tritt, kommentiert den misstrauischen Blick der mitfahrenden Ehefrau mit der beruhigenden Information: „Ich nicht wollen, er nicht können!“.

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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