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Gaaanz langsam an Weihnachten annähern….

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 05. Dezember 2015

Thomas Peters liest heitere Texte zum Fest

Er wolle ja nicht gleich zu Beginn mit der Tür ins Haus fallen, meinte er zu Beginn. Deshalb fing Thomas Peters seine vorweihnachtliche Lesung rücksichtsvoll mit einer Osterhasengeschichte von Jan Weiler an.

Ein unterhaltsamer Abend mit dem Thema „Nach dem Fest ist vor dem Fest“ erwartete das Publikum, das die Neufahrner Bibliothek an diesem Abend füllte. Es sollte eine literarische Bescherung werden, und das gelang dem Schauspieler Thomas Peters bestens; die ausgewählten Texte, die unter anderem von Gerhard Polt, Hans-Dieter Hüsch, Christine Nöstlinger, Horst Evers und Charles Dickens stammten, verführten zum Schmunzeln und Lachen, aber immer wieder auch zu zustimmendem Nicken, denn die geschilderten Situationen kamen den meisten sicher sehr bekannt vor.

Da ging es unter anderem um den unvermeidlichen Familienstreit am Heiligen Abend. Dass Frauen und Männer unterschiedliche Wunschzettel schreiben, ist allerdings nicht überraschend. Wer kennt nicht die „Daumenfrage“ (einer bindet die Schleife, der andere drückt den Daumen auf den Knoten), an der sich gerne ein kräftiger Ehestreit entzündet. Für die üppigen Weihnachtsbeleuchtungen an Büschen und Bäumen gibt es sicherheitshalber die Empfehlung, eine Gletscherbrille aufzusetzen.

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„Nach dem Fest ist vor dem Fest“ – und manchmal ist es ziemlich dramatisch

„Gibt es jemand, der schon alle Geschenke zuhause hat?“ Dass sich auf diese Frage tatsächlich jemand meldete, machte ihn für einen Moment sprachlos, doch dann gab er zu, „da liegt meine Empfindung zwischen grenzenloser Bewunderung und völligem Unverständnis“. Eher zuhause fühlte er sich bei jenen, die noch kein einziges Geschenk besorgt hatten. Für alle, die sich Gedanken über alternative Gaben unter dem Weihnachtsbaum machen, hatte er Vorschläge parat: eine getrocknete Vogelspinne, ein Gartenstuhl mit Hagelschaden, und für Kinder, die schon alles haben, ein Töpfchen mit eingebautem iPod.

Wie Weihnachten bei anderen Völkern (z.B. bei den Österreichern!) abläuft, wurde in einem Text von Helmut Qualtinger deutlich. Und ganz international wurde es dann mit dem Gedicht „When the snow falls wunderbar“, wo es nach der Bescherung - „Papa gets a Schlips and Socken, everybody does frohlocken…“ - zunehmend dramatisch wird.

Wer „die Weihnachtswurst von Nordenham“ von Horst Evers ohne Magenprobleme übersteht, eine normale Currywurst, zusätzlich weihnachtlich gewürzt mit Lebkuchengewürz, Zimt und „so etwas Ähnliches wie Goldstaub“, für den eignet sich auch das Plätzchenrezept, das Thomas Peters zu guter Letzt noch anbot. Die Zubereitung ist einfach, „öffnen Sie den Whisky“, der als Hauptzutat wiederholt auf Qualität getestet werden muss, Ergebnis vorhersehbar.

Mit herrlich komischen und absurden Texten, in denen man sich so gut wiederfinden konnte, bot der Schauspieler Thomas Peters seinem Publikum eine höchst vergnügliche Möglichkeit, für einen Abend dem Vorweihnachtsstress zu entkommen. Dem abschließenden Wunsch von Charles Dickens (und Thomas Peters) „Dein Weihnachten soll ein fröhliches und dein neues Jahr ein glückliches sein“ schloss sich das Publikum gerne an und erfreute den Schauspieler mit begeistertem Beifall.

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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