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Eisi Gulp „Hackedicht oder was?“

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 21. Juli 2015

Drogenprävention ohne erhobenen Zeigefinger

„Ach Eisi, tanz doch mal.“ So oft kam dieser Wunsch im Laufe früherer Vorstellungen, dass er das jetzt lieber gleich zu Beginn des Abends erledigt, „dann ist das auch abgehakt.“ Die gesammelte Aufmerksamkeit des Publikums ist ihm nach seiner wilden Tanzeinlage damit jedenfalls sicher.

 

Danach kommt er jedoch schnell zum Thema des Abends. Eisi Gulp, bekannter Schauspieler und Kabarettist, will mit seinem Programm „Hackedicht oder was?“ Drogenprävention ohne mahnenden Zeigefinger betreiben. Eingeladen vom Förderverein des OMG, war die Vorstellung am Vormittag vor den Schülern der 7. bis 10. Jahrgangsstufe „ausverkauft“, wie Harald Renz, 1. Vorsitzender des Fördervereins des OMG, schmunzelnd bemerkte, während es am Abend noch viele freie Plätze gab. Trotz der großen Hitze kamen aber doch etwa 80 Gäste ins Gymnasium.

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„Ach Eisi, tanz doch mal!“

Gleich zu Beginn schockiert Eisi Gulp mit statistischen Zahlen. Jährlich 950 Drogentote, dagegen Tausende, deren Todesursache auf die sogenannten legalen Drogen wie Alkohol, Nikotin und Medikamente zurückzuführen ist. Schonungslos und mit drastischer und oft ziemlich derber Sprache nimmt er die Zigarettenwerbung aufs Korn. „Lasst euch nicht verarschen“ ruft er den Zuschauern zu und fragt, was denn am Rauchen gut sei? „Du gibst Geld aus, du stinkst, du wirst krank!“ Zum übermäßigen Bierkonsum am Beispiel Oktoberfest überlegt er „Was macht das bayerische Grundnahrungsmittel mit uns?“ Äußerst realitätsnah demonstriert er, wie das abläuft, wenn an der Theke ein Schnaps dem anderen folgt, bis der Magen Protest anmeldet, die Beine den Befehlen des Gehirns nicht mehr folgen, bis es endlich passiert „dann liegst du auf Knien vor dem weißen Altar, der sonst nur deine Kehrseite sieht“, und überzeugend stellt er die innige Begegnung von Gesicht und Toilettenschüssel dar.

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„Nach fünf Maß Bier ist keiner mehr sexy.“

In eindringlicher Deutlichkeit nimmt er die Zuschauer mit auf eine Reise durch die Welt der verschiedenen Rauschgifte und demonstriert, wie sie wirken. „Es geht nur ums Geld“ warnt er immer wieder. Wobei er dann allerdings einschränkt, dass gewisse Drogen wie z.B. Marihuana, in der Medizin auch therapeutisch eingesetzt werden können.

Eisi Gulp schlägt an diesem Abend einen sehr großen Bogen. Nach überraschenden Ausflügen in ganz andere Bereiche schafft er es dann doch immer wieder, zum Thema des Abends zurück zu kommen. Er spielt mit den Zuschauern und wenn auch mancher überrascht reagiert, so lassen sich doch die meisten gut gelaunt auf den direkten Kontakt mit ihm ein.

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„Lasst euch von der Werbung nicht verarschen!“

Seine oft sehr drastische Ausdrucksweise schreckt auf, doch dann wird er auf einmal wieder ganz leise und das, was er dann sagt, ist persönlich und überzeugend ehrlich. Er hat die Menschen gut beobachtet und man lacht Tränen über seine realistische Darstellung. Doch schon beim nächsten Satz bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Er fragt nach Gründen und zeigt Folgen auf, seine Botschaft ist deutlich und unüberhörbar.

Suchtprävention mit einem anderen Ansatz gibt es am OMG schon seit geraumer Zeit. Janek, Clara, Alina, Nathalie, Holly, Berra, Sören und Lina, die „Power Peers“, stellten sich bereits in einem ersten Schritt in verschiedenen Klassen vor. Die „Peers“ – Gleichaltrige - informieren auf Augenhöhe und bieten Aufklärung über die Gefahren von Drogen, Alkohol und anderen Konsumgütern. Ausgebildet wurden sie von Experten, unterstützt und begleitet werden sie von Prop e.V., Freising. Sie arbeiten präventiv, können im Notfall aber zu professioneller Hilfe weiter vermitteln. Für die Zukunft sind bereits größere Aktionen, z.B. Projekttage oder Workshops, geplant. Viel Unterstützung bekommen sie von vielen Seiten, insbesondere natürlich von der Schule.

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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