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Heiße Erotik in der Schneiderwerkstatt

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 28. März 2016

„A Kufern“ - Altmünchner Gangsterkomödie, aufgeführt vom kath. Burschenvereins Mintraching

Was ist eine Kufern? Da gibt es ganz unterschiedliche Erklärungsversuche, wie Regisseurin Irmi Maurus erfahren hat: „Kufen an einem Schlitten?“, oder gar „eine Kuh fahrn?“ Stimmt alles nicht. Das Rätsel löst sich, als Gassen Paule mit einem geklauten Koffer – einer Kufern – atemlos in die Schneiderwerkstatt vom Nadel Toni hineinstürmt.

Dort sitzen sie, die leider etwas glücklosen Mitglieder der Gangstergesellschaft: der Chef Bubi Bratzler, Ehefrau Lilli, die ständig nur Taschenuhren mitgehen lässt, die Stesser Erna, der jemand Spielgeld angedreht hat, mit ihrem Partner, dem Fingerl Beppi, und dann noch der Stauber Luggi, das „kriminelle Moosschwammerl“ mit seinem etwas langsamen Verstand. Und alle sind höchst überrascht und erfreut, als sich herausstellt, dass der Koffer voller Geld ist.

 

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So eine Überraschung, eine Kufern voller Geld!

Was man alles damit machen könnte! Da hagelt es Vorschläge. Doch Bubi hat eine geniale Idee, um das für den Ministeri bestimmte Geld zu „waschen“. Und dieser Plan sieht die Gründung eines Puffs vor, das allerdings nur solange existieren soll, bis es der Politiker gekauft hat und somit das Geld wieder bei den „ehrlichen“ Findern angekommen ist.

Mit dieser Wendung der Geschichte geht auch ein großer Wechsel bei den Schauspielern vor sich. Sind sie schon vorher überzeugend und herrlich als kleine Gangster, so laufen sie im sinnlich-erotischen roten Licht des Etablissements zum Vergnügen des Publikums zur Höchstform auf. Lilli als verführerische Puffmutter, Erna und Lalu, bildschön und erotisch, als due käuflichen Damen Mitzi und Lola, der Nadel Toni als Barkeeper Antonio und die anderen männlichen Mitglieder der Gangstergesellschaft als zahlende Gäste in wechselnden Rollen. Das alles in der vormaligen Schneiderwerkstatt, zwischen roter Couch, Kerzenlicht und Champagnerflaschen.

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Ob der Ministeri der verführerischen Lilli wiederstehen kann?

Diesem geballten Angebot an Charme und Erotik kann der Ministeri nicht widerstehen und er kauft das Etablissement, obwohl ihm zu seiner Enttäuschung ein vorheriges „Ausprobieren“ der Damen versagt bleibt.

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Erotik im Doppelpack, die bayerisch-sinnlichen Dämchen Lola und Mitzi alias Lalo und Erna

Leider taucht im Augenblick der Geldübergabe Schwester Pangratia mit ihren Waisenkindern auf, sieht die Kufern voller Gelscheine und ist davon überzeugt, dass dies nur die Kollekte für das Waisenhaus sein kann. „Alles edle Spender!“ ruft sie begeistert aus. Das Fazit am Ende des Stücks: „Wenn du spendest, sei bedacht, dass zum Schluss der Richt'ge lacht!“

Gelacht hat am Ende vor allem das Publikum. Ein sehr witziges Stück und herausragende Schauspieler, die in der Darstellung ihrer Rollen absolut überzeugend waren. Dass sie selber ihren Spaß dabei hatten, war unverkennbar.

Seit Anfang Dezember haben sie geprobt und Regisseurin Irmi Maurus schwärmt von dem tollen Team. Die Altersmischung von 17 bis 60 Jahren findet sie sehr gelungen und das gemeinsame Arbeiten war harmonisch und vor allem lustig. „Wir haben auch bei den Proben schon Tränen gelacht“ verrät sie. Die Altmünchner Gangsterkomödie“ A Kufern“ von Peter Landsdorfer war eine glückliche Wahl, die Zuschauer im ausverkauften Saal des Sportheims in Mintraching klatschten laut und anhaltend. Eine gute Idee war es zudem, alle Darsteller am Schluss einzeln vorzustellen, und so bekam jede und jeder ganz persönlich den höchst verdienten Applaus.

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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